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Die Gabe zu lieben


GeheimeFrau
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GeheimeFrau

Es ist eine Kraft, eine Kunst, eine Stärke, ja fast schon eine Gabe wirklich zu lieben.

dieses Gefühl von purer Glückseligkeit, dieser innere Frieden. Man steht morgens auf und der Tag ist wunderschön, alles glitzert- alles glänzt. 

Das Gefühl zu schweben, hinweg über alle Problem, hinweg über alle sorgen. Man hat nur noch eine Sache im Kopf, man ist verliebt in diese wunderschöne Stimme. Man träumt von diesem einen Lächeln, man könnte es sich stundenlang ansehen. 
 

man fühlt sich verloren in diese strahlenden, ehrlichen Augen. Man ist hin und weg. Ein Gefühl was einen verrückt macht, ein Gefühl dass man für immer festhalten möchte. Dieses kribbeln, diese innere Freude. 
 

es ist eine Kraft die unbeschreiblich ist, eine Kraft die einen Menschen unbesiegbar macht.  
 

es ist eine wunderschöne Kunst, gemalt von den Augen einer Person die liebt, 

es ist die unermüdliche Stärke immer diese Person bei sich haben zu wollen.

doch es bleibt eine Gabe, dieses wunderschöne Gefühl einzufangen und auf alle Ewigkeiten zu spüren. 

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  • 1 month later...

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Unendliche Treue und wahre Liebe.

Eine Geschichte von Johann Peter Hebel, beruhend auf einer wahren Begebenheit.

https://hekaya.de/maerchen/unverhofftes-wiedersehen--hebel_3.html

Hekaya [arabisch, "Geschichte, Legende"]

Kalendergeschichten Unverhofftes Wiedersehen

In Falun in Schweden küsste vor guten fünfzig Jahren und mehr ein junger Bergmann seine junge hübsche Braut und sagte zu ihr: »Auf Sankt Luciä wird unsere Liebe von des Priesters Hand gesegnet. Dann sind wir Mann und Frau und bauen uns ein eigenes Nestlein.«

»Und Friede und Liebe soll darin wohnen«, sagte die schöne Frau mit holdem Lächeln; »denn du bist mein Einziges und Alles, und ohne dich möchte ich lieber im Grab sein als an einem anderen Ort.« Als sie aber vor Sankt Luciä der Pfarrer zum zweitenmal in der Kirche ausgerufen hatte: »So nun jemand Hindernis wüsste anzuzeigen, warum diese Personen nicht möchten ehelich zusammenkommen«, da meldete sich der Tod. Denn als der Jüngling den anderen Morgen in seiner schwarzen Bergmannskleidung an ihrem Haus vorbeiging - der Bergmann hat sein Totenkleid immer an -, da klopfte er zwar noch einmal an ihrem Fenster und sagte ihr guten Morgen, aber keinen guten Abend mehr. Er kam nimmer aus dem Bergwerk zurück, und sie säumte vergeblich selbigen Morgen ein schwarzes Halstuch mit rotem Rand für ihn zum Hochzeitstag, sondern als er nimmer kam, legte sie es weg und weinte um ihn und vergaß ihn nie.

