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Erzaehlerin

Mein fremder Ehemann

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Erzaehlerin

 

Da saß ich nun, ganz leise und verloren in meinen Gedanken. In meinen Zimmer auf meinen Stuhl, Das letzte mal. Das letzte mal hier, das letzte mal in meinen Zimmer, das letzte mal zuhause. Auf diesem Stuhl wo alles begann, endet heute alles. Auf diesen Stuhl wo ich vor paar Monaten noch verträumt in Facebook rum scrollte, und dachte ich werde niemals heiraten. Hier sitzt ich nun, niewieder mehr wird das mein Zuhause sein. Ab heute werd ich als Gast hierher kommen, ich muss alles hinter mich lassen. Mein Leben, mein Zuhause meine Freunde. Mein Umfeld, meine Familie, meine Eltern meine Kindheit. Alles was mal wichtig war ist heute verbal, nichts mehr wert. Verloren in meinen Gedanken, schaute ich auf mein Handy. Aber mein Kopf war leer- und dennoch voll, whatsapp? Facebook? Galerie, Anrufe.. Das ist also mein Ehemann, er, dem ich heute mein Leben anvertraue, meine würde, meine Seele. Aber ist es das richtige? Ist er der richtige ? Ich bin so durcheinander, so nervös! " alles in Ordnung? Gefällt dir das make up nicht? -" nein, nein alles gut liebes"

 Es war soweit, der Tag war da, so nah. Meine Visagisten macht mich fertig, schminkt und stylt mich. Ich bin so nervös, war es das richtige? Ist er der richtige?, jeden Tag hab ich diesen Moment geträumt. Heute ist mein Tag, unser. Nie hätte ich gedacht das ich jemals heirate, ich? Und dann noch ihn. 

Ich öffnete whatsapp, du bist also mein zukünftiger ? Mit dir werd ich mein lebenlang verbringen? Ich kenn dich doch garnicht.

Ich weiß nicht wie dein Gesicht sich verziert  wenn du dich kaputt lachst, wie deine Augen sprechen wenn du sauer bist. Wie deine Mimik ist wenn du glücklich bist, wie eine Träne deine Wangen hinunter Tropfen. Was deine Hobbys sind, was du gerne machst.

Ich weiß nicht was ich bei dir bewirke, deine Augen sind so leer. Ich dachte immer ich seh meine Zukunft in den Augen meines Mannes. In dir seh ich nix, und dennoch heirate ich dich. Hier und jetzt, ich bin bereit! -

 

6 Monate zuvor 

 

Yousra: Mädchen !! Beil dich mal wir verpassen gleich unseren Bus!

Ich: boah bin ich froh wenn ich bald meinen Lappen habe und niewieder mehr auf den Bus angewiesen bin!!!

Yousra: würdest du dich nicht so lange schminken müssten wir uns nie so beeilen!!

Ich: haallo! Ich muss mich schminken vllt Treff ich heute meinen zukünftigen, haha muss immer gut aussehen!

Yousra: träum nicht soviel du wirst niemals heiraten haha!!!

 

Wir rannten, wie jeden Tag, zur Bushaltestelle. Heute geht es wieder zu Uni, Yousra, ist meine beste Freundinn. Sie wohnt über mir, ich bin mit ihr groß geworden. Meine Kindheit verbinde ich mit ihr, sie ist so eine reine Seele! Ich studiere BWL, gemeinsam mit ihr. Jeden Tag fahren wir zusammen zur Uni, bald hab ich meinen Führerschein und dann crouse ich mit ihr durch die Straßen. In der Stadt angekommen, mussten wir paar Minuten zur Uni laufen. Tausend Menschen, tausend Blicke, tausend Momente und trotzdem war er nie dabei.

 

Yousra: Hältst du wieder Ausschau nach deinem zukünftigen?

 

Ich muss schmunzeln

 

Ich: was redest du, was für heiraten ich werde niemals heiraten.

 

Nach 9 Stunden in der Uni warteten wir auf unseren Bus. Leider haben wir den letzten verpasst und mussten jetzt eine Stunde auf den nächsten warten.

 

Yousra's Handy hat geklingelt. Ihr Bruder rief an, er war grad in der Nähe und holt uns gleich ab.

Auch das noch, genau das hat mir gefehlt.. Das Younes uns abholt? Das brauch ich ja garnicht grad.

 

Yousra : er kommt gleich, sorry, er war in der Nähe..

Ich: kein Problem alles ist besser als Bus fahren.

 

Younes war ein großer, hübscher stämmiger Marokkaner. Einfach genau der Typ Mann, der jede marokkanische Frau um den Verstand bringt. 3 Tage Bart, Grübchen auf beiden Seiten, helle Augen kurze Haare. 

Seit meiner Kindheit war ich in Younes verliebt, vor 2 Jahren kamen wir uns näher und gingen eine Beziehung ein. Der größte Fehler meines LEBENS!

Yousra wusste Bescheid, aber war von Anfang an nicht dafür, Sie hat mich schon immer davor gewarnt, aber ich hab mich meinen Gefühlen hingegeben...

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Erzaehlerin

Younes war ein guter Mann, 24, liebevoll, gläubig und ein waschechter Berber. Genau die Kombi die mich schwach lassen wird.

Seine Grübchen haben mich als Jugendliche schon verführt, sein Humor er war perfekt aber kein starker Mann. Ich war nicht die einzige die ihm hingegeben war, und das wusste er und das war unser Ende!

 

Younes fuhr mit seinem Mercedes vor, Yousra stieg vorne ein und ich hinten.

Ich machte die Tür zu und blickte kurz nach vorne, er schaute in den hinterspiegel, und unsere blicke trafen sich. Mein Herz pochte, aber nicht im positive Sinne. 

 

Younes: na ihr verschollen, musste ich euch wieder zusammenkratzen und nachhause bringen?

Yousra: übertreib nicht du hast dich doch angeboten.

Younes: ich hätte euch auch hier vergammeln lassen können bis der Bus kommt. Sei mal dankbar atamza

Yousra: Maryam, hast du die Hausaufgaben für heute aufgeschrieben hab das voll verpeilt.

Ich: ja ich schick sie dir später auf whatsapp.

 

Die ganze Fahrt lang war stille, wenn wir Drei zusammen waren, war nix mehr wie früher. Meine Beziehung zu Younes hat alles kaputt gemacht. Ich fühlte mich mit ihm wie auf einer Insel, aber ich fand kein Boot um wieder zurück zu kommen. 

 

Zuhause angekommen ließen sie mich raus und ich lief paar Minuten zu mir nachhause.

Zuerst betete ich die Gebete die ich in der Uni verpasste, ass zu Mittag und schmiss mich aufs Bett. Scrollte mich in Facebook, maroczone, Instagram durch und Lies was auf der Welt passierte. Wer heute glücklich war, verheiratet, verlobt, wer heute verlassen wurde und so weiter.

