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Koriander

Türkische Regierungspresse feiert Erdogans „doppelte Ohrfeige“ für den Westen

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Koriander

https://www.google.de/amp/s/amp.tagesspiegel.de/politik/erstes-freitagsgebet-in-der-hagia-sophia-tuerkische-regierungspresse-feiert-erdogans-doppelte-ohrfeige-fuer-den-westen/26031260.html

Die Umwandlung der Hagia Sophia und der knapp verhinderte Militärkonflikt mit Griechenland zeigen: Die nationalistischen Achsen verschieben sich in Ankara.

Türken stürmen die Hagia Sophia

 

Museum war gestern, ab heute ist die Hagia Sophia wieder eine Moschee!

Um 12.20 Uhr soll das erste Freitagsgebet steigen, seit den frühen Morgenstunden warten tausende Türken rund um das Gelände – teilweise wurden Polizeibarrikaden durchbrochen, wie Twitter-Videos zeigen.

Anlässlich der offiziellen Wiedereröffnung der Hagia Sophia als Moschee ist der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (66) eine Stunde vor dem Freitagsgebet in dem ehemaligen Museum eingetroffen. 

Fernsehbilder zeigten am Freitag, wie Erdogan und weitere hochrangige Politiker in der Moschee ankamen. Erdogan hat seine Gebetskappe aufgesetzt und aus dem Koran gelesen – tausende Gläubige haben ihm zugehört.

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Koriander

Ein herrlicher Anblick zu sehen das eine Moschee mit so vielen Menschen gefüllt ist um Allah zu Preisen. 

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Hippasos

Wie du mir, so ich dir!

https://www.novo-argumente.com/artikel/von_muslimischen_marsmenschen_und_konservativen_maoisten

Von muslimischen Marsmenschen und konservativen Maoisten

Von Kolja Zydatiss

Foto: niekverlaan via Pixabay / CC0

Die Rückumwandlung der Hagia Sophia in eine Moschee hat eine bizarre Debatte ausgelöst, in der Muslime exotisiert werden und Konservative zu radikalen Säkularisten mutieren.

Eine Nachrichtenmeldung aus einem Paralleluniversum, das unserer Welt nicht unähnlich ist:

In der Sankt-Georgs-Kathedrale im bulgarischen Plowdiw fand am Sonntag erstmals seit 74 Jahren wieder ein christlicher Gottesdienst statt. Neofit, Patriarch der Bulgarisch-Orthodoxen Kirche, weihte das Gebäude in einem feierlichen Akt ein. Anwesend waren auch der bulgarische Staatspräsident Rumen Radew sowie Premierminister Bojko Borissow. Die Sankt-Georgs-Kathedrale wurde im Jahr 1431 unter der osmanischen Herrschaft als sunnitisch-islamische Moschee erbaut und ab dem Jahr 1878 als christliche Kirche genutzt. Der kommunistische Machthaber Georgi Dimitrov verwandelte das Gebäude 1946 in ein Museum. Der Wiedereinweihung waren umfangreiche Renovierungsarbeiten vorangegangen, die von privaten Spendern sowie aus EU-Mitteln finanziert wurden.

Die Entscheidung, die Sankt-Georgs-Kathedrale wieder aktiv als christliches Gotteshaus zu nutzen, war im Vorfeld von islamischen Gruppen kritisiert worden. Begrüßt wurde die Entscheidung hingegen von der Europäischen Kommission, sowie von den Regierungen Russlands, Griechenlands, Rumäniens, Serbiens und der USA. Auch die Sprecherin des Vatikans, Stefania Severo, übermittelte im Namen von Papst Franziskus ein Grußwort an die Bulgarisch-Orthodoxe Kirche. „Es ist schön zu sehen, wie die Wunden, die die kommunistische Unrechtsherrschaft geschlagen hat, verheilen, und die Kathedrale wieder von Gläubigen genutzt werden kann“, zitiert die Deutsche Presse-Agentur (dpa) die Sprecherin.

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Wenn zwei das Gleiche tun, ist das noch lange nicht dasselbe.

In den letzten Tagen hat sich eine aufgeladene Debatte um die Entscheidung des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan entsponnen, die Hagia Sophia in Istanbul wieder aktiv als Moschee zu nutzen. Das gigantische, architektonisch einzigartige Bauwerk war im Jahr 537 n. Chr. als Römische Reichskirche eröffnet worden. Später war das Gotteshaus byzantinisch-orthodox, dann kurz eine katholische Kathedrale. Ab 1261 war die Hagia Sophia griechisch-orthodoxe Kathedrale. Nach der islamischen Eroberung Konstantinopels im Jahr 1453 fungierte sie als Hauptmoschee des Osmanischen Reiches, bis der Gründer der heutigen Republik Türkei, Mustafa Kemal Atatürk, das Gebäude 1935 im Rahmen seiner Säkularisierungs- und Modernisierungspolitik in ein Museum verwandelte.