Und die Ackerleute säten und schnitten. Der Müller mahlte, und die Schmiede hämmerten; und die Bergleute gruben noch den Metalladern in ihrer unterirdischen Werkstatt. Als aber die Bergleute in Falun im Jahre 1809 etwas vor oder nach Johannis zwischen zwei Schächten eine Öffnung durchgraben wollten, gute dreihundert Ellen tief unter dem Boden, gruben sie aus dem Schutt und Vitriolwasser den Leichnam eines Jünglings heraus, der ganz mit Eisenvitriol durchdrungen, sonst aber unverwest und unverändert war; also dass man seine Gesichtszüge und sein Alter noch völlig erkennen konnte, als wenn er erst vor einer Stunde gestorben oder ein wenig eingeschlafen wäre an der Arbeit. Als man ihn aber zutage aus gefördert hatte, Vater und Mutter, Freunde und Bekannte waren schon lange tot, kein Mensch wollte den schlafenden Jüngling kennen oder etwas von seinem Unglück wissen, bis die ehemalige Verlobte des Bergmannes kam, der eines Tages auf die Schicht gegangen war und nimmer zurückkehrte. Grau und zusammengeschrumpft kam sie an einer Krücke an den Platz und erkannte ihren Bräutigam und mehr mit freudigem Entzücken als mit Schmerz sank sie auf die geliebte Leiche nieder, und erst als sie sich von einer langen heftigen Bewegung des Gemüts erholt hatte, »es ist mein Verlobter«, sagte sie endlich, »um den ich fünfzig Jahre lang getrauert hatte und den mich Gott noch einmal sehen lässt vor meinem Ende. Acht Tage vor der Hochzeit ist, er auf die Grube gegangen und nimmer gekommen.« Da wurden die Gemüter aller Umstehenden von Wehmut, und Tränen ergriffen, als sie sahen die ehemalige Braut jetzt in der Gestalt des hingewelkten kraftlosen Alters und den Bräutigam noch in seiner jugendlichen Schöne, und wie in ihrer Brust nach fünfzig Jahren die Flamme der jugendlichen Liebe noch einmal erwachte; aber er öffnete den Mund nimmer zum Lächeln oder die Augen zum Wiedererkennen; und wie sie ihn endlich von den Bergleuten in ihr Stüblein tragen ließ, als die einzige, die ihm angehöre und ein Recht an ihn habe, bis sein Grab gerüstet sei auf dem Kirchhofe. Den anderen Tag, als das Grab gerüstet war auf dem Kirchhof und ihn die Bergleute holten, schloss sie ein Kästlein auf, legte ihm das schwarzseidene Halstuch mit roten Streifen um und begleitete ihn in ihrem Sonntagsgewand, als wenn es ihr Hochzeitstag und nicht der Tag seiner Beerdigung wäre. Denn als man ihn auf dem Kirchhof ins Grab legte, sagte sie: »Schlafe nun wohl, noch einen Tag oder zehn im kühlen Hochzeitbett, und las dir die Zeit nicht lang werden! Ich habe nur noch wenig zu tun und komme bald, und bald wird's wieder Tag.«

»Was die Erde einmal wiedergegeben bat, wird sie zum zweitenmal auch nicht behalten«, sagte sie, als sie fortging und noch einmal umschaute.

 

Den historischen Hintergrund gibt es hier.

https://www.spektrum.de/news/der-romantische-untote/1694712

 

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  • 2 months later...
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Hippasos
Am 22.11.2020 um 23:55 schrieb GeheimeFrau:

Es ist eine Kraft, eine Kunst, eine Stärke, ja fast schon eine Gabe wirklich zu lieben.

dieses Gefühl von purer Glückseligkeit, dieser innere Frieden. Man steht morgens auf und der Tag ist wunderschön, alles glitzert- alles glänzt. 

Das Gefühl zu schweben, hinweg über alle Problem, hinweg über alle sorgen. Man hat nur noch eine Sache im Kopf, man ist verliebt in diese wunderschöne Stimme. Man träumt von diesem einen Lächeln, man könnte es sich stundenlang ansehen. 
 

man fühlt sich verloren in diese strahlenden, ehrlichen Augen. Man ist hin und weg. Ein Gefühl was einen verrückt macht, ein Gefühl dass man für immer festhalten möchte. Dieses kribbeln, diese innere Freude. 
 

es ist eine Kraft die unbeschreiblich ist, eine Kraft die einen Menschen unbesiegbar macht.  
 

es ist eine wunderschöne Kunst, gemalt von den Augen einer Person die liebt, 

es ist die unermüdliche Stärke immer diese Person bei sich haben zu wollen.

doch es bleibt eine Gabe, dieses wunderschöne Gefühl einzufangen und auf alle Ewigkeiten zu spüren. 

das hast du sehr schön ausgedrückt.

Das hab ich heute zufällig entdeckt:

Heute tatest du mir weh.
Rings um uns war Schweigen nur,
Schweigen nur und Schnee.
Himmel war, nicht wie Azur,
blau jedoch und voll mit Sternen.
Windeslied erklang aus fernsten Fernen.

Heute warst du mir ein Schmerz.
Häuser waren da, so weiß verschneit,
alle in des Winters Kleid.
Ein Akkord in tiefer Terz
war in unsrer Schritte Klang.
Bahnsirenen heulten lang...

Heute war es wunderschön.
Schön wie tiefverschneite Höh'n,
eingetaucht im Abendglutenring.
Heute tatest du mir weh.
Heute sagtest du mir: geh!
Und ich – ging.

25.12.1939

Selma Meerbaum-Eisinger

 

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