4 Nachrichten in Facebook von Typen. Ich scrollte ihre Profil durch, nein danke!

Ach da gibt's ja noch den sonstigen Ordner.

Eine Nachricht ?

 

"Salam Aleikum geehrte Schwester, Inshaallah geht es dir gut. Ich weiß du fühlst dich sicherlich von mir überrumpelt und fragst dich wer ich bin. Mein Name ist Soumaya, und ich schreibe dich aus einem bestimmen Grund an. Ein Bruder hat großes Interesse an dir und würde dich gern, über mich, näher kennenlernen. Er hat ernste Absichten ich würd mich freuen wenn du dich melden würdest. Wassalam"

 

Im ersten Augenblick war ich geschockt, im nächsten lachte ich mich kaputt, schließ die Nachricht und legte mich schlafen.

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Erzaehlerin

Am nächsten Tag, der nächste morgen um 5 Uhr morgens. Ich hasse mein Leben. Aufstehen, duschen, beten, schminken und anziehen. Heute hatte ich Lust auf ein graues hijab, ich liebe graue Hijabs die bringen meine hellen Augen hervor. Also zog ich ein graues hijab, eine weiße Bluse, graue Long Blazer, Jeans und chucks an.

Mein Handy klingelt, auf dem Display erschien Yousra.

 

Ich: jaaaaa ich bin fast fertig nur noch Schuhe anziehen.

Yousra: ich hab heute Auto, mein kleiner Bruder braucht es heute nicht. Wir können mit dem Auto fahren.

Ich: boaaaaah, Hammer dann komm runter wir frühstücken bei mir. Niemand ist zuhause außer Mama und Papa schläft.

Yousra: ok

 

Ich ging zu meiner Mama und küsste ihre Stirn, ich liebe sie. Die wundervollste Frau auf dieser Erde, nach dem mein Vater schwer krank wurde wegen seiner Diabetes, hat sie ihr strahlen verloren. Sie war immer so müde und traurig.. Ich sagte ihr das Yousra gleich kommt und wir bereiteten zusammen Frühstück vor. Yousra kam, wir frühstücken und machten uns anschließend auf dem Weg zur Uni.

 

Ich: du wirst niemals glauben was gestern passiert ist.

Yousra: was denn?

Ich: so ein Mädchen hat mir geschrieben das ein Typ mich heiraten will haha!

Yousra: wie jetzt??

Ich: ja die schrieb sie kennt jemand der Interesse an mir hat und er will mich über sie besser kennenlernen.

Yousra: ehrlich? Oha wie süß, es gibt kaum noch solche Männer. Was hast du gesagt?

Ich: dein ernst? Ich hab mich schlapp gelacht und die Nachricht geschlossen.

Yousra: du bist dumm, du willst doch heiraten. Am Ende ist das so ein krass hübscher Junge und dann noch mit guten deen und anstand!

Ich: haha achwas.

 

Ihr Worte gingen mir durch den Kopf, vllt hat sie recht? Nach dem die Sache mit jemanden den ich mein lebenlang kenne so in die Hose ging, war das eventuell der bessere Weg. Einfach ein fremder? 

Langsam stieg in mir das Interesse und die Neugier, woher kennt er mich überhaupt? Wo hat er mich gesehen und wieso will er mich kennenlernen?

Die ganzen Tag war ich wie unter Strom weil ich dem Mädchen antworten wollte. Der Tag in der Uni ging schnell vorbei und ich war nach 6 Stunden schon wieder auf dem nachhause weg mit Yousra.

 

Yousra: voll das komische Gefühl gestern im Auto ne..

Ich: ach hör mal auf, das tut mir alles so leid ich hätte das niemals tuen dürfen.

Yousra: mir tut es leid dass er dich so verletzt hat.

Ich: es ist nicht deine Schuld. Ich hoffe er wird irgendwann glücklich.

Yousra: ich hoffe auch das du denn Mann findest nach dem deine Seele sich sehnt. 

Ich: Inshaallah!

 

Zuhause angekommen, betete ich und aß zu Mittag. Ich ging in mein Zimmer öffnete meinen Laptop, loggte mich in Facebook ein und durchsuchte das Profil des Mädchens.

Sie wohnt nicht in meiner Stadt, sondern etwas weiter weg. Unter Freunde waren nur Frauen, wer war sie ? Keine Fotos, keine Video keinerlei Sachen die auf ihre Identität hinweisen. Ich Antworte ihr :

 

"Waaleikum Salam liebe Schwester, mir geht's gut Hamdl Inshaallah dir auch! Danke für deine Nachricht, sorry das ich dir jetzt erst antworte ich war völlig vor den Kopf gestoßen. Wer ist denn der Bruder? Wie alt und woher kennt er mich? Würd mich über mehr Infos freuen, waslm"

 

Ich schaute mir mehrmals meine Nachricht an, schmiss mich aufs Bett. Schaute die Decke an, was war bloß mit mir los. Mein Leben war einfach leer. Ich hatte alles und dennoch hat es mir nicht gereicht. Ich lebe vor mir her, ohne ein Ziel, ohne eine grade. Ohne einen Weg, ohne Freude. Wie sehr ich mich nach liebe sehne. Einfach jemand der mir sagt das er mich vermisst, das er immer für mich da ist. Das er sich sorgen macht, das ich ihm nicht aus dem Kopf gehe. Das er für mich betet, das er mich beschützt. Ein Mann der mir mit schönen Sätzen meine Ängste nimmt. Ich hab soviel Zeit gebraucht um die Risse zu schließen die Younes verursacht hat, wie  kann man jemanden so verletzen.. 

 

 

 

 

 

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Erzaehlerin

Die Sonne strahlte auf meinen Gesicht, ich wurde förmlich von der Sonne wach geküsst, " Mist, hab die Rollos Vergessens runter zu machen", Kissen über mein Kopf, es ist Wochenende bitte lasst mich schlafen. Bitte lass mich schlafen mein Kopf, wieso denkst du soviel nach? Ich war völlig durch den Wind. Ich sag kein Licht am Ende meiner Höhle, wo soll das alles hinführen. Nach mehreren Versuchen wieder einzuschlafen, stand ich auf und ging unter die Dusche. Das heiße Wasser prallte über mein körper, ich sah mein verschwommen Spiegelbild in der Glastür der Dusche. Was eine Unzufriedenheit sich in mir bildet, und ich weiß nicht wieso. Mir fehlt was, doch ich weiß nicht was.

 

Nach der Dusche frühstückte ich, sass auf mein Bett und machte den tv an. Ich ging an mein Handy und checkte meine Nachrichten, eine darunter von Soumaya. Wir schrieben viel und lange, sie erzählte mir viele Eckdaten von ihm, er war 25, sein Name ist Moussa. Stämmiger Berber aus Al Hoceima, Geselle und wohlhabend. Er wurde durch eine islamische Gruppe in Facebook auf mich Aufmerksamkeit und ihn gefiel mein Schreibstiel und meine Gedankengänge.

