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Schwachsinniger Antirassismus


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Hippasos

Man tut einer Sache keinen Gefallen, wenn man übertreibt oder sie schlecht vertritt. Rassismus halte ich für total blöde. Schon mein Papa sagte mir, egal, wie der Kopf angemalt ist, wichtig ist, was drin ist.

Da gibt es jetzt diesen Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer als Kinderbuch. Wird jetzt als rassistisch eingestuft, aber lest mal selbst.

https://www.dw.com/de/jim-knopf-rassismus-michael-ende/a-54479882?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

Kinderliteratur

"Jim Knopf": Rassistisches Klischee oder schwarzer Held?

Mit seinem Abenteuerroman "Jim Knopf" gelang Michael Ende der Durchbruch - und ein Welterfolg. 60 Jahre danach wird diskutiert, ob das Buch rassistisch ist.

 

Jim Knopf machte auch als Marionette Karriere

Es ist die Geschichte von Jim Knopf, der als Baby in einem Postpaket auf der Insel Lummerland ankommt. Weil der König findet, dass die Insel zu klein ist für alle Bewohnerinnen und Bewohner, sucht Jim als Heranwachsender mit seinem Freund Lukas dem Lokomotivführer das Abenteuer. Mit der Lok Emma machen sich die beiden auf den Weg in das fiktive Land Mandala, dessen Prinzessin sie am Ende retten.

Ein fantastisches Märchen für Kinder, aber auch für Erwachsene. Nach dem ersten Band von 1960, "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer", erschien 1962 "Jim Knopf und die Wilde 13". Ob auf Arabisch, Estnisch, Japanisch, Hebräisch oder Chinesisch, die beiden Bände wurden insgesamt in 33 Sprachen übersetzt und haben mittlerweile weltweit eine Auflage von 5,5 Millionen Exemplaren erreicht.

Jim Knopf, ein schwarzer Held

 

Jim Knopf erschien in 33 Sprachen, hier eine italienische Ausgabe

Was bei dieser Kindergeschichte der 1960er Jahre ungewöhnlich war: Der Held der Geschichte, Jim Knopf, ist ein Schwarzer. "Ich habe Jim Knopf geliebt als Kind. Der Junge, der aussah wie ich und der der Held der Geschichte war", schreibt die Anti-Rassismustrainerin und Aktivistin Tupoka Ogette auf einer Internetseite der Heinrich Böll Stiftung zum Thema "Wanted: Schwarze Held_innen in deutschen Kinderbüchern". Die Vorstellung, dass Jim in einem Postpaket verschickt wurde, fand sie als Kind allerdings gruselig. Auch über das "N-Wort" hat sie sich geärgert und es im Buch übermalt, denn unter dieser Bezeichnung habe sie als Kind immer wieder gelitten, schreibt sie.

Tupoka Ogette bezieht sich auf eine Stelle am Anfang der Geschichte, als einer der Lummerland-Bewohner das rassistische N-Wort benutzt, um den kleinen Jim in der Paketsendung zu beschreiben. Rund um das N-Wort gab es in Deutschland in den letzten Jahren viele Diskussionen zu offensichtlichem oder unterschwelligem Rassismus und zu Stereotypen in Kinderbüchern. Das trifft auf Klassiker wie "Die kleine Hexe" von Otfried Preußler ebenso zu wie auf "Pippi Langstrumpf" von Astrid Lindgren. Neue Ausgaben wurden sprachlich korrigiert. Pipis Vater, der "N-König" aus Taka-Tuka-Land, ist in der neuen Fassung ein "Südseekönig".

Rassismusdebatte um Jim Knopf

 

Kinder lieben die Jim-Knopf-Geschichten

In einem Interview der deutschen Wochenzeitung "Die Zeit" spricht sich die Hamburger Pädagogin Christiane Kassama anlässlich des 60. Geburtstags von Jim Knopf ganz klar gegen das Buch als Kinderlektüre aus: "Jim Knopf reproduziert viele Klischees zum angeblich typischen Wesen und Äußeren von Schwarzen", sagt sie im Interview. Jim Knopf sei so, "wie sich Weiße ein lustiges, freches, schwarzes Kind" vorstellten.

Nach den Illustrationen von Franz Josef Tripp wird Jim Knopf in der Erstausgabe mit einem breiten Grinsen und wülstigen rosa Lippen dargestellt. Ein Klischee, das heute auf Ablehnung stößt. Der Stuttgarter Thienemann-Verlag, der "Jim Knopf" am 9. August 1960 veröffentlichte, hält allerdings bis zum heutigen Zeitpunkt an der Sprache von Michael Ende fest. Es seien eben Romanfiguren aus der damaligen Zeit, so die Begründung. Außerdem wolle man das Urheberrecht nicht verletzten.

 

Georgina Melville als Jim Knopf an der Komischen Oper Berlin

Für die britische Sopranistin Georgina Melville aus Barbados ist Jim Knopf ein Energiebündel. Entsprechend lebhaft hat sie die Rolle in der Uraufführung von Elena Kats-Chernins "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" an der Komischen Oper Berlin gesungen und gespielt. "Jim ist immer bereit für Abenteuer, neue Dinge zu lernen und offen, neuen Menschen zu begegnen", sagt sie gegenüber der Deutschen Welle. Jim Knopf sei eine positive Figur für jedes Kind. "Seine Reise lehrt ihn Geduld, Verständnis, Mut und sie konfrontiert ihn mit seinen eigenen Schwächen."

Geschichten aus dem Moment heraus

 

Michael Ende ließ Kinder in seinen Büchern unbekannte Welten entdecken

Michael Ende, 1929 im süddeutschen Garmisch-Partenkirchen geboren, erlebte seine Schulzeit während der Diktatur der Nationalsozialisten. Später besuchte er die Schauspielschule und schrieb nebenbei Gedichte und Erzählungen, was er mit der Zeit professionalisierte.

Ende hat seine Geschichten und Figuren gern aus dem Moment heraus entwickelt. 1990 erzählte er in einer TV-Talkshow, dass er sich am Anfang von "Jim Knopf" gar nicht darüber im Klaren war, wie die Geschichte weitergeht. "Es hört sich wie ein Gag an, aber es ist wirklich wahr. Ich wusste nicht, was drin ist in diesem Paket." Letztendlich war es das schwarze Baby Jim Knopf. Das Schreiben an sich war für Michael Ende ein nie vorhersehbares Abenteuer. "Es gibt einen Moment, wo die Figuren eine Art Eigenleben bekommen und man eigentlich nur noch hinter ihnen herschreibt", erzählte er damals den Fernsehzuschauern.

