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Andere Länder, andere Leiden


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Tuberkulose, Bandwürmer, gefährlich verdrehter Darm, Hautleiden – Flüchtlinge bringen oft aus ihrer Heimat im Gastland wenig verbreitete Krankheiten mit. Die medizinische Versorgung stellt das auf eine harte Probe.

Andere Länder haben nicht nur andere Sitten. Sie haben auch andere Krankheiten. Die Flüchtlingskrise stellt die Medizin vor Herausforderungen, für die sie sich erst noch rüsten muss. Die etwa eine Million Flüchtlinge, die im vergangenen Jahr nach Deutschland gekommen sind, wurden nach ihrer Ankunft einer ersten medizinischen Untersuchung unterzogen. Darüber hinaus galt es, für die Zeit danach die medizinische Grundversorgung sicherzustellen.

Die Ärzte sind aber nicht allein mit menschlicher Not konfrontiert worden. Sie sahen sich auch vor die Aufgabe gestellt, Erkrankungen zu diagnostizieren, die hierzulande selten, in den Herkunftsländern jedoch weit verbreitet sind. Mit den ungewohnten Anforderungen bei der Versorgung von Patienten mit Migrationshintergrund befasste sich in der vergangenen Woche (19.9. - 23.9.2016) ein Symposion auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten in Hamburg.

Denkt zuerst an Tuberkulose

Viele der Erkrankungen, die man bei Flüchtlingen diagnostiziert, betreffen den Magen-Darm-Trakt und die Leber. Dazu zählt etwa die Tuberkulose des Darmes und des Bauchfells, wie Henning Mothes vom Universitätsklinikum Jena in Hamburg berichtete. Die Symptome sind oft wenig charakteristisch. Übelkeit, Bauchschmerz und Ansammlung von Flüssigkeit im Bauchraum können auftreten. In der Flüssigkeit lassen sich die Erreger nur selten direkt nachweisen. Auch die üblichen Nachweisverfahren über Haut- und Bluttests können negativ ausfallen.

Wenn ein Arzt keine Diagnose treffen könne, so solle man an die Tuberkulose denken, mahnte Mothes. Selbst, falls ein entzündlicher Verschluss des Darmes vermutet wird, sollten Operationen bei Verdacht auf Bauchfelltuberkulose tunlichst vermieden werden. Die Experten empfehlen in diesem Fall eine Bauchspiegelung mit einer Biopsie. Dabei werden Proben aus dem verändertem Gewebe des Bauchfells entnommen. Im Labor lassen sich die Erreger dann leichter isolieren.

Lästige Parasiten

Eine Röntgenuntersuchung der Lunge erweist sich als wenig nützlich. Sie sollte nach Ansicht der Fachleute ohnehin nur bei den Migranten veranlasst werden, die aus Ländern mit einer hohen Prävalenz der Tuberkulose kommen. Bei Flüchtlingen aus Syrien etwa ist die Tuberkulose nicht häufiger nachzuweisen als bei der deutschen Bevölkerung. Unter Migranten aus Eritrea oder Afghanistan ist sie dagegen weit verbreitet. Die im Asylgesetz vorgesehene verpflichtende Röntgenaufnahme sei daher oft überflüssig, wenn nicht sogar von Nachteil.

 

Ein Befall mit dem Fuchs- und Hundebandwurm ist in der Türkei, manchen Ländern Afrikas und Arabiens recht häufig anzutreffen. Der Parasit bildet große Zysten in der Leber aus. Deren Entfernung bedarf einer besonderen Expertise, da die Erreger keinesfalls in den Bauchraum verschleppt werden dürfen. Eine Heilung ist dann nicht mehr möglich.

Gefährlich verdrehter Darm

Auf eine seltene, aber oft bedrohliche Erkrankung des Dickdarmes bei Migranten machte der Chirurg Stefan Post vom Universitätsklinikum Mannheim aufmerksam: den Volvulus des vor dem Mastdarm gelegenen gekrümmten Teil des Dickdarms, des Sigmas. Durch den verdrehten Darm ist die Blutzufuhr unterbrochen. Die Patienten leiden unter heftigen Leibschmerzen. Kommt es zur Nekrose des Darmes, besteht Lebensgefahr. Dann hilft nur die rasche Operation. Daher sei es wichtig, dass Ärzte im Notdienst die Erkrankung kennen. Ursache sind genetische Disposition und Ernährungsgewohnheiten in den Ländern.