 

Sie schickte mir ein paar Bilder, "naja, hässlich war er nicht, hübsch aber auch nicht unbedingt", er war sehr gläubig und wollte deshalb keinen direkten Kontakt zu mir.

 

Wir schrieben viel ich schickte ihr Dinge über mich und sie mir über ihn, vieles passte zusammen und so wurde mein Interesse immer größer. Noch bevor ich weiter nachdenken konnte hörte ich im weit entfernten Hintergrund  eine Stimme.

 

Mama : Maaaaryaaaaaam!!!!!! Komm sofort  her

 

Ohje, was hab ich diesmal verbrochen. Neeein, hab total vergessen die Küche aufzuräumen. Ich schmiss mein Handy aufs Bett und eilte in die Küche.

 

Mama: amany ajedjis n minraynir ( soo also du Tochter eines unbekannten)

Ich: semhayi a yemma ( tut mir leid Mama), ich war in Gedanken 

Mama: soso? Woran denkst du denn das du die Küche vergisst aufzuräumen.

Ich: ach nix, alles gut Yemma

 

Ich Gab ihr einen Kuss auf die Stirn und sie ging raus.. was Mama wohl von der ganzen Sache denken würde ? Ob sie das wohl für gut heißen würde oder es gar verbieten würde ?

 

Schon nach wenigen Wochen wurde es immer ernster, ich habe Moussa immer mehr gefallen und er wollte schließlich um meine Hand anhalten kommen. Ich war total nervös, wie oft ich mir diesen Moment gewünscht hatte, wie oft ich mich nach diesem Gefühl gesehnt habe. Begehrt zu sein, jemanden zu haben der es ernst mit mir meint, der meine Eltern um die Erlaubnis bitten möchte mich zur Frau zu nehmen. Der mich akzeptiert wie ich bin und mit mir den halalen weg gehen möchte. Wie sehr ich mir das alles damals von Younes gewünscht habe. Das er mich so sieht und mich so begehrt. Meine Eltern hätten mich sofort in seine weichen Hände gegeben. Der Duft seines Parfüms das er immer trug, seine Augen die mir soviel versprachen. Seine Worte, seine Lügen. "Du schweifst ab Maryam!!!" Wie sehr ich mich nach dieser Anerkennung sehnte. Wir Frauen sind so sensible Geschöpfe. Wir leben von Liebe und Zuneigung. Es ist unsere genetische Veranlagung nach sowas suchen. Nach einer starken Schulter die uns eine Stütze ist, ein Rücken hinter den man sich verstecken kann. Ein Mann bei dem wir zuhause sind, der uns beschützt und sich um uns sorgt.

 

Yousra: Maryam, oh mein Gott ich kann es immer noch nicht glauben, heute ist es so weit !!!

Ich: ach hör mir auf ouallah ich höre vor Aufregung meinen eigenen Puls nicht mehr.

Yousra: Chill! Chill! Alles wird gut! Deine Eltern werden sich freuen alles wird gut!

Ich: Yousra du bist nervöser als ich hör mal auf!!!

Yousra: sorry Schatz ich bin so aufgeregt als würde es um mich gehen sag mir direkt was deine Eltern gesagt haben

Ich: omg Maryam das Telefon klingelt ich leg auf! Beslama

 

Unser Haustelefon klingelte und ich wusste es ist Moussa's Mutter. Es kribbelt in meinen ganzen Körper und ich zitterte. Tausende von Gedanken schossen in meinen Kopf und dennoch war er leer. Ich rannte in meinem Zimmer und machte die Tür zu. Wie werden meine Eltern wohl reagieren ?

 

Ich lief in meinem Zimmer hin und her, ich konnte mich vor Aufregung kaum stoppen, irgendwann hörte ich wie meine Mutter " ja wakha ma7babikum Beslama" ( ja ok ihr seit herzlich eingeladen Tschüss ) sagte, und Richtung mein Zimmer lief. 

 

Ich schmiß aufs Bett und tat so als würd ich in mein Handy rum Fummeln und grad nix zutun haben.

 

Mama läuft grinsend in mein Zimmer 

 

Mama: Maryaaam?

Ich: ja yemma ?

Mama: ok, wer ist er ??

Ich: wer ist wer?

Mama: kommmm, tue nicht so. 

Ich: ja Mama, was soll ich sagen.

 

Total schüchtern, aufgeregt und voller scharm schaute ich auf mein Handy.

 

Mama: mein Schatz, ich bin so stolz auf dich du wirst langsam zur Frau!!! Darüber reden wir noch, aber erstmal, die kommen am Samstag Inshaallah !

 

Sie gab mir eine dicke Umarmung und ging aus dem Zimmer.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Erzaehlerin

Mein Herz füllte sich mit liebe, ich war völlig neben der Spur. Nicht direkt wegen Moussa- immerhin kannte ich ihn kaum. Es war eher dieses Gefühl, dieses Lächeln von Mama. Diese Gedanken das bald ein ganz neuer Lebensabschnitt für mich beginnt. Unsere Wohnung war so leer weil Papa so krank war, aber seit dem Anruf von Moussa's Mutter war unser Haus voller leben und Glück. Meine Mama hat sofort alle meine Tanten angerufen, eingeladen und fuhr in Hochform auf. 

Sie rief die Mutter von Yousra und Younes an, ja, nicht nur wir waren beste Freunde sondern auch unsere Mütter immerhin kennen wir uns seit Kindertagen.

Ich ging in die Küche und tat so als würd ich was zu essen suchen, dabei wollt ich ihre Reaktion hören. Sie redeten über die Salatplatte die sie Vorbereiten wollten, Fleisch oder Hähnchen? Typisch Mütter, als ich bemerkte das ich keine Infos raus holen kann ging in mein Zimmer.

 

Ich rief Yousra an und erzählte ihr alles, wir redeten viel, irgendwie konnte ich es nicht glauben bald würde mein Traum wahr werden. Irgendwann legte ich auf immerhin war es spät und morgen muss ich wieder zur Uni. Plötzlich sah ich das ich während des Telefonats eine Nachricht auf whatsapp erhalten hab.

 

"Salam Aleikum meine zukünftige Inshaallah, wie geht's dir? Jetzt wo unsere Eltern voneinander wissen hab ich mir das recht genommen dir einfach mal direkt zu schreiben nach dem wie nie ein Wort wechselten. Ich hoffe du hast nix dagegen, ich wünsche dir eine wundervolle Nacht, Waaleikum Salam"

 

Mein Herz pochte so laut das ich nicht mehr wusste was ich denken soll. Was war das bloß für ein Gefühl, früher wenn ich solche Nachrichten bei Facebook kam hat es mich kaum gejuckt. Ich verstand einfach nicht was er in mir bewirkte. War es dieses mysteriöse, dieses ungewisse was mich reizte? Oder waren es doch wirkliche Gefühle für den Mann der mir wahrscheinlich im Mutterleib auserwählt wurde?  Irgendwie warf mich diese Nachricht aus der Bahn und beschloss ohne eine Antwort mich schlafen zu legen.. 