 

Der Scheinriese Tutur, Lukas und Jim Knopf als Marionetten der Augsburger Puppenkiste

So war es auch bei Jim Knopf. Auf der Suche nach der Prinzessin Li Si, die in den ersten Ausgaben von "Jim Knopf" noch aus China stammte und nicht aus dem fiktiven Mandala, kämpft er gegen Scheinriesen und Drachen. In Kummerland besiegt er die autoritäre Drachenlehrerin Frau Mahlzahn, die Kinder aus der ganzen Welt gefangen hält und mit Mathematik quält.

Nach "Jim Knopf" folgten von Michael Ende Bestseller wie "Momo" oder "Die unendliche Geschichte". "Jim Knopf" wurde mit dem Marionettentheater"Augsburger Puppenkiste" auch über das deutsche Fernsehen bekannt.

Jim Knopf, eine Geschichte gegen den Rassismus der Nazis

Michael Ende starb 1995. In seinem Nachlass tauchten Skripte und Notizen auf, die zeigen, dass sich der Anthroposoph und Antirassist kritisch mit Darwins Theorien und der damit verbundenen Rassenideologie der Nationalsozialisten auseinandergesetzt hat. In Endes Geschichten sind es die Schwächeren, die siegen. Jim und sein Freund Lukas begegnen und helfen auf ihrer Heldenreise Außenseitern.

 

Illustration des Buchs "Jim Knopf und die wilde 13"

Als sie etwa in die Drachenstadt Kummerland kommen, um Prinzessin Li Si zu befreien, empfängt sie folgender Schriftzug über dem Stadttor: "Achtung! Der Eintritt ist nicht reinrassigen Drachen bei Todesstrafe verboten." Die beiden besiegen nicht nur die grausame Drachenlehrerin Frau Mahlzahn, sondern bekommen auch Hilfe von dem Halbdrachen Nepomuk, der sich dafür schämt, dass seine Mutter ein Nilpferd und kein Drache ist.

Das konterkariere den "Nazi-Rassenwahn", sagt der Vorsitzende des Arbeitskreises für Jugendliteratur, Ralf Schweikart, gegenüber der Nachrichtenagentur EPD. Schweikart hebt den integrativen und pazifistischen Charakter des Märchens hervor: "Der schwarze Held und die chinesische Prinzessin finden zusammen, ohne dass Herkunft und Hautfarbe eine Rolle spielen."

 

Jim Knopf und Freund Lukas aus dem Film von Dennis Gansel

Die Hautfarbe von Jim Knopf spielt auch bei der Umsetzung der Geschichte an der Kompischen Oper Berlin keine Rolle. "Manche Worte und Formulierungen lösen in der heutigen Zeit natürlich Unwohlsein aus und bilden damit gewissermaßen die Achillesferse des Buchs", sagt die Sopranistin Georgina Melville. Die Inszenierung spiegele aber eine modernere Geisteshaltung wider.

Anspielungen auf Jims Hautfarbe aus der Romanvorlage ließ auch der Regisseur Dennis Gansel bewusst außen vor, als er Michael Endes "Jim Knopf" 2018 in einem aufwendigen Kinospektakel verfilmte. Im Oktober soll nun der zweite Teil "Jim Knopf und die wilde 13" in die Kinos kommen.

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Was für Aussagen. Wie ich solche Pauschalisieren hasse Ihr vergesst wohl wenn ihr von allen Marokkanische Männer oder Frauen schreibt das eure Eltern Grosseltern also Vorfahren dazu zählen. ouallahi D

Man tut einer Sache keinen Gefallen, wenn man übertreibt oder sie schlecht vertritt. Rassismus halte ich für total blöde. Schon mein Papa sagte mir, egal, wie der Kopf angemalt ist, wichtig ist, was d

Ja ja du wirst es nicht glauben. Es kommt der Katzentanz, der steht jetzt auch auf dem Index. Weil die Katze nicht mit dem Igel tanzen will ist sie rassistich. Toll! https://www.ze

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Sarahlina89
vor 1 Stunde schrieb Hippasos:

Man tut einer Sache keinen Gefallen, wenn man übertreibt oder sie schlecht vertritt. Rassismus halte ich für total blöde. Schon mein Papa sagte mir, egal, wie der Kopf angemalt ist, wichtig ist, was drin ist.

Da gibt es jetzt diesen Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer als Kinderbuch. Wird jetzt als rassistisch eingestuft, aber lest mal selbst.

https://www.dw.com/de/jim-knopf-rassismus-michael-ende/a-54479882?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

Kinderliteratur

"Jim Knopf": Rassistisches Klischee oder schwarzer Held?

Mit seinem Abenteuerroman "Jim Knopf" gelang Michael Ende der Durchbruch - und ein Welterfolg. 60 Jahre danach wird diskutiert, ob das Buch rassistisch ist.

 

Jim Knopf machte auch als Marionette Karriere

Es ist die Geschichte von Jim Knopf, der als Baby in einem Postpaket auf der Insel Lummerland ankommt. Weil der König findet, dass die Insel zu klein ist für alle Bewohnerinnen und Bewohner, sucht Jim als Heranwachsender mit seinem Freund Lukas dem Lokomotivführer das Abenteuer. Mit der Lok Emma machen sich die beiden auf den Weg in das fiktive Land Mandala, dessen Prinzessin sie am Ende retten.

Ein fantastisches Märchen für Kinder, aber auch für Erwachsene. Nach dem ersten Band von 1960, "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer", erschien 1962 "Jim Knopf und die Wilde 13". Ob auf Arabisch, Estnisch, Japanisch, Hebräisch oder Chinesisch, die beiden Bände wurden insgesamt in 33 Sprachen übersetzt und haben mittlerweile weltweit eine Auflage von 5,5 Millionen Exemplaren erreicht.

Jim Knopf, ein schwarzer Held

 

Jim Knopf erschien in 33 Sprachen, hier eine italienische Ausgabe

Was bei dieser Kindergeschichte der 1960er Jahre ungewöhnlich war: Der Held der Geschichte, Jim Knopf, ist ein Schwarzer. "Ich habe Jim Knopf geliebt als Kind. Der Junge, der aussah wie ich und der der Held der Geschichte war", schreibt die Anti-Rassismustrainerin und Aktivistin Tupoka Ogette auf einer Internetseite der Heinrich Böll Stiftung zum Thema "Wanted: Schwarze Held_innen in deutschen Kinderbüchern". Die Vorstellung, dass Jim in einem Postpaket verschickt wurde, fand sie als Kind allerdings gruselig. Auch über das "N-Wort" hat sie sich geärgert und es im Buch übermalt, denn unter dieser Bezeichnung habe sie als Kind immer wieder gelitten, schreibt sie.

