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Vorwort:

Im Koran werden 25 Propheten namentlich erwähnt. Viele dieser Namen tauchen auch in der Bibel auf. Der Koran erzählt hier weitere Ereignisse rund um die Propheten und ihre vorbildhaften Eigenschaften für Menschen.

Der Prophet Lot und die Menschen aus Sodom

Einst lebte in der Stadt Sodom ein Volk, das sündigte wie kein anderes zuvor. Sie raubten Reisende aus und töteten sie. Ohne dabei Scham zu empfinden, taten sie allerlei schlimme Dinge in der Öffentlichkeit. So war es nicht weiter verwunderlich, dass die Männer aus diesem Volk Männern zugeneigt waren, und nicht Frauen.

Auch der Prophet Lot lebte mit seiner Familie in Sodom. Er erzählte den Menschen von dem Einen Wahren Gott und erinnerte sie daran, Ihm für all Seine Gnaden dankbar zu sein. Doch mit jedem neuen Tag, der anbrach, wurden ihre Vergehen schlimmer und schlimmer. Lot war geduldig und warnte sein Volk viele Jahre lang, ohne jedoch auch nur einen einzigen Menschen überzeugen zu können. Er sagte: „Wollt ihr fortfahren, zu Männern zu kommen, auf der Straße aufzulauern und Ungehöriges in euren Zusammenkünften zu begehen?“ Die Erwiderung seines Volkes war nur, dass sie sagten: „Bring die Strafe Gottes auf uns herab, mit der du uns drohst, wenn du wahrhaft bist!“ (29:29) Irgendwann konnte Lot ihre Bosheit nicht länger ertragen. Er bat Gott, das Volk von Sodom für dessen Sünden zu bestrafen. Und da Gott die Wünsche seiner demütigen Diener erhört, wurde seine Bitte auch angenommen.

Als Lots Tochter eines Tages frisches Wasser von einem Fluss außerhalb der Stadtmauern holen wollte, begegnete sie drei großen und sehr stattlichen Männern, die sich bei ihr nach ihrem Vater erkundigten. Das Mädchen bat die Männer, am Stadttor auf sie zu warten. Sie ließ das Gefäß mit dem Wasser zurück und eilte flink geradewegs zu ihrem Vater. „Vater“, sagte sie, „an der Pforte zur Stadt warten drei Fremde auf dich. Ich habe niemals zuvor so gutaussehende Männer gesehen, deshalb habe ich Angst um sie. Auch Lot hatte ein schlechtes Gefühl bei der Sache. Er machte sich umgehend auf den Weg zu ihnen, bevor die anderen Bewohner der Stadt Wind davon bekämen. Dann begrüßte er sie: „Friede sei mit euch! Seid ihr zu Besuch hier oder nur auf der Durchreise?“ „Wir sind gekommen, um einen wichtigen Auftrag in dieser Stadt auszuführen“, erwiderten sie.

Lot machte sich große Sorgen um seine Gäste und warnte sie vor seinem Volk: „Ich bin in meinem ganzen Leben noch keinen so schlechten Menschen begegnet wie den Bewohnern dieser Stadt. Ihr müsst euch in Acht nehmen vor ihnen!“ Dann führte er sie in der Hoffnung, dass niemand sie bemerken würde, durch die Gassen zu seinem Haus.

Doch die Nachricht über den Besuch hatte sich bereits wie ein Lauffeuer in der Stadt verbreitet, und alle wollten einen Blick auf die jungen Männer erhaschen. Schon kurze Zeit später war Lots Haus umringt von einer Menschenmenge. Vor allem die Männer begehrten Einlass, um die schönen Fremdlinge zu beäugen. Lot flehte sie an, seine Gäste in Ruhe zu lassen, und versuchte, ihnen Gottes Gebote in Erinnerung zu rufen. Er ermahnte sie scharf: „So versteht doch endlich: Gott verlangt, dass Männer Frauen heiraten und umgekehrt. Erfüllt eure Pflicht gegenüber Gott!“

Doch Lot war machtlos. Die Menge brach die Tür auf und verschaffte sich somit Zugang zu seinem Haus. Da bauten sich die drei Engel vor dem Gesindel auf, und auf ein Zeichen des Engels Gabriel hin verloren die Leute ihr Augenlicht. Schockiert und voller Angst rannten sie aus dem Haus in die Schwärze der Nacht. Währenddessen wandten sich die Engel an den Propheten Lot und rieten ihm, noch vor dem Morgengrauen seine Sachen zu packen und mitsamt seiner Familie die Stadt zu verlassen, ohne auch nur einen Blick zurückzuwerfen. Sonst würde ihnen die gleiche Strafe zuteil werden, die auch die Frevler treffen sollte. Schleunigst verließen Lot und seine Familie das Haus, ganz wie es die Engel befohlen hatten.

Bei Sonnenaufgang setzte ein schreckenerregender, ohrenbetäubender Lärm ein, so als würde die Luft förmlich zerreißen. Der Boden unter ihren Füssen krümmte sich und wogte auf und nieder wie ein wildes Tier. Straßen wurden zerstört, Gebäude in kleinste Stücke zermalmt, Chaos brach aus. Plötzlich regnete es außerdem schwere, heiße Steine vom Himmel herab, die auf die fliehenden Menschen einschlugen.

In der Zwischenzeit hatten Lot und seine Familie die Stadt verlassen, ohne sich auch nur einmal umzudrehen. Nur seine Frau gehörte ebenfalls zu den ungehorsamen Sündern und teilte deshalb deren Schicksal. Sie starb in der Stadt. Heute befindet sich an jenem Ort, an dem damals die Stadt Sodom stand, ein See, dessen Wasser sogar salziger ist als das der Meere. Man nennt ihn Totes Meer.

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