 

Es waren nur noch 4 Tage bis zum Hand anhalten. Irgendwie begann mit dem Anruf der Stress zuhause. Meine Mutter war wie unter Strom, aber ich sah ihr an dass sie das so gerne tat. Khalti Rachida ( Mutter von Yousra ) war ab dann fast jeden Tag bei uns. 

 

Ich machte mir über das Hand anhalten nicht Soviele Gedanken, oder vllt doch? Irgendwie wusste ich garnicht mehr was ich denken soll. Seit der Nachricht gestern von moussa schrieben wir schleichend. Aber nix besonderes nix anziehendes nix tiefgründiges, und dennoch war ich nach jeder Nachricht gespannt auf deine Antwort. Ich verstand mich selber nicht, trd meiner 21 Jahren verhielt ich mich wie ein kleines pubertierendes Mädchen. Aber ich war es so gerne. 

 

Die Tage vergingen schnell, und schon war es Samstag morgen. Ich schlief die halbe Nacht nicht, hatte mega Augenringe und Kopfschmerzen. "Wow Meryam tolle Aussichten!" Warum sieht man an den wichtigsten Tagen immer scheiße aus? Ein unerklärliches Rätsel. 

Ich stand auf, duschte, bezog mein Bett neu und half meiner Mama bei dem Haushalt. Gegen 14 Uhr kam khalti Rachida mit ihren vorbereiteten Salatplatten und half meiner Mama weiter in der Küche. Yousra kam solange zu mir und wir saßen in meinem Zimmer.

 

Yousra: ich hab das Gefühl er kommt heute um für das Essen anzuhalten und nicht für dich.

Ich: haha, wie die übertreiben ne.

Yousra: aber richtig, du bist bestimmt richtig aufregt!

Ich: geht, ich weiß ehrlich gesagt nicht. Seit dem ich von Moussa weiß kann ich meine eigene Gefühle nicht mehr interpretieren.

Yousra: ist da jemand verliebt ?"grins"

Ich: nein, ja, keine Ahnung also schwärmerei ist schon da aber ganz ehrlich Yousra, ich kenn den garnicht..

Yousra: und genau dafür ist der Tag heute da, um euch besser kennen zu lernen. Mach dir keine Gedanken alles wird gut.

Ich: Inshaallah

 

Mama stürmte ins Zimmer 

 

Mama: Meryam, ehrlich jetzt? Denkst du du wärst schon Lala la3toussa ( Braut ) oder was? Steh sofort auf und helf uns in der Küche !

 

Wir lachten über Mama plötzlichen Ausraster und gingen zusammen zu unseren Müttern in die Küche helfen.

 

Gegen 18 Uhr Duschte ich nochmal, ich zog mir ein dunkelblaues farbendes langend Maxi Kleid an mit spitze Elementen oben, dazu ein creme farbendes hijab an. Ich schminkte mich dezent und dennoch betonte ich die Dinge die mir wichtig waren. Ich sah mich noch paar Minuten weiter im Spiegel an, irgendwie konnte ich es nicht glauben. Gleich ist es so weit. Irgendwie bekam ich langsam Angst, was wenn ich seiner Familie nicht gefalle? Was wenn deine Mama plötzlich ne richtige Hexe ist? Was wenn unsere Familien sich nicht verstehen? Was wenn ich ihm live nicht mehr gefalle? Was wenn irgendwas passiert und es heute alles endet? Noch bevor ich weiter nachdenken konnte klingelte es an der Tür...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Erzaehlerin

Ich hörte nur noch wie meine Mutter meinen Namen rief, wie jetzt, sollte ich denen die Tür auf machen?
Mein Herz pochte so laut, auf meiner Stirn bildeten sich schon Schweiztropfen ich konnte sie förmlich spüren. Ich war so nervös das ich garnicht mehr verstand was los war.

Meine Mutter nahm meinen Vater am Arm und wir standen zu dritt vor der Tür, meine Schwester die verheiratet ist kam heute auch vorbei, sie stand in der Küche und Papa machte die Tür auf.

Zu erst kam der Vater rein der meinen Vater begrüßte und dann weiter richtig Wohnzimmer Lief, danach stand er da. Er war so unglaublich Schüchtern, er küsste mein Vater auf die Stirn und umarmte ihn ganz herzlich, mein Herz machte einen salto. Danach küsste er meine Mutter auf die Stirn und ich hatte voller Aufregung schon angefangen meine Stirn nach vorne zu halten bis ich sah wie er mich nur die Hand reichte. Oh man war ich verpeilt, ich gab ihm die Hand ohne ihn anzusehen.
Ich merkte wie er mich musterte mit seinen Augen in mir ging ein Feuer auf ich war so durch den Wind.

Schließlich kam die Mutter rein die erst meine Mama und dann mich herzlich umarmte, sie übergab mir einen Riesen Rosenstrauß, und Küsste mich als würde wir uns Jahre kennen. Später kam die Schwägerin von Moussa rein, ich war total verwundert den ich habe nicht gewusst das er eine Schwägerin hat!

Wir saßen alle zusammen im wohnzimmer, ich war völlig angespannt. Ich wusste nicht ob es gut ist wenn ich rede oder ob ich einfach still sitzen soll. Ich versuchte den Tisch zu decken und beim hinlegen vom Tablett kippte ich ein Wasser um. "Mein Gott super Mariam, zeig denen das du nicht mal ein Tablet hin legen kannst" noch bevor ich in schauen ertrunken bin, kam die Mutter von Moussa mit einem Papier um die Stelle zu trocknen und flüstere mir zu " alles gut, das passier mir manchmal Soger heute noch!"

Irgendwie war ich total erleichtert. Nach der Zeit lockerte sich die Situation doch ich hatte das Gefühl als würde seine Schwägerin mich durchlöchern. Sie hieß Iman und irgendwie war sie komisch. Sah sie mich al Konkurrenz? Ich bin doch keine Konkurrenz, vielleicht wird aus heute überhaupt nichts...

 

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Erzaehlerin

Der Abend nahm langsam seinen Lauf und nach dem Abendessen rief mich meine Mutter in den Flur.

Mama: du und dein Bruder Mohamed ihr werdet jetzt mit Moussa in das Zimmer gehen und paar Worte austauschen und dann wollen wir wissen ob ihr beide wollt ok?
Ich: was? Wie? Hä? Wieso das denn?
Mama: du musst das machen das ist so, Maryam bitte benimm dich.
Ich: ja Okey.

