Jump to content

Sign in to follow this  
Samsung

Chemnitz gerät wegen Hooligans und Rechtsextremen erneut ins Abseits

Recommended Posts

Samsung

Was ist los in Sachsen? Wenn Rechtsextreme hier für Schlagzeilen sorgen, taucht diese Frage immer wieder im Rest von Deutschland auf. Die Botschaft vom weltoffenen Freistaat hilft da nur bedingt weiter.

Für viele ist es wieder einmal eine Steilvorlage: Als Fußball-Fans des Chemnitzer FC (CFC) am vergangenen Samstag mit Duldung des Vereins und einer aufwendigen Choreographie an den Tod eines Hooligans und Rechtsextremen erinnern, tauchen sofort Bilder aus dem Spätsommer 2018 wieder auf. Damals kam es nach einer tödlichen Messerattacke, für die Flüchtlinge verantwortlich gemacht werden, zu Protesten und Angriffen auf Ausländer. Maßgeblich beteiligt waren Hools und Rechte. Chemnitz aber sah sich zu Unrecht an den Pranger gestellt und verwies auf seine Weltoffenheit.

So ist es auch wieder nach dem neuerlichen Vorfall. Und irgendwie klingt das wiederholte Bekenntnis der Stadt zu Toleranz und Weltoffenheit hilflos. Denn dieses Mal ist mit dem CFC ein Aushängeschild von Chemnitz direkt beteiligt. Ein Spieler hält nach seinem Torjubel ein Trikot mit der Aufschrift "Support your local Hools" (Unterstütze deine lokalen Hools) in die Höhe. Es wurde einst gefertigt, um den erkrankten Thomas Haller - führender Kopf der früheren Vereinigung "HooNaRa" (Holligans-Nazis-Rassisten) - zu unterstützen. Schon am Tag danach gibt es Proteste und Konsequenzen.

Wie konnte es so weit kommen?

Und es gibt Fragen, viele Fragen. Zum Beispiel die, wie es so weit in Chemnitz und auch anderswo in Sachsen kommen konnte. Haller war mit dem CFC zeitweilig verbandelt, hatte dort den Ordnungsdienst geleitet. "Der Club hat zunächst jahrelang kein Problem gehabt, sich vom Gründer der HooNaRa und seinen Leuten Dienstleistungen einzukaufen", sagt die Chemnitzer SPD-Politikerin Hanka Kliese. Selbst nach der Trennung von ihm habe man Hallers Leute immer wieder beim CFC gesichtet, etwa beim Hallen-Masters: "Eine tatsächliche Trennung wurde demnach nie konsequent vollzogen."

Kenner der Chemnitzer Neonazi-Szene bestätigen, dass Haller bei den Demos nach der Messerattacke dabei war. Gerade die Verbindungen zwischen Chemnitzer Sicherheitsfirmen und der rechten Szene seien bislang nicht ausreichend beleuchtet worden, kritisiert Franz Knoppe von "Aufstand der Geschichten", einem Chemnitzer Projekt, das sich mit dem NSU-Komplex und dem Thema Rechtspopulismus auseinandersetzt. Es stelle sich die Frage, inwiefern der Verein und die Stadt mit Security-Aufträgen letzten Endes rechte Strukturen mitfinanzierten. "Wir fordern endlich eine echte Aufarbeitung, um diese Netzwerke offen zu legen." Diese Aufgabe dürfe sich aber nicht auf Chemnitz beschränken, da die Verbindungen weit über die Stadt hinausgingen.

Verein zu passiv

Kliese vermutet, dass der Verein aus Sorge um den Verlust von Fans zu passiv war und keine rote Linie zog. Diese Schwäche sei nun ausgenutzt worden. Ob das eine "typisch sächsische Schwäche" sei, möchte die Landtagsabgeordnete nicht sagen: "Aber ich habe das Gefühl, dass hier im Osten Deutschlands Meinungsfreiheit manchmal ein bisschen anders verstanden wird. Mir fehlt da einfach die Schmerzgrenze." Kein Verein in Deutschland sei frei von Rassismus, sagt Kliese. Doch vielerorts seien die Fanszenen stärker vermischt. In Chemnitz werde es dagegen "langsam recht homogen".