„Es ergibt durchaus Sinn, die Umwandlung der Hagia Sophia als eine Art kulturelle Kriegserklärung an den Westen zu interpretieren.“

Der Tenor der westlichen Erklärungen zu dem Thema ist eindeutig. Die EU, Russland, die USA sowie Papst Franziskus nannten die Entscheidung Erdoğans bedauerlich. Auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat die Pläne kritisiert. Für Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn ist die Umwandlung ein „Schlag gegen die Allianz der Zivilisationen“. Auch in den Medien trifft die Entscheidung nahezu einstimmig auf Ablehnung und Entsetzen. Der konservative Publizist Wolfram Weimer etwa bezeichnet die „muslimische Annexion der Hagia Sophia“ als „kulturelle Kriegserklärung an den Westen“, eine Wortwahl, die wohl Assoziationen an militärische Eroberungen wecken soll.

Nun ist Erdoğan tatsächlich einer der unsympathischsten und gefährlichsten Staatschefs unserer Zeit. Der demokratisch gewählte Politiker, getragen vor allem von der religiösen türkischen Mittelschicht, deren islamisch-populistische Parteien in den letzten Jahrzehnten immer wieder vom kemalistischen Establishment verboten oder weggeputscht worden waren, wenn sie zu mächtig wurden, versucht nun seinerseits, die Türkei im Sinne seiner fundamentalistischen Interpretation des Islams und seiner nationalistischen Ideologie gleichzuschalten. Christen, Kurden und andere Minderheiten werden unterdrückt, Oppositionelle und kritische Journalisten eingesperrt, missliebige Richter und Staatsanwälte aus dem Weg geräumt. Das Leben von Türken mit „westlichem“ Lebensstil wird durch illiberale Gesetze zunehmend erschwert. Tatsächlich verfolgt Erdoğan, wie Wolfram Weimer schreibt, eine aggressive Machtpolitik gegenüber Ländern wie Griechenland, Zypern oder Israel. Neue Moscheebauten und Imame, die von der türkischen Religionsbehörde Diyanet ausgebildet wurden, sollen in ganz Europa islamistisch und türkisch-nationalistisch geprägte Gegengesellschaften stärken. Vor diesem Hintergrund ergibt es durchaus Sinn, die Umwandlung der Hagia Sophia als eine Art kulturelle Kriegserklärung an den Westen zu interpretieren.

Dennoch muss sich der Westen an seinen eigenen aufklärerisch-liberalen Maßstäben messen, und nicht der identitären, kulturkämpferischen Politik eines Erdoğan einen eigenen christlichen Tribalismus entgegensetzen. Es ist richtig, wenn sich der Westen für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte in der Türkei starkmacht. Erdoğans geopolitische Machtspiele im Mittelmeerraum, seine Unterstützung islamistischer Terrorbanden in Syrien und anderswo, hätten schon längst zu einem Rausschmiss aus der NATO und harten wirtschaftlichen Sanktionen führen müssen. Und extremistische Exportimame auszuweisen oder besser zu kontrollieren, wäre wohl auch rechtlich möglich und geboten. Das aktuelle Gezeter um die Umwandlung der Hagia Sophia ist allerdings, wie ich denke, aus zweierlei Gründen unangebracht.

„Der Westen muss sich an seinen eigenen aufklärerisch-liberalen Maßstäben messen, und nicht der identitären, kulturkämpferischen Politik eines Erdoğan einen eigenen christlichen Tribalismus entgegensetzen.“

 

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Hippasos

Er kriegt schon sein Fett weg, der Erdogan!

https://orf.at/stories/3176132/?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

Geldreserven „verbrennen“

Erdogans riskante Strategie

Die türkische Wirtschaft hatte schon vor Ausbruch der Coronavirus-Pandemie Probleme. Doch mit der Pandemie ist der Tourismus, einer der wichtigsten Wirtschaftszweige und Devisenbringer, eingebrochen. Seit Monaten stützt die Nationalbank die türkische Lira mit Milliarden an Devisenverkäufen. Dahinter steckt letztlich eine riskante Strategie der Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan.

Online seit gestern, 6.00 Uhr

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Die „Financial Times“ fasste diese Woche die Vorgänge in einer Analyse so zusammen: „Erdogan wettet auf eine schnelle Erholung, während die Türkei ihre Devisenreserven verbrennt.“ Laut einer Schätzung der Investmentbank Goldman Sachs verkaufte die Nationalbank allein heuer bereits Devisenreserven im Wert von 60 Milliarden US-Dollar (51 Mrd. Euro). Denn das Anheben des Leitzinssatzes – eines der klassischen Mittel, um eine Währung zu stützen – ist politisch unerwünscht. Das machte Erdogan in den letzten Monaten immer wieder mehr als deutlich.