Ich ging vor und saß auf meinem Stuhl mein Bruder saß auf Bett, Moussa kam rein und ich konnte nur seine schwarzen Strümpfe sehen.

Mohamed: also ich Turteltäubchen, ihr wollt also heiraten.
-stille-
Mohamed: ehrlich jetzt? Wollen wir uns jetzt tot schweigen?
Moussa: also ich hoffe Inshaallah das wir heiraten.
Mohamed: also möchtest du?
Moussa: aufjedenfall Inshaallah.
Mohamed: Maryam was ist mit dir?
Ich: keine Ahnung
Mohamed: wie jetzt?
Ich: ja also, ja ehm.. Inshaallah ja
Moussa: du kannst mich ruhig anschauen wir sind mit deinem mahram hier das ist nicht schlimm Maryam.

-ich Schmelze dahin  wie er meinen Namen aussprach mein Herz schlug mir bis zum Hals. Ich schaute kurz nach oben und untere Blicke trafen sich.

Mohamed: ich fühl mich grad wie in einem indischen Film, nicht das gleich aus dem Schrank paar tanzende Hindus kommen. 11

Wir lachten.

Moussa: wie fandest du den Abend bis jetzt Maryam?
Ich: gut, du hast MashaAllah eine wundervolle Familie.
Moussa: kann ich nur zurück geben. Und du bist einfach MashaAllah.

Klopf klopf 1

Mama: seit ihr fertig? Die wollten langsam nachhause.
Mohamed: ja Mama ich glaub alles in trockenen Tüchern "Daumen Hoch"

Meine Mutters Lächeln durchleuchtete das ganze Zimmer.

Moussa und Mohamed gingen au dem Zimmer und meine Mama umarmte mich.
Meine Schwester Fatima kam und flüsterte mir ins Ohr "Mabrouk kleine Schwester",
Wir gingen zusammen zu den Frauen und meine zukünftige Schwiegermutter lass al Fatiha und eine dua. Sie umarmte mich ganz fest und machten sich dann fertig zum gehen.
An der Tür versammelten wir uns alle wieder um uns zu verabschieden. Moussa gab mir einen letzten Blick, und dann gingen sie..

 

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Nach der Trauung war für mich nix anderes, nix besonders. Ich hab mir diesen besonderen Moment immer ganz anders vorgestellt. Ich hab immer davon geträumt wie ich diesen Mann in die Augen schaue während ich mein ja Wort spreche. Wie ich mit diesem ja, ihn für immer meinen halt, meine Kraft, meine Schwächen, meine Treue meine Freude und mein Leben anvertraue. Das ich ab dem Tag für immer ein Teil von ihm sein möchte. Ich träumte davon wie seine Augen mich mit auf eine Reise mit nahmen. Eine Reise die sich meine Zukunft nannte, doch heute wurde mein Traum nicht wahr.

Nach der Trauung schrieb ich öfter mit Moussa, wir redeten über unsere Hochzeit. Wir suchten Wohnungen und Möbel. Irgendwie war ich vom Hochzeitstress so mitgerissen das ich meinen Herz nicht die Möglichkeit gegeben klar zu werden.

Wir hatten eine Wohnung gefunden in der Nähe von seinen Eltern, zur Besichtigung sollte ich mit meinem älteren Bruder kommen weil mein Vater nicht konnte.

Wir gingen zur Wohnung und er stand bereits da, mein Bruder und er umarmten sich ganz herzlich, mein Bruder mochte ihn sehr.

Moussa: Salam aleikum
-er reichte mir die Hand
Ich: Waaleikum Salam.
-er hielt meine Hand länger fest und ich sah ihn an und unsere blicken trafen sich.
Moussa: alles gut?
Ich: ja Hamdl danke und bei dir?
Moussa: auch
Mohamed: was ist los mit euch Werdet mal locker  ihr seit verheiratet man! Haha
Moussa lächelte vor sich hin, doch ich schaute nur streng weg. Irgendwie war mir die Situation einfach nur Strange.

Die Wohnung war wunderschön geschnitten, hohe Wände große Fenster, komplett renoviert, große geräumige Zimmer, ein Ankleideraun für mich und eine große Küche.

Mohamed: ich muss mal kurz telefonieren bin kurz vor der Tür ok?

-mein Herz lieb stehen ich war noch nie alleine mit Moussa.

Moussa: ja klar alles gut
Mohamed: ok Maryam? Ich meine ihr seit verheiratet was frag ich überhaupt haha.

Ich wünsche mein Bruder konnte meine Mimik ablesen.

Moussa: und wie gefällt dir die Wohnung?
Ich: sie ist perfekt..
Moussa: genau wie du..

Ich bin rot angelaufen.

Moussa: ich seh in dieser Wohnung unsere Zukunft, mit allahs Hilfe.

Ich schwieg.

Moussa: ich freu mich auf unsere Zukunft.

Mein Atem stoppte, wie sehr ich mich sowas von einen Mann gewünscht hätte. Solche liebevollen Worte doch mir wurd es einfach Zuviel. Moussa ist so ein toller Mann.

Mohamed: ok bin wieder da Ihr Eisberge, gefällt euch die Wohnung ?

Moussa und ich: ja!

Mohamed: oh, das sind ja tolle Aussichten :D ja gut wollen wir heim Maryam hab noch was zutun.
Ich: ja komm bin fertig hier, wir nehmen dann die Wohnung ja?
Moussa: gerne...

wir verabschiedeten uns und ich stieg bei meinem Bruder ein. Irgendwie war die ganze Situation so komisch, ich kann es einfach nicht beschreiben.

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Erzaehlerin

Die Tagen vergingen alle so schnell. Stück
Für Stück haben wir die Möbel eingekauft, viele haben wir geschenkt bekommen. Er hat das meiste ausgewählt, er hat immer meine Erlaubnis eingeholt doch mich direkt gefragt was ich möchte hat er nie. Irgendwie fühlte ich mich so einengt als würde ein Seil meine Stimmbänder zerdrücken. Ich konnte vor ihm nicht reden, nicht locker, nicht freu. Er war nicht mein Freund, nicht mein Kollege niemand den ich kenne. Nie haben wir zusammen gelacht, nie gestritten. Baut sich eine Ehe nicht auf? Durch schlechte Zeiten? Durch gute und schöne Zeiten? Erlebt man das erst nach dem Zusammenleben? War es richtig einen Mann zu heiraten für den ich keinerlei Gefühle in mir trage? Ich bin einfach nur überfordert, mit allem.

Die letzte Woche vor meiner Hochzeit stand an. Es war auch die letzte Woche für mich in der Uni. Ich hatte mein Studium mit Schweiß bestanden. Nach dem ganzen Gefühls - und Hochzeitschaos der letzen Wochen fiel es mir so schwer mich um meine Schule zu kümmern.