Tupoka Ogette bezieht sich auf eine Stelle am Anfang der Geschichte, als einer der Lummerland-Bewohner das rassistische N-Wort benutzt, um den kleinen Jim in der Paketsendung zu beschreiben. Rund um das N-Wort gab es in Deutschland in den letzten Jahren viele Diskussionen zu offensichtlichem oder unterschwelligem Rassismus und zu Stereotypen in Kinderbüchern. Das trifft auf Klassiker wie "Die kleine Hexe" von Otfried Preußler ebenso zu wie auf "Pippi Langstrumpf" von Astrid Lindgren. Neue Ausgaben wurden sprachlich korrigiert. Pipis Vater, der "N-König" aus Taka-Tuka-Land, ist in der neuen Fassung ein "Südseekönig".

Rassismusdebatte um Jim Knopf

 

Kinder lieben die Jim-Knopf-Geschichten

In einem Interview der deutschen Wochenzeitung "Die Zeit" spricht sich die Hamburger Pädagogin Christiane Kassama anlässlich des 60. Geburtstags von Jim Knopf ganz klar gegen das Buch als Kinderlektüre aus: "Jim Knopf reproduziert viele Klischees zum angeblich typischen Wesen und Äußeren von Schwarzen", sagt sie im Interview. Jim Knopf sei so, "wie sich Weiße ein lustiges, freches, schwarzes Kind" vorstellten.

Nach den Illustrationen von Franz Josef Tripp wird Jim Knopf in der Erstausgabe mit einem breiten Grinsen und wülstigen rosa Lippen dargestellt. Ein Klischee, das heute auf Ablehnung stößt. Der Stuttgarter Thienemann-Verlag, der "Jim Knopf" am 9. August 1960 veröffentlichte, hält allerdings bis zum heutigen Zeitpunkt an der Sprache von Michael Ende fest. Es seien eben Romanfiguren aus der damaligen Zeit, so die Begründung. Außerdem wolle man das Urheberrecht nicht verletzten.

 

Georgina Melville als Jim Knopf an der Komischen Oper Berlin

Für die britische Sopranistin Georgina Melville aus Barbados ist Jim Knopf ein Energiebündel. Entsprechend lebhaft hat sie die Rolle in der Uraufführung von Elena Kats-Chernins "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" an der Komischen Oper Berlin gesungen und gespielt. "Jim ist immer bereit für Abenteuer, neue Dinge zu lernen und offen, neuen Menschen zu begegnen", sagt sie gegenüber der Deutschen Welle. Jim Knopf sei eine positive Figur für jedes Kind. "Seine Reise lehrt ihn Geduld, Verständnis, Mut und sie konfrontiert ihn mit seinen eigenen Schwächen."

Geschichten aus dem Moment heraus

 

Michael Ende ließ Kinder in seinen Büchern unbekannte Welten entdecken

Michael Ende, 1929 im süddeutschen Garmisch-Partenkirchen geboren, erlebte seine Schulzeit während der Diktatur der Nationalsozialisten. Später besuchte er die Schauspielschule und schrieb nebenbei Gedichte und Erzählungen, was er mit der Zeit professionalisierte.

Ende hat seine Geschichten und Figuren gern aus dem Moment heraus entwickelt. 1990 erzählte er in einer TV-Talkshow, dass er sich am Anfang von "Jim Knopf" gar nicht darüber im Klaren war, wie die Geschichte weitergeht. "Es hört sich wie ein Gag an, aber es ist wirklich wahr. Ich wusste nicht, was drin ist in diesem Paket." Letztendlich war es das schwarze Baby Jim Knopf. Das Schreiben an sich war für Michael Ende ein nie vorhersehbares Abenteuer. "Es gibt einen Moment, wo die Figuren eine Art Eigenleben bekommen und man eigentlich nur noch hinter ihnen herschreibt", erzählte er damals den Fernsehzuschauern.

 

Der Scheinriese Tutur, Lukas und Jim Knopf als Marionetten der Augsburger Puppenkiste

So war es auch bei Jim Knopf. Auf der Suche nach der Prinzessin Li Si, die in den ersten Ausgaben von "Jim Knopf" noch aus China stammte und nicht aus dem fiktiven Mandala, kämpft er gegen Scheinriesen und Drachen. In Kummerland besiegt er die autoritäre Drachenlehrerin Frau Mahlzahn, die Kinder aus der ganzen Welt gefangen hält und mit Mathematik quält.

Nach "Jim Knopf" folgten von Michael Ende Bestseller wie "Momo" oder "Die unendliche Geschichte". "Jim Knopf" wurde mit dem Marionettentheater"Augsburger Puppenkiste" auch über das deutsche Fernsehen bekannt.

Jim Knopf, eine Geschichte gegen den Rassismus der Nazis

Michael Ende starb 1995. In seinem Nachlass tauchten Skripte und Notizen auf, die zeigen, dass sich der Anthroposoph und Antirassist kritisch mit Darwins Theorien und der damit verbundenen Rassenideologie der Nationalsozialisten auseinandergesetzt hat. In Endes Geschichten sind es die Schwächeren, die siegen. Jim und sein Freund Lukas begegnen und helfen auf ihrer Heldenreise Außenseitern.

 

Illustration des Buchs "Jim Knopf und die wilde 13"

Als sie etwa in die Drachenstadt Kummerland kommen, um Prinzessin Li Si zu befreien, empfängt sie folgender Schriftzug über dem Stadttor: "Achtung! Der Eintritt ist nicht reinrassigen Drachen bei Todesstrafe verboten." Die beiden besiegen nicht nur die grausame Drachenlehrerin Frau Mahlzahn, sondern bekommen auch Hilfe von dem Halbdrachen Nepomuk, der sich dafür schämt, dass seine Mutter ein Nilpferd und kein Drache ist.

Das konterkariere den "Nazi-Rassenwahn", sagt der Vorsitzende des Arbeitskreises für Jugendliteratur, Ralf Schweikart, gegenüber der Nachrichtenagentur EPD. Schweikart hebt den integrativen und pazifistischen Charakter des Märchens hervor: "Der schwarze Held und die chinesische Prinzessin finden zusammen, ohne dass Herkunft und Hautfarbe eine Rolle spielen."

 

Jim Knopf und Freund Lukas aus dem Film von Dennis Gansel

Die Hautfarbe von Jim Knopf spielt auch bei der Umsetzung der Geschichte an der Kompischen Oper Berlin keine Rolle. "Manche Worte und Formulierungen lösen in der heutigen Zeit natürlich Unwohlsein aus und bilden damit gewissermaßen die Achillesferse des Buchs", sagt die Sopranistin Georgina Melville. Die Inszenierung spiegele aber eine modernere Geisteshaltung wider.