Seit Monaten ist die türkische Lira immer wieder unter Druck – ein Zeichen für Probleme der türkischen Wirtschaft und des Misstrauens von internationalen Investoren in den wirtschaftspolitischen Kurs Erdogans. Investoren hatten im letzten Jahr enorme Geldmengen wieder aus der Türkei abgezogen. Zuletzt war es der türkischen Notenbank wochenlang gelungen, trotzdem den Kurs zum Dollar stabil zu halten. Doch auch der Verkauf von Devisen in Milliardenhöhe konnte Ende Juli einen starken Kursrutsch der Lira in Richtung Rekordtief zum Dollar nicht verhindern – ein Hinweis darauf, dass diese Strategie nicht mehr greife, so die „Financial Times“.

Warnung vor „ungeordneter Abwertung“

Robin Brooks, Chefökonom des Institute of International Finance, einer Lobbyorganisation der Finanzindustrie, warnt bereits vor einer „ungeordneten Abwertung“ der Lira. Die Mischung aus hohem Leistungsbilanzdefizit (mehr Importe als Exporte, Anm.), milliardenschweren Verkäufen von Devisenreserven und dem Ankurbeln der Wirtschaft mittels billiger Kredite, erinnert ihn an 2018, als die Lira in der damaligen schweren Krise 30 Prozent ihres Werts verlor.

Der Absturz der Währung brachte damals türkische Unternehmen unter Druck, heizte die Inflation an und führte schließlich zu einer Rezession.

Die Notenbank senkte im Verlauf der letzten zwölf Monate den Leitzins um 15,75 Prozentpunkte. Die Kreditaufnahme stieg im gleichen Zeitraum um 24 Prozent – und ist damit so hoch wie seit 2013 nicht mehr. Brooks sieht daher nur eine Lösung: Die Vergabe billiger Kredite, befeuert durch Aufrufe der Regierung und eine entsprechende Leitzinspolitik der Notenbank, müsse enden.

Teures „Kaufen von Zeit“

Die „hochriskante Taktik“ der Türkei, so die „Financial Times“, setze auf das Szenario einer raschen Erholung der türkischen Wirtschaft und auch jener in den wichtigsten Exportmärkten.

Phoenix Kalen, Expertin für Schwellenmärkte bei der französischen Bank Societe Generale, betonte, dass die Stützung der Währung kombiniert mit billigen Krediten eine „passende Strategie“ sei, „wenn man davon ausgeht, dass die Folgen der Pandemie relativ rasch verschwinden werden“. Es sei zwar teuer, aber „es kauft Zeit“.

„Extrem anfällig“

Doch wenn dieses Szenario nicht eintritt und die Deviseneinnahmen aus Tourismus und Exporten nicht rasch wieder fließen, würde die Türkei „extrem anfällig“ für einen wirtschaftlichen Schock, so Kalen. Ein weiteres Jahr werde die Türkei ihre jetzige Strategie jedenfalls nicht durchhalten können.

Wegen der Lira-Käufe der türkischen Notenbank auf internationalen Märkten fielen laut „FT“ die Bruttowährungsreserven heuer auf 93 Milliarden Dollar – und davon sind 50 Milliarden geborgtes Geld. Das decke aber nur etwas mehr als die Hälfte aller Auslandsschulden des Landes ab, die in den nächsten zwölf Monaten fällig würden.

Rückgriff auf Spareinlagen

Die Notenbank griff zur Stützung der Lira auf den 230 Mrd. Dollar hohen Berg an Devisenspareinlagen zurück, die türkische Bürgerinnen und Bürger in den Banken des Landes liegen haben.

Die Meinungen über die möglichen Folgen sind laut „FT“ geteilt. Einige Analysten zeigen sich demnach überzeugt, es könne so weitergehen, solange die türkischen Sparerinnen und Sparer nicht ihre Guthaben abziehen. „Theoretisch gibt es keine Grenze, solange die Notenbank es akzeptiert, hohe Devisenschulden zu haben“, zitiert das britische Finanzblatt einen türkischen Banker.

Warnendes Beispiel Libanon

Maya Senussi vom Beratungsunternehmen Oxford Economics etwa sieht das weniger gelassen: Es gebe keine Reserven, und die Notenbank gebe Reserven aus, die sie sich von den Banken borge. Und sie verweist auf das Beispiel Libanon: Dort habe sich gezeigt, dass die Schwäche der Notenbank zu einem Problem werde, sobald die Banken ihre Devisen einfordern, um die eigenen Schulden zu bedienen.

Wenn man Tauschgeschäfte, Gold und Kredite an nationale Banken abziehe, ist die Notenbank bei den Reserven bereits im Minus, sagen Analysten. „Bei dem Tempo, in dem die Reserven verbrannt werden, gehen wir davon aus, dass das Geld zum Sommerende oder Herbstanfang weg ist“, sagte Cristian Maggio vom Finanzdienstleister TD Securities.