Yousra: was ist los Maryam?
Ich: nix wieso?
Yousra: du siehst so in Gedankenverloren aus.
Ich: verlieren wir uns nicht alle in unseren Gedanken?
Yousra: Mädel du heiratest  am Samstag freu mich mal ein wenig
Ich: ich freu mich doch!
Yousra: Freude sieht anders aus, was ist los??
Ich: es ist wirklich nix Yousra, meine Schwester war vor ihrer Hochzeit auch so. Ich glaub jeder ist so wegen dem Stress usw.
Yousra: ich hoffe es für dich! Aaalaaalaa la3roussaas ( Brust ) yyuyuyuyui!
Ich musste lächeln, das erste mal seit Wochen wieder.
Ich: du bist doch behindert Mädchen, ich werd dich so vermissen.
Yousra: es sind nur 40 km, ich werd immer zu dir kommen!
Ich: Inshaallah

Zuhause ging alles darunter und darüber, meine Mama hatte mir schon Unmengen an Umzugs Kartons  und Koffer in mein Zimmer gestellt.

Mama: amaryam, almsosiba, wann willst du anfangen zu packen ? Moussa kommt morgen deine Sachen abholen und alles ist noch hier. Weh du kommst gerissene oder kaputte Sachen mit, wathay sfita7 ( blamier Mich nich )
Ich: ja yemma ( mana ) ist doch gut.

Da lag ich nun, in meinem Zimmer was niemals mehr meins sein wird. Die letzten Tage in meinem Bett alleine. Heute in einer Woche wird für immer Moussa neben mir im Bett liegen. -dieser Gedanke lief mir wie ein Schauer über den Rücken- ich atmete tief ein, und tief wieder auf. Irgendwie musste ich an Younes denken, ich hänge einfach an Dingen die mir keine Kraft mehr verleihen. Ich muss vergessen was früher war, ich darf nicht mehr drüber nachdenken,  ich muss an den Menschen denken die immer für mich da sind, alles wird gut, sie geben mir die Kraft um wieder nach vorne zu sehen.
Ich nahm mit meinen ersten Umzugskartons und packte meine Klamotten. Egal wenn ich Samstag heiraten würde, dieses Gefühl wenn du für immer deine Sachen packst ist einfach nur unglaublich Traurig, mir kamen einfach dabei die Tränen...

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Erzaehlerin

Es war der Tag meines Henna abends, ich kam um 10 Uhr aus der Uni und ging sofort duschen. Kaum mehr Klamotten waren in meinem Schrank, mein Zimmer war die leer gefegt. Alle Erinnerung alle Einzelstücke die zeigen das ist mein Zimmer waren weg, es ist auch das letzte mal mein Zimmer das letzte mal mein zuhause. Morgen beginnt meine ungewisse Zukunft.

 

Ich ging in die Küche und meine Mama war am Küche putzen, ich nahm ihre Hand und sah ihr in die Augen. Meine füllten sich mit Tränen und ich musste sie so umarmen. Ich wusste das ich Mama jetzt im Stich lasse. Allein mit dem Haushalt, allein mit meinen Geschwistern und alleine mit meinem kranken Papa. Wie soll sie bloß ohne mich klar kommen? Wie soll sie das alles ohne mich schaffen? Sie ist doch so alt und so schwach, diese Gedanken zerrissen mein Herz.

 

Mama: edji ino ( meine Tochter ) watru sha ( Wein nicht)..

Ich konnte einfach nicht aufhören.

Über meiner Mamas Wange lief eine Träne, sie schaute weg und drückte mich von sich.

Mama: ich hab keine Zeit dafür ich muss die Wohnung aufräumen. Bitte guck ob du noch paar Sachen hast, oder hohl die Kekse von khaktim Rachida ab.

 

Ich ging ohne ein Wort und wusste das es meine Mama genau so zerreißt wie mich.

Ich wusch mir mein Gesicht und ging hoch zu Yousra. Da war alles voller Hochzeitstimmung, Musik, alle in der Küche am Tanzen, die Kekse eingepackt. 

 

Yousra: aaallaaalala la3roussa slaat u Salam..

Ich: hör auf Mädchen haha!!

 

Sie umarmte mich ganz herzlich und in mir kam etwas Freude auf.

 

Ich: ich soll die Kekse abholen, Salam Khalti Rachida.

Kh. Rachida: Waaleikum Salam, waas, deine Mama schickt die Braut die Kekse abholen?

Ich: ja wer soll es sonst machen? Fatima? Die schon mit Ihren Kindern duschen fertig machen anziehen ist?

Kh. Rachida: haha..niram (sagmal)

 

Noch bevor sie zu Ende reden konnte kam Younes die Haustür rein. Ich stand an der Küchentür, er schaute kurz vor und begrüßte seine Mama und lief weiter.

Es war wie ein Stich in meinem Herzen. Wie kann man nur nach sovielen Jahren, nach sovielen Tränen, nach soviel Verzweiflung, Sehnsucht, nach so einem Kampf und soviel Zeit, immer noch in einen Menschen soviel bewirken?

 

 

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Erzaehlerin

Mit tausenden von Gedanken, tausenden von Gefühlen und Hunderten von Vorwürfe ging ich wieder nachhause. Es waren nur noch wenige Stunden bevor die Gäste kamen. Meine Familie kam bereits aus Holland und Frankreich an. Meine Visagisten sollte in 20 mich da sein.

Ich bügelte noch schnell mein traditionshennakleid, ging duschen und machte mir die Nägel. Meine Visagisten schminkte und frisierte mich und ich zog meine dunkelgrün-goldene Braut Takschita an mit diamantene und Broschen überall oben am Kleid. Dazu eine hochsteck Frisur und eine goldene krone drin. Mittlerweile war es 18 Uhr und das Wohnzimmer war Rappel voll. Ich war so aufgeregt und Wusste nix mehr mit mir anzufangen. 

 

Yousra: booooaaaaaah! Maryam!!!! Du siehst bombeeeeee aus !!!

Ich: meinst du? Soll ich die Haare nicht lieben offen lassen?

Yousra: nein das sieht hoch gesteckt voll schön aus!! MashaAllah du wunderschöne Braut!

Ich: du siehst auch voll gut aus almosiba willse dir meinen Bruder klar machen ;)

Yousra: hahah bist du behindert.

Fatima: Maryam komm du musst jetzt Raus, Yousra begleitest du sie raus oder soll ich?

Yousra: nein! Du bist ihre Schwester mach du das.

Ich: mir ist das egal 

Fatima: ok hier kannst du Anouar fest halten.

 

Fatima: Slaat u slaaam 3alaaa rasullah ( die Tür ging auf und alle meinen Cousinen Tanten standen an der Tür )

Alle zusammen: ilaaa jalayjasidana muhammed, allahumaaa jeyreliii jujuju.

