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Covid 19 Szenarien

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https://www.businessinsider.de/wissenschaft/gesundheit/londoner-forscher-haben-in-einer-simulation-herausgefunden-dass-das-coronavirus-nach-5-monaten-wieder-da-ist-sobald-man-die-massnahmen-lockert/
 

Londoner Forscher haben in einer Simulation herausgefunden, dass das Coronavirus nach 5 Monaten wieder da ist – sobald man die Maßnahmen lockert

 

Ein Team britischer Forschern hat verschiedene mögliche Verlaufsformen von Covid-19 modelliert — abhängig davon, welche Gegenmaßnahmen getroffen werden.

Das Ergebnis: Im günstigsten Fall müssten Maßnahmen wie die aktuell getroffenen ein Jahr lang aufrecht erhalten werden, und im schlimmsten Fall ist mit Millionen von Todesopfern zu rechnen.

Andere Forscher kritisierten, dass mögliche zukünftige Strategien in den Simulationen ausser Acht gelassen wurden.

Am Tag sterben in Deutschland im Durchschnitt mehr als 2.000 Menschen. Eine ungewöhnlich starke Grippe-Welle hat im Winter 2017/2018 circa 25.000 Menschen das Leben gekostet. An Covid-19 dagegen sind bisher hierzulande (Stand 20. März) knapp 50 Menschen gestorben. Warum reagiert die Politik angesichts dieser Zahlen mit so drastischen Maßnahmen?

Wer diese Frage beantworten will, muss versuchen, in die Zukunft zu schauen. Das hat ein Team von Forschern des London Imperial College um Prof. Neil Ferguson getan. Mithilfe von Rechenmodellen haben sie verschiedene Zukunftsszenarien, wie die Epidemie verlaufen könnte, durchgespielt. 

Die Forscher haben dazu 66 Millionen virtuelle Individuen geschaffen, die die britische Gesellschaft nachbilden sollen. Dann wurden Daten aus der echten Welt in das Model integriert: Die wirkliche Anzahl von Intensivstation-Betten und Beatmungsgeräten, die durchschnittlichen Zahl von angesteckten Personen pro Infizierten und so weiter. 

In ihrer Simulation ließen die Forscher dann einige einzelne Individuen im Januar 2020 erkranken und simulierten anschließend drei Szenarien: 1) keinerlei Gegenmaßnahmen, 2) Maßnahmen zur Verlangsamung der Ausbreitung, 3) Maßnahmen, die den Ausbruch vollständig unterdrücken sollen und 4) ein Wechsel aus Verlangsamung und Unterdrückung. Die Ergebnisse aller drei Simulationen geben Anlass zu einiger Sorge.

Szenario 1: Keine Gegenmaßnahmen

Ergreift das virtuelle Vereinigte Königreiche keinerlei Maßnahmen, dann steigen in der Simulation die Fallzahlen wie zu erwarten rasch an — und immer mehr Menschen sind auf medizinische Behandlung angewiesen. Sind schließlich alle Beatmungsgeräte belegt, steigt die Sterberate sprunghaft an: Bis Herbst diesen Jahres würden in der Simulation der Wissenschaftler 510.000 Briten sterben.

Szenario 2: Maßnahmen zur Verlangsamung

Hier testeten die Forscher die Auswirkungen von verschiedenen Maßnahmen, die die Ausbreitung des Virus eindämmen, aber nicht unterdrücken sollen. Denn ein gewisser Grad von „Durchseuchung“ der Gesellschaft ist langfristig notwendig: Schritt für Schritt müssen Menschen sich mit der Krankheit infizieren und dadurch Antikörper gegen das Virus bilden. So wird ein immer größerer Teil der Bevölkerung immun gegen zukünftige Krankheitswellen — wodurch diese ausgebremst werden. Entscheidend bei dieser Strategie ist jedoch, dass die Zahl der schwer verlaufenden Fälle nie die intensivmedizinischen Kapazitäten übersteigen darf, sodass alle behandelt werden können.

Doch ein ausreichendes „Abflachen der Infektionskurve“ gelang den Forschern durch keine der von ihnen verordneten Maßnahmen. Die Anzahl der schwer verlaufenden Fälle überstieg in jedem Fall die medizinischen Kapazitäten, egal ob; 1) alle, die Symptome zeigen, eine Woche zu Hause blieben oder 2) sich alle Mitglieder eines Haushalts, in dem eine Person Symptome zeigte, zwei Wochen in Quarantäne begaben, 3) alle über 70 Jahre ihre Sozialkontakte auf ein Viertel beschränkten oder 4) wenn alle Universitäten und Schulen geschlossen wurden. In allen diesen Fällen gab es dennoch rund 250.000 Todesopfer in Großbritannien.