Anspielungen auf Jims Hautfarbe aus der Romanvorlage ließ auch der Regisseur Dennis Gansel bewusst außen vor, als er Michael Endes "Jim Knopf" 2018 in einem aufwendigen Kinospektakel verfilmte. Im Oktober soll nun der zweite Teil "Jim Knopf und die wilde 13" in die Kinos kommen.

jetzt drehen alle durch...meine güte. Jim Knopf...was kommt als nächstes? Biene Maja?

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Hippasos
vor 50 Minuten schrieb Sarahlina89:

jetzt drehen alle durch...meine güte. Jim Knopf...was kommt als nächstes? Biene Maja?

Ja ja du wirst es nicht glauben. Es kommt der Katzentanz, der steht jetzt auch auf dem Index.

Weil die Katze nicht mit dem Igel tanzen will ist sie rassistich. Toll!

https://www.zeit.de/hamburg/2020-07/rassismus-fruehbildung-kita-vorschule-paedagogik-christiane-kassama

Rassismus: "Jim Knopf wird leider noch oft gelesen"

Christiane Kassama tritt für eine rassismuskritische Frühbildung in den Kitas ein. Damit ist die Kita-Leiterin aus Groß-Flottbek immer noch ziemlich allein.

Interview: Moritz Herrmann, Hamburg

23. Juli 2020, 14:49 Uhr 1.282 Kommentare

Eine Frau hält eine alte (vorn) und eine neue Ausgabe des Kinderbuchs "Jim Knopf und die wilde 13" in den Händen. Das Kinderbuch greife rassistische Klischees auf, so die Kritik. © Marijan Murat/dpa

"Jim Knopf wird leider noch oft gelesen" – Seite 1

Christiane Kassama, 56, ist in Baden-Baden geboren und aufgewachsen. Seit 1985 lebt und arbeitet sie in Hamburg, wo Kassama für eine diskriminierungssensible, rassismuskritische Frühbildung von Kindern in Kita und Vorschule eintritt. Die Pädagogin war früher aktiv in der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland und organisiert bis heute das Afrikafestival Alafia in Hamburg mit.

ZEIT ONLINE: Frau Kassama, Sie werden gebucht, um die Kitas für eine rassismuskritische Bildungsarbeit zu sensibilisieren. Welche Reaktion erleben Sie am häufigsten, wenn Sie vor Erzieherinnen und Erziehern auftreten?

Christiane Kassama: "Boah, wir müssen sofort unsere Bilderbücher überprüfen." Das ist meistens der erste Satz. Die Kolleginnen und Kollegen merken plötzlich, was sie jeden Tag vorlesen. Vorher haben sie gedacht: Ach, damit bin ich selbst groß geworden, so schlimm kann das nicht sein. Und dann wachen sie auf. Viele Bilderbücher transportieren unbewusst Klischees und damit Rassismus. Kinder, die von Rassismus betroffen sind, identifizieren sich damit und weiße Kinder wachsen mit dieser Einstellung unbewusst auf.

ZEIT ONLINE: Welche Bücher sind es in den Kitas, die ins Altpapier müssen?

Christiane Kassama, 52, Pädagogin © privat

Kassama:Jim Knopf wird leider noch oft gelesen. Jim Knopf reproduziert viele Klischees, zum angeblich typischen Wesen und Äußeren von Schwarzen. Jim Knopf ist so, wie sich Weiße ein lustiges, freches, schwarzes Kind vorstellen. Auch Pippi Langstrumpf liegt als Buch fast in jeder Kita.

ZEIT ONLINE: Pippi Langstrumpf, die Heldin von Generationen von Kindern, gehört entsorgt?

Kassama: Der Vater von Pippi erzählt von den Ländern, die er bereist hat. Zu jedem Land weiß er eine komische Eigenart. Am Ende zieht er diese Klischees lachend zurück, bloß das Klischee vom Kongo nicht und deshalb bleibt hängen: Im Kongo lügen die Menschen. Genau das bleibt auch bei den Kindern hängen, die das vorgelesen kriegen. In vielen Kitas gibt es auch ein Bilderbuch, das verschiedene Kita-Situationen zeigt. Auf den Seiten ist ein schwarzes Kind abgebildet, deshalb könnte man meinen: Schau, ist doch divers, ist doch gut. Denken viele Pädagogen auch. Aber wenn man richtig hinschaut, sieht man, dass der schwarze Junge unvorteilhaft dargestellt wird: Mal als der Einzige, der nicht im Geburtstagskreis sitzen will oder darf, dann wieder als derjenige, der die anderen Kinder, die sich alle brav die Hände waschen, mit Wasser bespritzt. So wird Rassismus transportiert.

Remaining Time -4:27

Rassismus - “Oh, ich bin ja weiß” Jule Bönkost erklärt weißen Menschen in Workshops, wie sie weniger rassistisch sein können. Dafür musste sie selbst lernen, was es bedeutet, weiß zu sein.

ZEIT ONLINE: Was ist noch zu beanstanden?

Kassama: Das Liedgut. Drei Chinesen auf dem Kontrabass, um ein Beispiel zu nennen. Oder Der Katzentatzentanz, ein Lied, in dem es darum geht, dass eine Katze tanzen will, aber alle Tiere, die sich ihr anbieten, ablehnt, weil sie einen Makel findet, der Igel sei zum Beispiel zu stachelig. Am Ende kommt ein Kater und mit dem tanzt sie. Das Lied wird im Morgenkreis gesungen, zum Turnen und auf Sommerfesten. Was ist die Botschaft? Wer anders ist, ist eklig, ein Ärgernis, wird nicht akzeptiert. Bleib unter deinesgleichen! In dem Lied drückt sich eine Mehrheitsgesellschaft aus, die entscheidet, wer stachelig ist und wer nicht, wer mittanzen darf und wer nicht. Wir müssen Pädagogen dafür sensibel machen.

ZEIT ONLINE: Das tun Sie in der Kita in Groß-Flottbek, die Sie seit zehn Jahren leiten, aber auch bei anderen Trägern als Speakerin. Trotzdem sind rassismuskritische Konzepte in der Frühbildung in Hamburger Kitas selten. Man kann die Einrichtungen, die so was implementiert haben, an zwei Händen abzählen – und das bei knapp 1.100 Kitas in der Stadt. Laufen Sie gegen Mauern?

Kassama: Es gibt ein paar Einrichtungen, die wollen wirklich hingucken und etwas verändern. Und es gibt ganz viele Träger, die zeigen überhaupt kein Interesse. Wichtig ist ja, dass die Leitung das mitträgt. Ich hatte viele Momente, wo Erzieher mich einladen wollten, aber die Leitung dafür keine Notwendigkeit sah.