Der Chemnitzer Grünen-Abgeordnete Volkmar Zschocke formuliert es noch einen Zacken schärfer: Dass andere Zuschauer des Spiels mit der Aktion des Fanblocks offenbar kein Problem hatten, gehört für ihn zu einer "weit verbreiteten Grundstimmung" in Sachsen. "Kein Wunder; das Negieren und Verharmlosen von Rechtsextremismus war in Sachsen über Jahrzehnte Regierungspolitik." Grenzüberschreitungen dieser Art dürften auf keinen Fall relativiert werden, "auch wenn es anderswo rechte Fanszenen gibt»"

"Der Chemnitzer FC hat es über Jahrzehnte verpasst, substanziell in Prävention zu investieren. Er hat sich maximal auf der Ebene von Symbolpolitik und kurzfristigen Maßnahmen bewegt", sagt der Hooligan- und Fan-Forscher Robert Claus. Zudem habe es die Stadt über Jahrzehnte hinweg versäumt, effektiv gegen die wirtschaftlichen Netzwerke der extremen Rechten in der Stadt vorzugehen. Die hätten sich mit Musiklabels, Kneipen, Kampfsport oder Security-Firmen ihr eigenes wirtschaftliches Fundament gelegt: "Das alles passiert im Netzwerk zwischen Hooligans und Kameradschaftsgruppen."

Chemnitz wird oft einseitig betrachtet

Genauso wichtig ist für Kliese, Zschocke und andere aber nun die Frage, wie die Stadt damit umgeht. "Es ist Teil des Problems, dass in Chemnitz jetzt darüber diskutiert wird, in welchem Licht die Stadt überregional nun wieder erscheint", sagt Zschocke. Dabei müsse es doch zuerst darum gehen, sich mit dem fehlenden Problembewusstsein beim CFC hinsichtlich seiner rechten Fans auseinandersetzen. SPD-Politikerin Kliese meint zwar nicht, dass Chemnitz stets zu Unrecht in der Kritik steht. "Aber die Stadt wird eben oft sehr einseitig betrachtet und das wird ihr nicht gerecht", sagt die 38-Jährige.

"Für alle, die sich um ein positives Bild der Stadt Chemnitz bemühen, ist das ein Schlag ins Gesicht", räumt Katrin Hoffmann für die Initiative "Chemnitz ist weder grau noch braun" ein. Das Bündnis aus Firmen und Vertretern der Kreativwirtschaft hatte sich nach den Ereignissen vom August 2018 gegründet. Nun sehen sich die Macher um die Früchte ihrer Arbeit geprellt. Lange habe man versucht, das Image der grauen Industriestadt abzulegen, 2018 sei dann noch das braune Image hinzugekommen. Hoffmann will nicht resignieren. Aber eines möchte sie auch auf keinen Fall: Die Lage in Chemnitz schönreden.

 

Und die Flüchtlinge sind natürlich Schuld......

Share this post


Link to post
Share on other sites

Samsung

Deutschland so ein vorbildliches Demokratisches Land,  wo so viele Kulturen Tür an Tür wohnen....maschallah 

Share this post


Link to post
Share on other sites

Join the conversation

You can post now and register later. If you have an account, sign in now to post with your account.

Guest
Reply to this topic...

×   Pasted as rich text.   Restore formatting

  Only 75 emoji are allowed.

×   Your link has been automatically embedded.   Display as a link instead

×   Your previous content has been restored.   Clear editor

×   You cannot paste images directly. Upload or insert images from URL.

Sign in to follow this  

  • Heiratsevent in München 28.04.2019

    Mama31
    Mama31 | 
    Events

    Halal Food im Test: Das „Barrio“ in Offenbach

    Liebe MarocZone Community, wir waren mal wieder unterwegs, um Euch eine neue Lokalität vorzustellen, denn auch im Jahre 2019 geht es selbstverständlich weiter mit unserer beliebten Reihe MarocZone - Halalfood im Test. Diesmal hat es uns ins Restaurant „Barrio“ verschlagen, das am 09.02.2019 seine Tore in der Offenbacher City öffnete. Mediterranes Flair in Offenbach Ja, Ihr habt richtig gelesen. Wir übertreiben nicht, wenn wir behaupten, dass das Barrio ein mediterraner Farbtupfer in O

    Med
    Med | 
    Halalfood

    Argana Restaurant - Khadija A. stellt ihr marokkanisches Restaurant vor

    Khadija A. hat sich einen kleinen Traum erfüllt und in Hanau ihr eigenes marokkanisches Restaurant eröffnet. MarocZone hat sie zum Interview getroffen, und erfahren, wie es dazu kam und vor allem, welche leckeren Gerichte sie im Angebot hat. Mehr dazu, seht ihr im Video. Hast du auch ein Restaurant oder eine Location oder ein Unternehmen Welches du unsere Community vorstellen möchtest? dann schreib uns doch einfach eine Email an info@maroczone.de. Wir nehmen gerne Kontakt mit dir auf.

    Med
    Med | 
    Ausgehttipps


×
×
  • Create New...

Important Information

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Privacy Policy