Szenario 3: Maßnahmen zur Unterdrückung des Virus

Maßnahmen hingegen, die die Verbreitung des Virus vollständig stoppen sollen — etwa eine strikte Ausgangssperre — könnten Wirkung zeigen. Sie würden der Simulation zufolge führen, dass die sozialen Kontakte der Menschen um Dreiviertel reduziert werden. Die Forscher berechneten sogar mit ein, dass manche Menschen sich nicht an die strikten Maßnahmen halten werden — sondern nur drei von vier.

Tatsächlich: Diese Maßnahmen, aufrechterhalten über fünf Monate, reichten in der Simulation aus, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen. Wurden sie danach allerdings wieder aufgehoben, so stieg die Infektionsrate schon innerhalb von zwei Monaten wieder in besorgniserregende Höhen. Denn die Radikalmaßnahmen, so die Forscher, schieben das Problem gewissermaßen auf: Während der Maßnahmen entwickeln nicht ausreichend viele Menschen eine Immunität gegen das Virus — und nach der Aufhebung ist die Bevölkerung ihm gegenüber so verletzlich wie zuvor. 

Szenario 4: Eine Mischung aus Unterdrückung und Verlangsamung

Eine Verlangsamung führt also gemäß dem Modell zur Überlastung der medizinischen Kapazitäten, eine Unterdrückung ist aber auch nicht zwangsläufig sinnvoll, da das Problem nicht von alleine verschwindet. Schlussendlich simulierten die Wissenschaftler also eine On-Off-Methode: Der Ausbruch wurde so lange verlangsamt, bis alle Betten belegt waren, dann wurde er durch strikte Maßnahmen komplett unterdrückt — um schließlich wieder eine gewisse Zeit lang eine moderate Verbreitung zuzulassen.

Mit dieser Methode gelang es den Forschern tatsächlich, die Pandemie ohne allzu große Opferzahlen in den Griff zu bekommen. Allerdings musste die Bevölkerung diesen Wechsel der Maßnahmen mitsamt ihren Einschränkungen für das öffentliche und private Leben circa zwei Jahre erdulden. 

„Die Welt hat seit Generationen keine so ernste Gesundheitskrise mehr gesehen“

Alle Ergebnisse der Simulationen sind bedrückend. Während die ersten drei katastrophal sind und zu Millionen von Opfern weltweit führen würden, bedeutet die vierte, dass Maßnahmen, die mit den jetzigen vergleichbar sind, über zwei Jahre andauern könnten — sofern nicht früher ein Impfstoff gefunden wird. Mit dem rechnen die Forscher aber erst in frühestens einem Jahr. Doch selbst die Folgen eines einjährigen vierten Szenarios sind kaum auszumalen.

Dabei sind die Wissenschaftler nicht einmal vom worst case ausgegangen. Sie nahmen eine Sterberate von 0,9%- und eine Dunkelziffer von Infizierten an, die doppelt so hoch was wie die offizielle Zahl. Beide Annahmen sind unzureichend belegt und könnten unter Umständen deutlich darüber liegen. Prof. Neil Ferguson kommt deshalb zu dem Schluss, dass „die Welt seit Generationen keine so ernste Gesundheitskrise mehr gesehen hat“.

Auch den Berliner Virologe Prof. Dr. Christian Drosten beunruhigt diese Studie. In seinem Podcast für NDR sagte er dazu: „Die Aussichten sind wirklich verzweifelnd. Es ist wirklich schlimm, was man da unterm Strich raus liest aus dieser Studie“. 

Zukünftig kommende Maßnahmen als Hoffnungsschimmer?

Andere Experten sind jedoch etwas optimistischer und bemängeln, dass die Studie entscheidende Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus nicht simuliert habe. Forscher der New York University haben beispielsweise angemerkt, dass die Strategie, die Kontakte zurückzuverfolgen, die eine infizierte Person hatte, äußert wirksam ist und in den Simulationen keine Berücksichtigung fand.

Und der Epidemiologe Trevor Bedfordschreibt auf Twitter, dass das Modell die Möglichkeit einer massiven Ausweitung von Tests –— insbesondere durch Antikörper-Schnelltestes — nicht berücksichtigte. Dies sei der Grundpfeiler der momentan erfolgreichen Strategie in Südkorea.

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