ZEIT ONLINE: Aus einer Bequemlichkeit heraus?

Kassama: Viele Menschen denken einfach, sie seien nicht rassistisch. Folglich beschäftigen sich viele Menschen generell zu wenig mit Rassismus. Das Thema kommt in Deutschland immer erst auf die Agenda, wenn es einen aktuellen Anlass gibt. Einen Vorfall, einen Übergriff oder, wie seit einigen Wochen, die Proteste in den USA. Es gibt eine Bereitschaft im Moment des Alarms, eine präventive Grundhaltung aber nicht. Beim Schutzkonzept hat man es deutlich gemerkt.

Und dann greift die Erzieherin der schwarzen Mutter in die Haare

ZEIT ONLINE: Beim Schutzkonzept?

Kassama: 2015 musste jede Hamburger Kita ein Schutzkonzept schreiben. Darin sollte aufgezeigt werden, wie sie ihre Kinder schützt, zum Beispiel vor sexuellen Übergriffen, Mobbing oder bei Angriffen gegen die Religion. Die Frage, wie man Kinder gegen Rassismus schützt, wurde nicht gestellt. Die war gar nicht mitgedacht.

ZEIT ONLINE: Gilt für die Kita vielleicht immer noch die Unschuldsvermutung? Es gibt gewiss nicht wenige, die denken, in der Kita werde einfach nur gespielt.

Kassama: Einerseits hat sich schon einiges verändert in den vergangenen Jahren. Die Kita wird als erste Bildungsinstanz wahrgenommen und dass diese frühkindliche Prägung wichtig ist, wissen viele. Das Problem ist aber: Bildung wird nicht als Diversitätsbildung gesehen. Das muss aber sein und das müsste deshalb schon in den Fachschulen angegangen werden. Jede Erzieherin und jeder Erzieher sollte im Rahmen seiner Ausbildung ein Antirassismustraining machen müssen. Was meinen Sie, wie viele Erzieher es gibt, die behaupten, sie seien sensibel und aufgeklärt, und dann kommt die schwarze Mutter in die Kita, mit kunstvoll verflochtenen Haaren, und die Erzieherin greift der in die Frisur und sagt: Wow, sieht toll aus. Alles erlebt, gesehen, gehört. Bei schwarzen Kindern passiert das natürlich noch häufiger.

ZEIT ONLINE: Sie leiten eine Kita in Groß-Flottbek, also in einem mehrheitlich weißen, ziemlich bürgerlichen, wohlhabenden Milieu. Wie haben die Leute reagiert, als Sie dort angetreten sind und über Rassismus in der Kita sprechen wollten?

Kassama: Es geht darum, wie man so einen Ansatz transportiert. Man kann den nicht von oben anordnen. Aber ich bin auf offene Ohren gestoßen. Das Team hat gemerkt: Ich will das Konzept insgesamt verändern und dafür müssen wir uns auch selbst ändern. Für mich ist die Kita ein politischer Ort. Wir bereiten die Kinder für die Schule und für die Gesellschaft vor. Ja, stimmt: Unsere Kinder sind oft gut gebettet, kommen aus Akademikerhaushalten und werden ziemlich sicher ihren Weg machen. Wenn wir denen ganz früh einen rassismussensiblen, vielleicht sogar rassismusfreien Blick mitgeben, dann tragen die das weiter und dann haben wir was erreicht. Wenn aus den Kindern irgendwann Chefs oder Behördenentscheider werden und sie sich in der Position noch dieser Werte erinnern, ist das ein Meilenstein.

ZEIT ONLINE: Welche Maßnahmen haben Sie ergriffen?

Kassama: Ich habe bald nach meinem Antritt dafür gesorgt, dass alle Kolleginnen und Kollegen ein Antirassismustraining machen. Ich hole Menschen in die Kita, die den Blick dafür schärfen, was Rassismus ist. Schwarze mit Rassismuserfahrung, die unsere Kinder natürlich nicht haben, weil sie weiß sind. Alle zwei Jahre ist ein Critical-Whiteness-Training oder ein Antirassismustraining verpflichtend. Unsere Englischlehrerin ist schwarz, wir haben einen kamerunischen Musiker, der mit den Kindern singt. Im Februar habe ich gesagt: Der Black History Month steht an, wie können wir den umsetzen? Eine Kollegin schlug vor, vorübergehend nur Kinderbücher mit schwarzen Hauptfiguren in der Bibliothek zu belassen. Das hat gut funktioniert, gut im Sinne von: Es hat niemand gemerkt. Kein Kind hat ein Buch vermisst. Es war einfach eine große Selbstverständlichkeit. Und genau da wollen wir hin: dass die Hautfarbe keine Rolle spielt. Diversität sollte sich im Spielmaterial wie im Team zeigen, erst dann würden wir in unseren Kitas die Hamburger Gesellschaft spiegeln.

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vor einer Stunde schrieb Hippasos:

Ja ja du wirst es nicht glauben. Es kommt der Katzentanz, der steht jetzt auch auf dem Index.

Weil die Katze nicht mit dem Igel tanzen will ist sie rassistich. Toll!

https://www.zeit.de/hamburg/2020-07/rassismus-fruehbildung-kita-vorschule-paedagogik-christiane-kassama

Rassismus: "Jim Knopf wird leider noch oft gelesen"

Christiane Kassama tritt für eine rassismuskritische Frühbildung in den Kitas ein. Damit ist die Kita-Leiterin aus Groß-Flottbek immer noch ziemlich allein.

Interview: Moritz Herrmann, Hamburg

23. Juli 2020, 14:49 Uhr 1.282 Kommentare

Eine Frau hält eine alte (vorn) und eine neue Ausgabe des Kinderbuchs "Jim Knopf und die wilde 13" in den Händen. Das Kinderbuch greife rassistische Klischees auf, so die Kritik. © Marijan Murat/dpa

"Jim Knopf wird leider noch oft gelesen" – Seite 1

Christiane Kassama, 56, ist in Baden-Baden geboren und aufgewachsen. Seit 1985 lebt und arbeitet sie in Hamburg, wo Kassama für eine diskriminierungssensible, rassismuskritische Frühbildung von Kindern in Kita und Vorschule eintritt. Die Pädagogin war früher aktiv in der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland und organisiert bis heute das Afrikafestival Alafia in Hamburg mit.

ZEIT ONLINE: Frau Kassama, Sie werden gebucht, um die Kitas für eine rassismuskritische Bildungsarbeit zu sensibilisieren. Welche Reaktion erleben Sie am häufigsten, wenn Sie vor Erzieherinnen und Erziehern auftreten?