 

das Wohnzimmer war wunderschön dekoriert Yousra und Fatima hatten das für mich vorbereitet. Alles in grün Gold weiß ganz traditionell mein Herz füllte sich voller liebe und Aufregung. 

Ich saß mich auf mein Platz und meine Henna Frau begann sofort ihr Henna zu machen. Zu erst machte sie mir komplett Tradition einmal Henna in die Hand, dann musste ich 30 min warten dann wurde mir das abgewaschen und dann fing sie mit Henna Muster an. Weil ich mich nicht zwischen Tradition und Muster entscheiden konnte half sie mir beides zu haben. Meine Gäste tanzten, lachten, und hatten ihren Spaß. Ich saß da und war wie in einer Traumwelt. Ich war da -doch meine Gedanken verließen den Raum. Sie flogen in meine neue Wohnung, ich dachte an mein neues Zuhause, an den neuen Ort an dem ich schlafen, essen, duschen, und mein Leben verbringen werde. Ich dachte an Moussa..

 

Khalti Rachida saß sich zu mir.

 

Khalti Rachida: mabrouk ara3ma ino ( herzlichen glücklich mein Herz )

Ich: Shoukran Khalti.

Khalti Rachida: bist du aufgeregt?

Ich: ja mega Subhan'allah 

Khalti Rachida: das ist normal, mach dir kein Kopf. Es ist auch ein großer Tag, morgen beginnt für dich ein neues Leben. Ich will das du weißt, das ich immer für dich da bin. Wie deine Mutter, du kannst immer mit mir reden. Ich hab dich praktisch mit Younes und Yousra mit groß gezogen. Bitte scheu dich niemals zu mir zukommen wenn dich was bedrückt okey?

 

-mein Herz bekam einen Aussetzer, wie sehr ich mir diese Worte von dir als Schwiegermutter gewünscht hätte. Wie ich damals immer davon Schwärmte was eine wundervolle Frau du bist, wie ich mir wünschte das heute unser Henna Abend wäre. Wieso musste dein Sohn bloß so herzlos sein.-

 

Ich: shoukran khalti, weiß ich zu schätzen..

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Erzaehlerin

Kapitel 15:

 

Es war einfach der schlimmste Abend meines Lebens. Ich wusste das es einfach der letzte Tag mit meiner Familie sein wird. Danach wird alles anders sein, ich werd sie zwar noch sehen, wenn Allah will, aber alles wird andere sein. Es ist so ein schlimmes Gefühl, als ich mein Traditionskleid anzog wurd alles schlimmer. Ich konnte meine Tränen nicht mehr halten, später kam meine Mutter rein. Ich hätte mich am liebsten an Sie geklammert und einfach nur drauf los heulen. 

 

Mama: watrou sha ejidji ( Wein nicht meine Tochter )

 

Ich weinte und drückte mich an Sie 

 

Ich: Semhaji Mama für jede Träne und jeden Wutanfall denn du jemals wegen mir hattest. Semhaji für die Tage an den ich nicht auf dich gehört habe, semhaji für alles.

Mama: ma3lish ra3mar ( egal )

Ihre müden trockenen Lippen berührten meine Stirn. Meine Mutter roch nach essen sie stand den ganzen Abend in der Küche. Ihre zitternden alten Hände nahmen mein Herz in die Hand so sehr schmerze der Gedanke wie sie geschuftet hat nur um mir einen schönen Henna Abend zuschenken. 

 

Am Abend kam die Familie von Moussa und brachten mir meine Geschenke und den Henna. Sie blieben paar Minuten, umarmten und gratulierten mich und gingen. Ich hatte 3 Riesen große weißen Schachteln bekommen. In einem war eine Takschita in weiß Gold, eine Abaya in weiß Gold, passender Schmuck, Hujab und Schuhe, in dem anderen waren ganz viele Süßigkeiten Henna und Duschsachen. Im dritten war Unterwäsche, ich bin im Erdboden versunken, Mama lachte nur und sagte es sei Tradition. In dem Moment kam mir die Übelkeit hoch. Allein der Gedanke dass ich morgen meine eher und meine Jungfrau verlieren würde, an einen Mann denn ich weder kenne noch liebe. 

 

Irgendwann am Abend gingen die Gäste und nur meine engste Familie blieb, sie übernachten bei uns, ich ging duschen, zog mein Hauskleid an machte mir einen Dutt und legte mich ins Bett. Ich habe darauf bestanden in meinem Zimmer allein zu schlafen, ich wollte einfach nur alleine sein und die Angst vorm ungewissen ließen mich in den Schlaf weinen.. Nach 2 Stunden würde ich wach, alles war dunkel, alles war ruhig. Meine Augen waren verklebt, ich ging ins Bad wusch mein Gesicht. Ich sah mir Tropfen im Gesicht mir meine Hände an. Mein Henna, es war so wunderschön. Ich hätte mir diesen Abend niemals so vorgestellt, ich dachte es sei ein Abend voller Freude, voller liebe voller Neugier. Voller Aufregung. Mein Herz war leer, ich trocknete mein Gesicht und ging zurück in mein Zimmer. Ich sah auf mein Handy und hatte 24 Nachrichten auf whatsapp, ich Scrollte durch, 4 Nachrichten von Yousra, 2 von Sanae, 5 von Fatima, 12 von  Gruppen und eine von Moussa.

 

Moussa: meine wunderschöne Braut, ich hoffe du hattest einen tollen Abend mit deiner Familie. Bitte sei nicht Traurig, du wirst deine Familie oft sehen das Versprech ich dir. Ich hoffe die Geschenke haben dir gefallen, ich freu mich auf morgen und auf den Rest meines Lebens. Gute Nacht meine Frau.

 

Ich war so kalt zu ihm, nie hab ich auf einer seiner Nachrichten derart geantwortet. Er tat mir so leid, er gab sich immer soviel Mühe. Obwohl mein Herz völlig kalt und traurig war beschloss ich ihm seinen zu versüßen.

 

Ich: Danke, der Abend war wunderschön und Traurig zugleich. Ich hoffe auch du hattest einen schönen Abend mit deiner Familie, ich bin mega aufgeregt und hoffe das morgen alles gut wird. Gute Nacht 

 

..