Der Kursverfall der Lira erschwert es für die Regierung und viele Unternehmen des Landes, ihre häufig in Auslandswährungen aufgenommenen Kredite zurückzuzahlen. Die Ratingagentur S&P schätzt, dass mehr als ein Drittel aller Kredite in Fremdwährungen aufgenommen wurden. Das sei ein großes Risiko für die Banken des Landes.

Laut „Wall Street Journal“ hat Erdogans Regierung nur noch wenig Spielraum. Investoren würden mittlerweile befürchten, die Türkei könnte Kapitalkontrollen einführen, also das Abziehen von Geld durch Investoren oder eigene Bürger ins Ausland einschränken oder gar stoppen.

Szenario ohne zweite „Welle“

Die Notenbank beruhigt freilich und betont, es seien genügend Mittel vorhanden, um die Auslandsschulden bedienen zu können. Notenbankchef Murat Uysal räumte zuletzt zwar ein, dass es „Fluktuationen“ bei den Reserven gegeben habe, diese würden in der zweiten Jahreshälfte aber wieder aufgebaut werden, zeigte er sich überzeugt. Uysal erwartet demnach, dass sich Tourismus und Exportwirtschaft erholen werden. Denn die Notenbank geht davon aus, dass es keine zweite „Welle“ der Coronavirus-Pandemie geben wird.

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Hippasos

https://www.deutschlandfunk.de/ende-des-osmanischen-reiches-neue-wertschaetzung-fuer-einen.724.de.html?dram:article_id=482032&utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

Ende des Osmanischen ReichesNeue Wertschätzung für einen alten Mythos

Vor 100 Jahren sollte das Osmanische Reich im Friedensvertrag von Sèvres ein Ende finden. Die Alliierten wollten den Türken als Kriegsverlierer im Ersten Weltkrieg nur noch ein anatolisches Kernland lassen. Der Plan löste Widerstand aus, führte zur Abdankung des Sultans und zur Gründung der heutigen Türkei.

Von Gunnar Köhne

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Menschen feiern die Umwandlung der Hagia Sophia in eine Moschee. Ein Akt, der hohe Symbolkraft hat (picture alliance/Yasin Akgul/dpa)

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Mitte Juli dieses Jahres in Istanbul: In der Hagia Sophia erklingen wieder Koransuren zum Freitagsgebet – erstmals seit 86 Jahren. Unter den Betenden und in der ersten Reihe: der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan. Ursprünglich war die Kathedrale der „Heiligen Weisheit“ 1000 Jahre lang Hauptkirche der Christenheit weltweit gewesen. Dann, nach der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen 1453, diente sie 500 Jahre lang als Hauptmoschee von Istanbul. Und nach dem Ende des Osmanischen Reiches und der Gründung der Republik Türkei wurde die Hagia Sophia von Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk in ein Museum umgewandelt – als Zeichen der Säkularisierung.

Die Wiedereröffnung als Moschee ist für viele Menschen in der Türkei und darüber hinaus eine Zäsur: Sie fragen sich, ob die Türkei sich damit wieder zurück orientiert, hin zum religiösen Großmachtstaat der Osmanen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan beim ersten Gebet in der zur Moschee umgewandelten Hagia Sophia (imago-images)

Antworten konnte man aus einer Fernsehansprache von Staatschef Erdogan heraushören, für den die Rückumwandlung der Hagia Sophia offenbar ein Symbol wiedergewonnener Stärke ist:

„Es gibt Kräfte, die unser Land attackieren und wieder beherrschen wollen, weil sie immer noch glauben, dass die Türkei so schwach und zögerlich ist wie in der Vergangenheit. Aber wir sind entschlossen nicht nur unsere selbstgesteckten Ziele in der Zukunft zu erreichen, sondern auch all die Ungerechtigkeiten zu beseitigen, die wir in der Vergangenheit erlitten haben.“

Zu den schwersten erlittenen Ungerechtigkeiten der Vergangenheit gibt es für türkische Nationalisten wie Erdogan nur eine Chiffre: Sèvres. In dem beschaulichen Vorort von Paris wurde vor 100 Jahren das Schicksal des Osmanischen Reiches besiegelt.

Ein Vertrag zur Zerschlagung des Reiches

Es war ein so genannter Diktatfrieden, der im August 1920 in einem Saal der berühmten Porzellanmanufaktur von Sèvres geschlossen wurde: Die Siegermächte des Ersten Weltkriegs – darunter Britisches Empire, Frankreich und Italien – zwingen das Osmanische Reich mit diesem Vertrag zu einer Zerschlagung. Mit dem Abkommen soll der Erste Weltkrieg endgültig abgeschlossen werden, den das Osmanische Reich an der Seite Deutschlands und Österreich-Ungarns verloren hatte.