Christiane Kassama: "Boah, wir müssen sofort unsere Bilderbücher überprüfen." Das ist meistens der erste Satz. Die Kolleginnen und Kollegen merken plötzlich, was sie jeden Tag vorlesen. Vorher haben sie gedacht: Ach, damit bin ich selbst groß geworden, so schlimm kann das nicht sein. Und dann wachen sie auf. Viele Bilderbücher transportieren unbewusst Klischees und damit Rassismus. Kinder, die von Rassismus betroffen sind, identifizieren sich damit und weiße Kinder wachsen mit dieser Einstellung unbewusst auf.

ZEIT ONLINE: Welche Bücher sind es in den Kitas, die ins Altpapier müssen?

Christiane Kassama, 52, Pädagogin © privat

Kassama:Jim Knopf wird leider noch oft gelesen. Jim Knopf reproduziert viele Klischees, zum angeblich typischen Wesen und Äußeren von Schwarzen. Jim Knopf ist so, wie sich Weiße ein lustiges, freches, schwarzes Kind vorstellen. Auch Pippi Langstrumpf liegt als Buch fast in jeder Kita.

ZEIT ONLINE: Pippi Langstrumpf, die Heldin von Generationen von Kindern, gehört entsorgt?

Kassama: Der Vater von Pippi erzählt von den Ländern, die er bereist hat. Zu jedem Land weiß er eine komische Eigenart. Am Ende zieht er diese Klischees lachend zurück, bloß das Klischee vom Kongo nicht und deshalb bleibt hängen: Im Kongo lügen die Menschen. Genau das bleibt auch bei den Kindern hängen, die das vorgelesen kriegen. In vielen Kitas gibt es auch ein Bilderbuch, das verschiedene Kita-Situationen zeigt. Auf den Seiten ist ein schwarzes Kind abgebildet, deshalb könnte man meinen: Schau, ist doch divers, ist doch gut. Denken viele Pädagogen auch. Aber wenn man richtig hinschaut, sieht man, dass der schwarze Junge unvorteilhaft dargestellt wird: Mal als der Einzige, der nicht im Geburtstagskreis sitzen will oder darf, dann wieder als derjenige, der die anderen Kinder, die sich alle brav die Hände waschen, mit Wasser bespritzt. So wird Rassismus transportiert.

Remaining Time -4:27

Rassismus - “Oh, ich bin ja weiß” Jule Bönkost erklärt weißen Menschen in Workshops, wie sie weniger rassistisch sein können. Dafür musste sie selbst lernen, was es bedeutet, weiß zu sein.

ZEIT ONLINE: Was ist noch zu beanstanden?

Kassama: Das Liedgut. Drei Chinesen auf dem Kontrabass, um ein Beispiel zu nennen. Oder Der Katzentatzentanz, ein Lied, in dem es darum geht, dass eine Katze tanzen will, aber alle Tiere, die sich ihr anbieten, ablehnt, weil sie einen Makel findet, der Igel sei zum Beispiel zu stachelig. Am Ende kommt ein Kater und mit dem tanzt sie. Das Lied wird im Morgenkreis gesungen, zum Turnen und auf Sommerfesten. Was ist die Botschaft? Wer anders ist, ist eklig, ein Ärgernis, wird nicht akzeptiert. Bleib unter deinesgleichen! In dem Lied drückt sich eine Mehrheitsgesellschaft aus, die entscheidet, wer stachelig ist und wer nicht, wer mittanzen darf und wer nicht. Wir müssen Pädagogen dafür sensibel machen.

ZEIT ONLINE: Das tun Sie in der Kita in Groß-Flottbek, die Sie seit zehn Jahren leiten, aber auch bei anderen Trägern als Speakerin. Trotzdem sind rassismuskritische Konzepte in der Frühbildung in Hamburger Kitas selten. Man kann die Einrichtungen, die so was implementiert haben, an zwei Händen abzählen – und das bei knapp 1.100 Kitas in der Stadt. Laufen Sie gegen Mauern?

Kassama: Es gibt ein paar Einrichtungen, die wollen wirklich hingucken und etwas verändern. Und es gibt ganz viele Träger, die zeigen überhaupt kein Interesse. Wichtig ist ja, dass die Leitung das mitträgt. Ich hatte viele Momente, wo Erzieher mich einladen wollten, aber die Leitung dafür keine Notwendigkeit sah.

ZEIT ONLINE: Aus einer Bequemlichkeit heraus?

Kassama: Viele Menschen denken einfach, sie seien nicht rassistisch. Folglich beschäftigen sich viele Menschen generell zu wenig mit Rassismus. Das Thema kommt in Deutschland immer erst auf die Agenda, wenn es einen aktuellen Anlass gibt. Einen Vorfall, einen Übergriff oder, wie seit einigen Wochen, die Proteste in den USA. Es gibt eine Bereitschaft im Moment des Alarms, eine präventive Grundhaltung aber nicht. Beim Schutzkonzept hat man es deutlich gemerkt.

Und dann greift die Erzieherin der schwarzen Mutter in die Haare

ZEIT ONLINE: Beim Schutzkonzept?

Kassama: 2015 musste jede Hamburger Kita ein Schutzkonzept schreiben. Darin sollte aufgezeigt werden, wie sie ihre Kinder schützt, zum Beispiel vor sexuellen Übergriffen, Mobbing oder bei Angriffen gegen die Religion. Die Frage, wie man Kinder gegen Rassismus schützt, wurde nicht gestellt. Die war gar nicht mitgedacht.

ZEIT ONLINE: Gilt für die Kita vielleicht immer noch die Unschuldsvermutung? Es gibt gewiss nicht wenige, die denken, in der Kita werde einfach nur gespielt.

Kassama: Einerseits hat sich schon einiges verändert in den vergangenen Jahren. Die Kita wird als erste Bildungsinstanz wahrgenommen und dass diese frühkindliche Prägung wichtig ist, wissen viele. Das Problem ist aber: Bildung wird nicht als Diversitätsbildung gesehen. Das muss aber sein und das müsste deshalb schon in den Fachschulen angegangen werden. Jede Erzieherin und jeder Erzieher sollte im Rahmen seiner Ausbildung ein Antirassismustraining machen müssen. Was meinen Sie, wie viele Erzieher es gibt, die behaupten, sie seien sensibel und aufgeklärt, und dann kommt die schwarze Mutter in die Kita, mit kunstvoll verflochtenen Haaren, und die Erzieherin greift der in die Frisur und sagt: Wow, sieht toll aus. Alles erlebt, gesehen, gehört. Bei schwarzen Kindern passiert das natürlich noch häufiger.