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Erzaehlerin

Der nächste morgen stand an, ich würde schon sehr früh von dem geschreie meiner Mutter wach. Ich öffnete meine Augen und legte meine Hände über mein Gesicht. Der Geruch des Hennas überkam mich und ich schaute meine mit wunderschönem Henna beschmückten  Hände an. Das Henna wurde in der Nacht dunkler und hatte eine wunderschöne dunkle braune Farbe, es war einfach mein perfektes Henna. Ich lag noch ein paar Minuten und schaute meine Decke an. Ich musste in mich gehen denn ich wusste heute beginnt für mich ein neuer Tag. Ein neues Leben ein neues Kapitel. Ich muss aufhören dauernd nach hinten zu schauen und anfangen nach vorne zu gehen. Ich muss meine Vergangenheit meine Zweifel und Ängste einfach liegen lassen. Allah segnet einem die ehrliche liebe oder nicht? Was Haram beginnt endet Haram Younes ist das beste Beispiel. Aber Moussa? Da kann doch nur baraka und liebe drinn sein. Wahre Liebe kommt erst nach der Hochzeit also Maryam, beruhig dich. Alles wird gut.

 

Mit diesen Worten umarmte und tröstete ich mich selber. Ich stand auf, duschte und frühstückte gemeinsam mit meiner Familie. Yousra war auch da und gab mir soviel Kraft. Es war ein wundervoller morgen und half mir mich aufzutanken. Nach dem Frühstück kam die Negafa und machte mich fertig. Sie zog mir mein Traumhaftes Brautkleid an, genau das, was ich mir immer wünschte. Oben mir spitze bis zu Taille und dann gaaaaanz viel Tüll. Sie half mir mein hijab zu binden. " möchtest du eine Krone ?" -"nein, ich möchte es ganz schlicht", betonte ich. Ich wollt einfach eine ruhige, stille natürliche Braut sein. Als ich fertig war, rief meine Negafa meine Mutter ins Zimmer noch bevor ich mich selber im Spiegel sah.

 

Meine Mutter kam rein, ihr überkamen die Tränen und sie umarmte mich so herzlich. Ich musste sofort weinen und hörte im Hintergrund nur die leise Stimme der Negafa die mich warnte jetzt schon los zu heulen. Mir war es egal, es war mein Moment, es war der Moment dieser Moment ich will ihn in vollen Zügen genießen. Meine Mutter zog mir ein wunderschönes silbernes Armband an, 

 

Mama: ajedji, ich liebe dich und hoffe du wirst immer glücklich sein!

 

Ich hätte sie am liebsten niewieder los gelassen. Erst dann wurde mir endgültig klar, was das für ein Tag heute sein wird. Was heute geschehen wird.

 

Ich ging ins Wohnzimmer wo meine Familie alles bereits für die Braut Abholung liebevoll dekoriert hat, ich war so geflasht von dem Anblick und von dieser Herz ergreifenden Situation..

 

Nach einer Stunde kam Moussa und holte mich von zuhause ab. Alles lief ganz traditionell aus, er sah gut in seinem Anzug aus und ich denke auch ich habe ihm gefallen..

 

Der Tag ging an mir vorbei. Ich war da aber auch nicht, alles war total hektisch und chaotisch. Ich hatte garkeine Zeit den Tag über an irgendwas zu denken und irgendwie war ich froh. Alles hatte einen Zeitplan, das herum fahren in der Stadt, das Foto Shooting. Das hinein kommen in die Halle. Torte schneiden, umziehen nächstes Kleid. Aamaria, Gast Geschenke verteilen, alles hatte seine festen Termine und meine Negafa und ihre Assistentin waren sehr streng. 

 

Alles musste nach Plan gehen und irgendwie... ja irgendwie war ich froh das alles so streng und schnell ging. Ich hatte kaum Zeit für mich, für meine Gedanken. Für meine Ängste und meine Sorgen. Ich war glücklich, es war meine Hochzeit und Moussa... ja Moussa hat mir alle meine Wünsche erfüllt. Die Torte die ich schon in Kindertagen wollte, diese Bühne, die Deko, meine Kleider alles war wie ich mir das schon immer gewünscht hätte und ich habe das alles Moussa zu verdanken. 

 

Der Abend nahm seinen Lauf. Mit meinem letzten Kleid saß ich mit Moussa auf meiner Bühne und wusste jetzt gleich ist es vorbei. Die letzten Fotos mit Familie und Freunden wurden gemacht und ich sah nur noch wie Yousra Younes in die Halle zerrte damit sie ein Familien Foto mit mir machen können. Unsere Blicke trafen sich sofort. Oh mein Gott Younes sah so unfassbar gut aus. Ich hoffe er weiß was er verloren hat wenn er mich jetzt so sieht. Wie oft ich mir diesen Moment gedacht hatte, immer wieder spielte diese Situation in meinen Kopf vor. Dieser Blick, ich hatte ihn in meinem Tagebuch eingetragen denn dieser Blick war ohne Worte. Ich hoffe so sehr du bereust alles, ich hoffe du weißt was du angerichtet hast, was du verloren hast. Heute hätten wir hier zusammen sitzen können. Heute hätten wir unser Leben beginnen können ein neues Kapitel eine neue Dimension der Liebe. Aber heute sitzt ich hier mit Moussa und weißt du.. ich bin glücklich..

 

Der Abend ging zu Ende, ich zog meine Takschita die ich an meinem Henna Abend an hatte. Meine Negafa machte mir unter meinen hijab meine Haare schön, schminkte mich dezent und sagte mir " du musst ja gleich noch für deinen Mann wunderschön sein", ich bekam Gänsehaut am ganzen Körper und die ganzen Gedanken die über den Tag wie ausgelöst waren kamen jetzt alle aufeinmal. Ich schluckte, atmete tief ein und versuchte zu lächeln. Meine Familie begleitete mich noch zum Auto und verabschiedeten sich alle von mir. Es Floßen soviele Tränen, dass daraus ein Meer voller Verzweiflung entstanden wäre. Ich wünschte meine Mutter würde mich einfach wieder mit nachhause nehmen. Bitte lasst mich jetzt nicht allein!!! 

 

Ich stieg in das Auto hinten ein, Moussa setzte sich zu mir und sein Bruder fuhr und nachhause. Den ganzen Weg lang schwiegen wir, ich hatte so ein Druck in meiner Brust. Kurz vor der Ankunft kam er mit seiner Hand immer näher bis unsere Hände sich berührten. Mein Herz klopfte so stark dass ich fast keine Luft mehr bekam. Bis zum Hals schlug mein Herz und ich hörte nur noch das pochen. Ich hatte das Gefühl gleich in Ohnmacht zu fallen es waren so unfassbar viele Gefühle die ich nicht ein ordnen kann. Der Bruder von Moussa ließ uns raus, Moussa nahm meine letzte Tasche aus dem Auto und verabschiedete sich. Er nahm mich an die Hand und lief mit mir zur Wohnung. Er öffnete die Tür, ich ging rein. Er schaute mich an und ich wusste.. jetzt gibt es kein Zurück mehr...

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Erzaehlerin
vor 1 Stunde schrieb Montarrouit:

Geht es nicht mehr weiter?

Heute Abend, wenn ich mit meiner Tasse Kaffee eingekuschelt auf der Couch liege, werde ich weiter schreiben...

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