(dpa)Der Weg des Osmanischen Reiches in den Ersten Weltkrieg
Am 2. August 1914 wurde der Deutsch-Türkische Bündnisvertrag unterzeichnet. Es gab jedoch Kritiker eines Krieges an der Seite des Kaisers. Die finanzielle Lage der Türkei war hoffnungslos, der Zustand von Heer und Flotte erbärmlich.

Von dem einst mächtigen Imperium der Sultane soll dem Vertrag zufolge nicht viel mehr als ein anatolisches Kernland für die Türken übrigbleiben. Die Ägäisküste und Ost-Thrakien sollen demnach Griechenland zugeschlagen werden. Teile der südlichen Mittelmeerküste sind Frankreich und Italien zugedacht. Der Osten des Landes geht an die neu zu gründenden Staaten Kurdistan und Armenien. Der Bosporus und die Hauptstadt Istanbul sollen bis auf weiteres unter alliierte Verwaltung gestellt werden. – So zumindest steht es im Vertrag.

Die türkische Fernsehserie „Vatanim sensin“ – zu Deutsch: Du bist meine Heimat“ –, eine von zahlreichen Produktionen der vergangenen Jahre, die sich in verklärender Weise mit der osmanischen Vergangenheit beschäftigen. Hier wird der Moment der Vertragsunterzeichnung nachgespielt. Die dreiköpfige Delegation der Türken betritt mit Fes auf dem Kopf und gesenkten Blickes den Saal in Sévres. Von den anwesenden Vertretern der Siegermächte werden sie mitleidig belächelt. Dann setzt der türkische Diplomat Riza Tevfik Unterschrift und Siegel unter das Dokument.

„Möge meine Unterschrift dem Land Frieden bringen!“

Doch von Frieden war das Land weit entfernt. Zum Zeitpunkt der Unterschrift hatten die türkischen Nationalisten unter General Mustafa Kemal, dem späteren Atatürk, längst zum Widerstand gegen die, wie sie es nennen, „Schmach“ von Sèvres mobilisiert. Der so genannte Befreiungskrieg soll das Land zugleich von den Besatzern und dem siechen Sultansregime befreien. Der Vertrag von Sèvres wird von türkischer Seite nie ratifiziert. Er ist, so Christoph Neumann, Professor für Türkische Studien an der Münchener Maximilians-Universität, von Beginn an eine Totgeburt – und hat dennoch Folgen:

„Sèvres war der Todesstoß, nicht das juristische Ende des Osmanischen Reiches. Denn was vom Osmanischen Reich nach Sèvres übriggeblieben ist, war staatlich nicht lebensfähig. Oder wurde jedenfalls allgemein als eigentlich nicht lebensfähig aufgefasst.“

Der Zerfall hatte längst begonnen

Das Osmanische Reich ist bereits vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges ein Staat auf Abruf. Im 17. Jahrhundert, zur Zeit seiner größten Ausdehnung, reichen die Grenzen des Imperiums der Sultane von Nordafrika bis an die Grenzen Österreichs. Konstantinopel ist zugleich Sitz des Kalifen, mithin des geistlichen Führers der gesamten islamischen Welt. Doch spätestens im 19. Jahrhundert beginnt der langsame Niedergang des Reiches.

Zu schaffen macht dem Vielvölkerstaat vor allem das nationale Erwachen in seinen Balkan-Provinzen Mitte des 19 Jahrhunderts. Griechen, Bulgaren, Rumänen und Serben begehren gegen Konstantinopel auf, kräftig unterstützt von Frankreich, Großbritannien und Russland. Anfang des 20. Jahrhunderts ist das Reich geschrumpft.

(imago stock&people/WHA United Archives)Alltagskultur des Balkans – Erbe des Osmanischen Reiches
Nirgendwo sonst in Europa leben Menschen verschiedener Ethnien und Religionen so eng zusammen wie auf dem Balkan. Trotz aller Konflikte und Unterschiede gibt es eine gemeinsame Alltagskultur. Das Osmanische Reich, das infolge des 1. Weltkriegs zerfiel, hat auf dem Balkan ein Erbe hinterlassen, das bis heute nachwirkt.

Zudem haben die Sultane wirtschaftlich den Anschluss an andere Großstaaten in Europa verloren. Im Westen ist nur noch vom „Kranken Mann am Bosporus“ die Rede. Christoph Neumann:

„Weil es unterbevölkert war, gab es eine sehr große Landmasse, die infrastrukturell insgesamt sehr viel schlechter organisiert war als in den meisten anderen zeitgenössischen Staaten. Es hatte anders als alle anderen Großstaaten sehr wenig industrielles Potential. Es hatte weder große Flüsse, die für Industrie sehr notwendig sind, sowohl als Verkehrswege als auch als Wasserversorgung. Es hatte aber vor allem keine, und vor allem keine nah bei einander liegenden, gut abbaubaren Vorkommen von Eisen und Kohle.“

Der damalige Sultan Abdülhamid II. versucht noch mit Reformen nach europäischem Vorbild gegenzusteuern. Doch das Reich gerät in die Abhängigkeit europäischer Kredithäuser. Und auch für die zahlreichen politischen Reformen, die Abdülhamid II. in die Wege leitet, ist es letztendlich schon zu spät.