ZEIT ONLINE: Sie leiten eine Kita in Groß-Flottbek, also in einem mehrheitlich weißen, ziemlich bürgerlichen, wohlhabenden Milieu. Wie haben die Leute reagiert, als Sie dort angetreten sind und über Rassismus in der Kita sprechen wollten?

Kassama: Es geht darum, wie man so einen Ansatz transportiert. Man kann den nicht von oben anordnen. Aber ich bin auf offene Ohren gestoßen. Das Team hat gemerkt: Ich will das Konzept insgesamt verändern und dafür müssen wir uns auch selbst ändern. Für mich ist die Kita ein politischer Ort. Wir bereiten die Kinder für die Schule und für die Gesellschaft vor. Ja, stimmt: Unsere Kinder sind oft gut gebettet, kommen aus Akademikerhaushalten und werden ziemlich sicher ihren Weg machen. Wenn wir denen ganz früh einen rassismussensiblen, vielleicht sogar rassismusfreien Blick mitgeben, dann tragen die das weiter und dann haben wir was erreicht. Wenn aus den Kindern irgendwann Chefs oder Behördenentscheider werden und sie sich in der Position noch dieser Werte erinnern, ist das ein Meilenstein.

ZEIT ONLINE: Welche Maßnahmen haben Sie ergriffen?

Kassama: Ich habe bald nach meinem Antritt dafür gesorgt, dass alle Kolleginnen und Kollegen ein Antirassismustraining machen. Ich hole Menschen in die Kita, die den Blick dafür schärfen, was Rassismus ist. Schwarze mit Rassismuserfahrung, die unsere Kinder natürlich nicht haben, weil sie weiß sind. Alle zwei Jahre ist ein Critical-Whiteness-Training oder ein Antirassismustraining verpflichtend. Unsere Englischlehrerin ist schwarz, wir haben einen kamerunischen Musiker, der mit den Kindern singt. Im Februar habe ich gesagt: Der Black History Month steht an, wie können wir den umsetzen? Eine Kollegin schlug vor, vorübergehend nur Kinderbücher mit schwarzen Hauptfiguren in der Bibliothek zu belassen. Das hat gut funktioniert, gut im Sinne von: Es hat niemand gemerkt. Kein Kind hat ein Buch vermisst. Es war einfach eine große Selbstverständlichkeit. Und genau da wollen wir hin: dass die Hautfarbe keine Rolle spielt. Diversität sollte sich im Spielmaterial wie im Team zeigen, erst dann würden wir in unseren Kitas die Hamburger Gesellschaft spiegeln.

alter schwede.....sorry,aber die tickt doch nicht mehr ganz richtig. 

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Sarahlina89
vor 48 Minuten schrieb Ranja:

 

 

Als ich ein Baby war, war ich noch klein
Das soll bei Babys ja so üblich sein
Ich hatte nur drei Haare auf dem Kopf
Und rutschte durch die Wohnung auf dem Topf

Aber jetzt bin ich groß, seht mich mal an
Ihr werdet staunen, was ich alles kann
Aber jetzt bin ich groß, seht doch mal her
Jetzt kann ich Zähne putzen, Hände waschen
Schleife binden und noch vieles mehr
🙂

und was ist daran jetzt schlimm?

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Aminbillah79
vor 3 Stunden schrieb Momo-W:

Für mich gibt es nur einen schönen Rassismus. Undzwar der ggü der marokkanischen Frau. Eines der abartigsten Wesen die auf Gottes Planten umherirrt

Was für Aussagen. Wie ich solche Pauschalisieren hasse Ihr vergesst wohl wenn ihr von allen Marokkanische Männer oder Frauen schreibt das eure Eltern Grosseltern also Vorfahren dazu zählen. ouallahi Das ist Haschuma egal wer solche Aussagen tätigt. Und ihr denkt alle das Internet ist Anonym aber vergesst niemals einer weiss genau wer was geschrieben hat. Und vor dem müssen wir alle Rechenschaft ablegen. Sowas dürfen wir nie vergessen. 

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Koriander

Jim Knopf ist ein farbiger, kam in einem Paket nach Lummerland. Anschließend war für ihn kein Platz in seinem neuen Zuhause, weil Lummerland zu klein war. Das Buch wurde in den 60iger Jahren geschrieben, zu dieser Zeit reisten Millionen von Gastarbeitern nach Deutschland ein. Wenn man sich die Psychologie anschaut ist es naheliegend zu betrachten das die Kinder von damals darauf vorbereitet wurden den Gastarbeiter irgendwann loszuwerden. Das ist eine These die nicht abwegig ist. 

Jetzt schauen wir uns die Zitate von Helmut Schmidt (SPD) Kanzler von 1974 bis 1982. 

„Wenn wir die zugewanderten Migranten wieder los werden möchten, dürfen wir es ihnen hier nicht schmackhaft machen“

„Wir müssen eine weitere Zuwanderung aus fremden Kulturen unterbinden“, sagte Helmut Schmidt in dem Interview. Als Mittel gegen die Überalterung komme Zuwanderung nicht in Frage. „Die Zuwanderung von Menschen aus dem Osten Anatoliens oder aus Schwarzafrika löst das Problem nicht, schaffte nur ein zusätzliches dickes Problem.“ 

Für die Quellenjäger 

https://www.google.de/amp/s/amp.focus.de/politik/deutschland/helmut-schmidt-ii_aid_95473.html

Weiter im Text: 

Diese Aussagen wurden getätigt, nachdem Deutschland aufgebaut war und keine Kriegszerstörungen mehr sichtbar waren. Erst dann wurde der Migrant, oder Gastarbeiter als Problem gesehen. 

In den 90iger wurden die Ausländergesetze verschärft und es begann eine abschiebe Welle von Menschen die hier geboren wurden, sobald diese straffällige wurden. Eine Initiative von CDU und SPD. 

Der gefährlichste Rassismus ist nicht  der offensichtliche, sondern der versteckte.

In der 80 und 90iger wurde viele Migrantenkinder nicht auf Gymnasien zugelassen, obwohl die Noten nicht nachteiliges ausgesagt haben. Damals wurde von den Schulen bestimmt auf welche Schule man nach der Grundschule zu gehen hat. Interessierte Eltern die nachgefragt haben, wurden einfach mit dem Argument abgespeist „das Kind hätte keine Unterstützung von zuhause, bei dem anspruchsvollen Lernstoff“

Noch heute wird in vielen Fällen bei sehr guten Grundschüler die einen Migrationshintergund haben teilweise nur  „eine eingeschränkte gymnasial Empfehlung“ ausgesprochen, Obwohl die Noten deutlich was anderes aussagen.

Warum nur? 

