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In die Moschee trotz Ausgangssperre


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Koriander

https://www.google.de/amp/s/m.faz.net/aktuell/rhein-main/ramadan-waehrend-corona-in-die-moschee-trotz-ausgangssperre-17290061.amp.html
 

Zum zweiten Mal müssen Muslime den Fasten-Monat unter Corona-Auflagen beginnen. Auch in Orten mit hoher Inzidenz dürfen Gläubige abends zum Beten das Haus verlassen. Das Grundgesetz schützt die Religion besonders.

Mit dem Sonnenuntergang hat auch in Hessen der Ramadan, der Fastenmonat der Muslime, begonnen. Das Fasten gehört wie das Glaubensbekenntnis, die täglichen Gebete, die Armensteuer und die Pilgerfahrt nach Mekka zu den fünf Säulen des Islams. Von Tagesanbruch bis Sonnenuntergang verzichten die Muslime in dieser Zeit auf Essen, Trinken, Rauchen und Geschlechtsverkehr. Abends endet das Fasten mit einem festlichen Mahl, dem Iftar. Es ist schon das zweite Jahr, in dem die Gläubigen ihre Rituale wegen der steigenden Zahl der Corona-Infektionen einschränken müssen: Weder sind große Familientreffen möglich, noch können sie sich in großer Zahl in den Moscheen versammeln.

Die Gefahr, dass die Moscheebesuche während des Ramadans die Inzidenzen weiter nach oben treiben könnten, sieht Mustapha Lamjahdi nicht. „Die Gläubigen haben die Corona-Regeln schon lange eingeübt: Abstand halten, Maske tragen, sich in Anwesenheitslisten eintragen und immer den eigenen Gebetsteppich mitbringen“, zählt der Sprecher des Koordinationsrats der Moscheen in Frankfurt auf. Wer diese Vorbedingungen nicht erfüllt, darf die Moschee auch nicht betreten.

Viele Gläubige bleiben lieber daheim

„Viele Ältere verzichten angesichts der Ansteckungsgefahr auf den Moscheebesuch“, weiß Lamjahdi. Auch Angehörige von Risikopatienten beteten derzeit lieber zu Hause als in der Gemeinschaft. Für manche Gemeindemitglieder sei der Besuch in der Moschee jedoch ein Halt, auf den sie auch in Corona-Zeiten nicht verzichten möchten.

Von der positiven Wirkung des Fastens, das den Muslimen einiges abverlangt, ist Lamjahdi überzeugt: „Wer den ganzen Tag nichts isst, ist friedlicher“, sagt er und lächelt, „dafür hat man mehr innere Energie.“ Die Zeit des Ramadan ist für gläubige Muslime eine Zeit der inneren Einkehr. Mitgefühl mit Schwächeren wird durch den Hunger und Verzicht ausgedrückt. Die Verbundenheit mit der Gemeinschaft und der Familie wird üblicherweise im gemeinsamen Fastenbrechen nach Anbruch der Dunkelheit zelebriert. „Das findet jetzt aber nur mit der eigenen Familie, im eigenen Haushalt statt.

Keine Sonderregelung für Muslime

Im Kreis Groß-Gerau, in dem seit Monatsbeginn eine Ausgangssperre gilt, hat die Verwaltung in einem Schreiben darauf hingewiesen, dass auch ein abendlicher Besuch in der Moschee möglich sei. Das wurde in den sozialen Medien als Sonderregelung für Muslime missverstanden und sorgte für Unmut. Der Brief war als Informationsschreiben an die Moscheegemeinden gerichtet und mit der Bitte verbunden, für Gläubige „eine Art Teilnahmekarte oder -bescheinigung“ auszustellen, sofern sie während des Ramadan am Abendgebet teilnehmen möchten. Denn die Ausgangssperre, die im Kreis Groß-Gerau von 21 bis 5 Uhr gilt, betrifft auch das Abendgebet, das erst gegen 21.30 Uhr beginnt. Ein Schreiben der Moscheegemeinden könne daher als eine Art Passierschein gelten, wenn es zu abendlichen Kontrollen durch die Polizei komme.

Damit setze der Kreis die gültige Allgemeinverfügung um, in der die „Teilnahme an Gottesdiensten zu besonderen religiösen Anlässen“ ausdrücklich als Ausnahme zur nächtlichen Ausgangssperre aufgeführt werde, so eine Sprecherin. Diese Regelung habe natürlich auch am christlichen Osterfest gegolten, allerdings hatten Kirchengemeinden auf nächtliche Gottesdienste verzichtet. Mit der Regelung werde der durch das Grundrecht geschützten Religionsfreiheit Rechnung getragen und keinesfalls eine Sondererlaubnis für eine Religionsgemeinschaft gewährt, so die Sprecherin.

Mit dem Brief an die Moscheegemeinden verbindet die Kreisverwaltung aber auch einen Appell: „Thematisieren Sie die Pandemieregelungen und die Infektionsrisiken. Machen Sie darauf aufmerksam, was die Pandemie uns und unsere Lieben kosten kann, wenn wir nicht aufpassen. Sensibilisieren Sie Ihre Mitglieder, nicht nur im öffentlichen Raum auf die Regelungen zu achten, sondern auch im privaten Umfeld.“

In Offenbach, wo die Zahl der Infektionen weitaus höher als in Groß-Gerau liegt, gilt ebenfalls eine Ausgangssperre. Dort ist noch nicht abschließend geklärt, wie sich Muslime, die das Abendgebet in einer Moschee besuchen wollen, ausweisen sollen.

Der Ramadan beginnt und endet, wenn die Mondsichel nach Neumond erstmals wieder sichtbar ist. Das kann von Land zu Land variieren, entsprechend kann der Ramadan einen Tag früher oder später beginnen.

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