Die Verabschiedung einer Verfassung im Jahre 1876 und Einführung einer konstitutionellen Monarchie soll den „Jungtürken“ den Wind aus den Segeln nehmen. Jungtürken – so nennt sich zu dieser Zeit eine wachsende Gruppe muslimischer Offiziere und Intellektueller, die die Idee eines türkischen Nationalstaates unterstützt.

Vergeblich versuchen die Jungtürken den Eintritt ihres Landes in den Ersten Weltkrieg als Verbündete des deutschen Kaiserreiches zu verhindern. Am Vorabend des Krieges wird Abdülhamid gestürzt. Doch fortan ist das Reich in einen Zweifrontenkrieg verwickelt: Im Osten greift der ewige Feind Russland an, im Westen sind es die Alliierten. Mit Hilfe deutscher Militärs gelingen den Türken zwar einige militärische Erfolge. So schlagen sie unter maßgeblichem Befehl von Mustafa Kemal in einer blutigen Schlacht vor und auf der Halbinsel Gallipoli die Truppen des Commonwealth zurück. Bei der Schlacht finden auf beiden Seiten 100.000 Soldaten den Tod, davon allein 10.000 Australier und Neuseeländer.

Die Jungtürken übernehmen das Ruder

Die amtierenden Sultane sind derweil immer weniger Herr des Geschehens im Land und gleichen einer Staffage. Alle Versuche, die aufbegehrenden Nationalisten zu bändigen, scheitern. Sultan Mehmed V. stirbt im Juli 1918, nur wenige Monate nach seinem Vorgänger Abdülhamid. Thronfolger Yussuf Izzedin begeht unter zweifelhaften Umständen Selbstmord; der 55jährige Vahdettin, der am 9. September 1918 den Thron besteigt, wird der letzte osmanische Sultan sein.

Längst haben die Jungtürken in Militär und Verwaltung das Sagen. Sie sehen im Kriegsgeschehen die Chance, mit der Vertreibung und Ermordung der armenischen Bevölkerung ihren Plan eines rein muslimischen Nationalstaates voran zu treiben. Über eine Million Armenier fallen, unter den Augen deutscher Offiziere, 1915 dem Genozid zum Opfer. Proteste einzelner deutscher Beamter in Konstantinopel schmettert der damalige Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg mit der Bemerkung ab:

„Unser einziges Ziel ist, die Türkei bis zum Ende des Krieges an unserer Seite zu halten, gleichgültig, ob darüber Armenier zu Grunde gehen oder nicht.“

(Imago/Zuma Press)Armenier in der Türkei – In Deckung und unter anderen Namen
Die Ermordung des Journalisten Hrant Dink ist den Armeniern in der Türkei ebenso ins Bewusstsein gebrannt wie der Völkermord 1915. Wer öffentlich als Armenier auftritt, lebt dort nach wie vor gefährlich. Einer von ihnen ist Rober Koptaş. Er sagt, die meisten Armenier führten ein Doppelleben.

Als die Abgesandten Konstantinopels am 30. Oktober 1918 den Waffenstillstand unterschreiben, sind die meisten Verantwortlichen des Völkermordes vor den Alliierten ins Ausland geflohen. Was vom Osmanischen Reich noch übrig ist, ist verheert und ausgezehrt. Doch erst fast zwei Jahre später – die Zukunft Deutschlands und Österreich-Ungarns hatten Vorrang – wollen sich die Sieger mit dem Schicksal des Osmanischen Reiches befassen. Doch in der Zwischenzeit hat sich die Situation in Anatolien grundsätzlich geändert.

Dort hat nämlich Mustafa Kemal längst eine schlagkräftige Truppe zusammengestellt, um sein Land zu befreien. Am 19. Mai 1919 – heute ein Nationalfeiertag in der Türkei – landet er mit Gefolgsleuten im Schwarzmeerhafen Samsun und begibt sich von dort, unbehelligt von den Engländern, ins Landesinnere. Ein Nationalkomitee koordiniert fortan die Verteidigung des Landes; Befehle des Sultans werden von den Soldaten nicht mehr befolgt.