Jim Knopf ist das kleinste Problem! 

Jetzt kommen wir zum Prachtstück der Menschheit, dem Araber, dem Vater des Rassismus. Ich schreibe bewusst Araber und nicht Muslim

Während andere Nationen sich bemühen ein friedliches Mitarbeiter zu fördern, bringen sich die Araber wie im Mittelalter gegenseitig um. Nur weil der eine denkt besser zu sein als der andere. Die Regierungen unterdrücken die Völker und scheren sich einen Dreck um die Menschen. In vielen arabischen Länder haben die Menschen noch nicht mal das Minimum an Existenz, sowie Versorgung in allen Bereichen. Das ist für mich der schlimmste Rassismus! 

Alle rufen Allah u Akbar, aber keiner fürchtet ihn. Das spiegelt sich auf die Gesellschaft.

Machthaber protzen mit Kleidung, Schmuck, Palästen, Anwesen und das Volk hungert. Die meiste Zeit verbringen die in Europa bei bester Versorgung und lassen das Land von Dummen unwissenden, narzisstisch veranlagten Despoten regieren. Die korrupt ihre Taschen füllen.  

Rassismus hat viele Gesichter, aber alle sind hässlich. 


 

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Hippasos
vor 15 Stunden schrieb Momo-W:

Für mich gibt es nur einen schönen Rassismus. Undzwar der ggü der marokkanischen Frau. Eines der abartigsten Wesen die auf Gottes Planten umherirrt

So ein Blödsinn. Die Marokkanerinnen, die ich kenne, sind alles sympathische erfolgreiche Frauen. Wenn ich bedenke, wie eine davon sich selbständig gemacht hat und damit sehr erfolgreich ist, Hut ab.

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Koriander
vor 19 Stunden schrieb Momo-W:

Für mich gibt es nur einen schönen Rassismus. Undzwar der ggü der marokkanischen Frau. Eines der abartigsten Wesen die auf Gottes Planten umherirrt

Das mit abartig lasse ich nicht so stehen. Im Gegenteil, das sind die süßesten Geschöpfe der Welt. 

Die haben nur ein Manko, Hinterlist und Lügen gehören zu deren Alltag, wie das Frühstück und das Abendessen. 

Kopfschüttelnd aber spricht ein weiser Mann: ''Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.''

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Hippasos
vor 2 Stunden schrieb Koriander:

Das mit abartig lasse ich nicht so stehen. Im Gegenteil, das sind die süßesten Geschöpfe der Welt. 

Die haben nur ein Manko, Hinterlist und Lügen gehören zu deren Alltag, wie das Frühstück und das Abendessen. 

Kopfschüttelnd aber spricht ein weiser Mann: ''Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.''

Da seid ihr ja nunmehr alle einig. Du bläst jetzt in das gleiche Horn wie Momo-W. Ich bin zwar kein Gleichberechtigungsfanatiker, aber generell Frauen eines Kulturkreises als hinterlistig und lügnerisch zu bezeichnen ist schon ein starkes Stück. Lässt das tief in die Psyche muslimiser oder marokkanischer Männer blicken?

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Koriander
vor 25 Minuten schrieb Ranja:

Hat nichts mit dem Islam zu tun! 

der Prophet (saw) gemahnte die Gläubigen in seiner Abschiedspredigt auch nochmals im Bezug auf die Rechte der Frauen. Sie sollten nicht vergessen, dass die Frauen ihnen von Allah anvertraut waren und sie diese zu obhüten hatten: „O Allah! Zwei schwache Gruppen gibt es. Wahrlich ich warne eindringlich davor, ihre Rechte zu verletzen: Waise und Frauen.“ [4] Sein Lob galt in diesem Sinne denjenigen, die ihre Frauen gut behandelten. “Der beste unter euch ist derjenige, der seine Ehefrau gut behandelt”, [5] ließ er die Gläubigen wissen, und hielt sie damit  hierzu an.

 

 

Na bei über 50% an Scheidungen hat das wohl nicht ganz geklappt mit er Ermahnung. Entweder sind die besten nicht mehr die besten, oder einer der schwachen Gruppierung nicht mehr so schwach. 

Die Dame von heute lässt sich nicht mehr in Obhut nehmen, die rennt gleich zum Anwalt.........
 

Allah u a3lam 🤷🏽‍♂️

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Koriander
vor 58 Minuten schrieb Hippasos:

Da seid ihr ja nunmehr alle einig. Du bläst jetzt in das gleiche Horn wie Momo-W. Ich bin zwar kein Gleichberechtigungsfanatiker, aber generell Frauen eines Kulturkreises als hinterlistig und lügnerisch zu bezeichnen ist schon ein starkes Stück. Lässt das tief in die Psyche muslimiser oder marokkanischer Männer blicken?

Er hat geschrieben abartig ich habe geschrieben Manko, Lügen und Hinterlist. Das ist nicht das gleiche. 
Das ist ein anderes Horn........

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Koriander

Die Zigeuner Soße von Knorr heißt in kürze: 

„Paprikasauce Ungarische Art“

https://m.bild.de/politik/inland/politik-inland/wegen-rassismus-diskussionen-knorr-benennt-zigeunersauce-um-72409712.bildMobile.html
 

Die Mohrenstraße in Berlin wird jetzt nach langer Diskussion unbenannt und zwar:

„Michail Iwanowitsch Glinka str.“

https://m.bild.de/regional/berlin/berlin-regional-politik-und-wirtschaft/das-sagen-berliner-dazu-braucht-die-mohrenstrasse-einen-neuen-namen-71681276.bildMobile.html

🤦🏽‍♂️
 

Jetzt drehen die komplett am Rad 

 

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Renaissance
Am 13.8.2020 um 17:44 schrieb Sarahlina89:

jetzt drehen alle durch...meine güte. Jim Knopf...was kommt als nächstes? Biene Maja?

Oncle Bens und Zigeunerräder werden auch nicht mehr geben ... langsam werden die weißen nun die Verfolgten ... falls du dich verfolgt fühlst, mein Kellertür ist rund um die Uhr offen für dich 🥰😇😍

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Koriander
vor 17 Minuten schrieb Renaissance:

Oncle Bens und Zigeunerräder werden auch nicht mehr geben ... langsam werden die weißen nun die Verfolgten ... falls du dich verfolgt fühlst, mein Kellertür ist rund um die Uhr offen für dich 🥰😇😍

Bald dürfen Marokkanerinnen nicht mehr Marokkanerinnen genannt werden, weil die auf MarocZone diskriminiert werden. 
 

Ich kenne eine marokkanische Ärztin die gibt sich als  Portugiesin aus. 🤦🏽‍♂️

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