Ein Friedensvertrag voller kolonialer Interessen

Als gäbe es den von Mustafa Kemal angeführten nationalen Aufstand nicht, fahren die Alliierten mit ihren Teilungsplänen für das verbliebene Osmanische Reich fort – mit einem willen- und machtlosen Sultan als Gegenüber. Das erste Mal beugen sich die Vertreter Großbritanniens und Frankreichs im April 1920 auf der Konferenz von San Remo über die Landkarte des Osmanischen Reiches – einander immer mehr misstrauend. Denn in San Remo und wenige Monate später dann in Sèvres wird beinhart um koloniale Interessen gefeilscht, so Christoph Neumann:

„Und was heute, wenn man über Sèvres nachdenkt, gerne vergessen wird, ist, dass Sévres ja auch etwas zu sagen hatte über die arabischen Provinzen des Osmanischen Reiches. Das, was heute Syrien, Libanon, Israel, die Palästinensischen Gebiete, der Irak sind. Auch darüber sagte Sèvres ganz viel.“

Was das übrige Osmanische Reich betrifft, so hatte der amerikanische Präsident Woodrow Wilson bereits 1918 in einer 14-Punkte-Rede zum Selbstbestimmungsrecht der Völker erklärt, dass den Nichttürkischen Völkern „nationale Autonomie“ zugestanden werden müsse. Amerikanische Truppen für den Schutz etwa der Kurden lehnte er aber ab. Überhaupt war das Interesse an der Durchsetzung des Vertrages gegenüber der Türkei bei den Siegermächten am Ende gering, meint der Osmanist Christoph Neumann:

„Die eigenen Wirtschaften lagen nach dem Ende des Ersten Weltkrieges am Boden, es gab kein Interesse daran, wieder zehntausende von Soldaten und Flottenverbände in die Ägäis zu schicken. Überhaupt nicht. Das heißt, man hat diesen Vertrag unterzeichnet, Istanbul war besetzt, das war ein Faustpfand von den Alliierten, und man hat gehofft, dass dann eine Umsetzung dieses Vertrages möglich sei. Und man hat deutlich unterschätzt, dass die Muslime des Osmanischen Reiches, die sich als Nation verstanden, dass die Widerstand organisieren würden – was sie getan haben.“

Selbst wollen die Alliierten nicht noch einmal militärisch in der Türkei intervenieren. Doch den Erzfeinden der Türken lässt man freie Hand. So landen griechische Truppen im Mai 1919 – etwa zu der Zeit als Mustafa Kemal in Samsun seinen Unabhängigkeitsfeldzug startet – in Smyrna, dem heutigen Izmir. Alliierte Kriegsschiffe begleiten die Invasion. Die Griechen wollen sich schon einmal vom osmanischen Kuchen nehmen, was ihnen später im Vertrag von Sèvres ohnehin zugesprochen werden soll: Einen Teil des antiken Kleinasiens.

Doch die Griechen halten sich nicht an die Vorgaben der Briten, sich nur auf die Küste und das Hinterland zu beschränken. Ohne auf nennenswerten Widerstand zu treffen, rücken sie immer weiter nach Anatolien vor. Erst im August 1921 wird der griechische Vorstoß 50 Kilometer vor Ankara von Mustafa Kemal gestoppt.

1922 flieht der Sultan

Am 19. Oktober 1922 ziehen Mustafa Kemals Truppen in Istanbul ein; die Türken haben wieder die Kontrolle über weite Teile des Landes. Kemal hat es geschafft, aus einem Land am Rand der totalen Niederlage einen respektierten Gegenspieler in Europa zu machen. Der als schmachvoll empfundene Vertrag von Sèvres ist Makulatur. Doch dem neuen Helden der Türken geht es nicht um die Wiedererrichtung alter Herrlichkeit, sondern um die Gründung eines neuen Staates. Kemal ruft seinen Landsleuten entgegen, sie sollten mit ihren alten Feinden ihren Frieden machen:

„Es gibt verschiedene Kulturen, aber nur eine Zivilisation, die europäische.“

Am 15. November 1922 verlässt Mehmed VI., der letzte Sultan der Osmanen, gemeinsam mit seiner Familie durch einen Hinterausgang seinen Palast in Istanbul. Er lässt sich zu einem der abziehenden britischen Schlachtschiffe bringen und segelt ins italienische Exil. Das Osmanische Reich ist endgültig Geschichte.

Vier Tage nach der Flucht des Sultans beginnen im Schweizerischen Lausanne die endgültigen Friedensverhandlungen. Die selbstbewusste Türkei erhält dabei fast alle Gebiete in Kleinasien zurück und es werden die bis heute gültigen Landesgrenzen festgelegt. Nur in einem Punkt setzen sich die westlichen Alliierten durch: Die Meerengen Bosporus und Dardanellen werden dem Völkerbund unterstellt. Später werden sie zu internationalen Gewässern erklärt, die sie bis heute geblieben sind. Doch das Abkommen von Lausanne revidiert den Friedensschluss von Sèvres. Ein Erfolg, der in der Türkei bis heute hochgehalten wird.

Mustafa Kemal Atatürk, der Begründer der Republik Türkei (dpa / TURKPIX)

Mit der Proklamation der Republik Türkei durch eine neu berufene Nationalversammlung und mit Mustafa Kemal als erstem gewählten Präsidenten 1923 beginnt eine neue Zeitrechnung für das Land. Kemal, der fortan den Ehrennamen „Atatürk“, Vater der Türken, trägt, verordnet seinem Land eine strikte Abkehr von der osmanischen Vergangenheit: An die Stelle des Kalifats tritt eine laizistische Verfassung; die Religion wird mehr oder weniger zur Privatsache erklärt. Das lateinische Alphabet wird eingeführt und eine Gesetzgebung nach europäischen Vorbildern.

Doch trotz des Bruchs mit dem osmanischen Erbe: der traumatische Untergang des Osmanischen Reiches und der Verlust der Vormachtstellung befeuert bis heute den türkischen Nationalismus. Man sieht sich von Feinden bedroht, im Innern wie im Äußeren. Ganz so wie Staatspräsident Erdogan:

„Diejenigen, die die Realität nicht anerkennen wollen, greifen mit aller Macht die Einheit unserer Nation, die Integrität unseres Landes und die souveränen Rechte unseres Landes an.“

Die Forderung etwa der Kurden im Land nach kulturellen Rechten oder gar nach Autonomie wird als Versuch gewertet, das Land auseinander zu reißen. Wenn das Aufbegehren der Kurden zudem offene Sympathie bei westlichen Regierungen findet, dann ist für türkische Nationalisten klar: Europa hat sich wieder einmal gegen sie verschworen. So wie vor 100 Jahren im Pariser Vorort Sèvres.

Heute, 97 Jahre nach Gründung der modernen Türkei, erfährt das Osmanische Reich eine neue Wertschätzung. Galt diese Zeit unter den Kemalisten als rückständig, empfängt Staatspräsident Erdogan heute die Nachkommen der osmanischen Herrscherfamilie im Istanbuler Yildiz-Palast, der früheren Residenz des Sultans.

(picture alliance / dpa / Kyodo)Islamwissenschaftler Khorchide – Umwandlung der Hagia Sophia typisch für politischen Islam
Die Umwandlung der Hagia Sophia in Istanbul von einem Museum in eine Moschee ruft international heftige Kritik hervor. Der österreichische Soziologe und Islamwissenschaftler Mouhanad Khorchide sprach im Dlf von einer „zugespitzten Form der Instrumentalisierung des Islam“.

Seit der Wiederumwandlung der Hagia Sophia in eine Moschee gibt es sogar eine Unterschriftenaktion radikaler Islamisten für die Wiedereinführung des Kalifats. Abgesehen davon, dass sich die übrige islamische Welt einem solchen Ansinnen widersetzen würde: Christoph Neumann glaubt nicht an eine Wiedererrichtung eines religiösen Staates nach dem Vorbild des Osmanischen Reiches in der heutigen Türkei:

„Gewisse islamische Netzwerke sind heute in der Türkei wieder sehr mächtig, sind Teil des gesellschaftlichen und politischen und öffentlichen Lebens. Und der Rang der Religion als nationales Symbol ist etwas, was es bei Mustafa Kemal Atatürk tatsächlich nach 1924 nicht gegeben hätte. Aber man darf nicht vergessen: Es ist ein rein nationaler Islam. Das heißt dominant ist in meinen Augen nach wie vor nicht der Islam, sondern der Nationalismus in der Türkei.“

Nationalismus heißt für Erdogan sogar eine Revision des Vertrages von Lausanne einzufordern. So verschreckt er seit Jahren die griechischen Nachbarn mit Andeutungen, es sei nicht gerecht, dass im Lausanner Vertrag nahezu alle Ägäis-Inseln Griechenland zugesprochen wurden.

Erdogan lässt im Mittelmeer in Seerechtszonen Griechenlands und Zyperns nach Öl suchen – Proteste dagegen beeindrucken ihn nicht. Auch die Entsendung türkischer Truppen nach Nord-Syrien und Libyen wird von Erdogan immer wieder mit historisch legitimierten Interessen seines Landes begründet. 100 Jahre nach dem so genannten Diktat von Sèvres sieht Erdogan sein Land wieder zur regionalen Großmacht aufsteigen.

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    Neueröffnung „Boutique Nailah“ in Maintal

    In der Kirchgasse 6 in Maintal hat eine neue Boutique für Damen eröffnet. Orientalische Kleidung für Damen: Dafür steht die Boutique Nailah in Maintal. Mitte Juli, feiert es in seinen neuen Räumlichkeiten Neueröffnung . Chic und elegant ist der Stil der neu eröffneten Boutique. Hier bietet die modebewusste Nailah  modische orienalische Kleider, Abayas, Caftans, Schals sowie stylische Kopftücher an. Besuchen Sie die Boutique Nailah und überzeugen Sie sich selbst von der hervorragen

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