 

Bei der Hälfte der Krankheiten von Migranten handelt es sich um Infektionen, nicht selten mit in Deutschland kaum verbreiteten Parasiten. Eine Befürchtung gelte es jedoch auszuräumen, wie August Stich, Tropenmediziner der Missionsärztlichen Klinik in Würzburg, klarstellte: Eine Gefahr für die deutsche Bevölkerung durch Einschleppung von Erregern bestehe nicht. Lediglich Skabies, eine durch die Krätzmilbe verursachte, aber nur wenig infektiöse Hauterkrankung sei weit verbreitet. Es sei vielmehr umgekehrt. Flüchtlinge und Migranten seien gefährdet, weil sich in den Gemeinschaftsunterkünften Erreger der Influenza und anderer Viruserkrankungen ausbreiteten. Migranten sind an dieses Keimspektrum nicht adaptiert und daher besonders empfänglich.

 

 

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Zum Thema Krätze, es kursierte eine ganze Zeitlang an sämtlichen Schulen in wuppertal letztes jahr. Zur info..Krätze ist meldepflichtig,es gelten besondere Hygienevorschriften...dazu gehort der tagliche Wechsel der Bettwäsche...etc ...es ist genauso aufwendig wie Kopflausbefall!!!

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Guest Racfifchen
vor 2 Stunden schrieb Iman3012:

Zum Thema Krätze, es kursierte eine ganze Zeitlang an sämtlichen Schulen in wuppertal letztes jahr. Zur info..Krätze ist meldepflichtig,es gelten besondere Hygienevorschriften...dazu gehort der tagliche Wechsel der Bettwäsche...etc ...es ist genauso aufwendig wie Kopflausbefall!!!

Schlimmer als Kopfläuse. Die Milben sind noch viel hartnäckiger und erheblich schwieriger wieder loszuwerden. 

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vor 5 Minuten schrieb Bouffi:

Krätzmilben sind kälteempfindlich. Kleidung einfach eine Nacht draussen im Frost hängen lassen und es hat sich erledigt. Von der Haut lassen sie sich mit passender Pestizidanwendung entfernen. Kammerjäger werden da vermutlich nicht weiterhelfen...

Das heisst wir stecken die befallenen kinder in due kühltruhe?

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Guest Racfifchen
vor 11 Stunden schrieb Bouffi:

Krätzmilben sind kälteempfindlich. Kleidung einfach eine Nacht draussen im Frost hängen lassen und es hat sich erledigt. Von der Haut lassen sie sich mit passender Pestizidanwendung entfernen. Kammerjäger werden da vermutlich nicht weiterhelfen...

Und was machst du mit den Milben, die sich in den Betten verstecken? Die Bettwäsche kann man ja waschen / Kochen. Aber was ist mit Kissen, Decken, Matratzen? 

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vor 3 Stunden schrieb Bouffi:

Theoretisch würde es die Milben wohl killen, ich empfehle aber eher wie oben geschrieben die Pestizidsalbe. Sie hilft schnell und wirkungsvoll...ask your doc

Wir hatten die salbe. Beim einen kind gewirkt, beim zweiten nicht,das bekam ne andere 

@Racfield saugen saugen saugen!matratze mit folie ein pasr tage einwicjeln die viecher kratzen ab

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Guest Racfifchen
vor 8 Stunden schrieb Iman3012:

Wir hatten die salbe. Beim einen kind gewirkt, beim zweiten nicht,das bekam ne andere 

@Racfield saugen saugen saugen!matratze mit folie ein pasr tage einwicjeln die viecher kratzen ab

Danke, gut zu wissen. Hoffentlich werde ich dieses Wissen nie brauchen!!!!!!!! :o

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  • 2 weeks later...
  • Mitglied

Hi,

genau darum finde ich es immer wieder schade, daß soviele Ausländer hier nach Deutschland kommen, z.B. Medizin studieren und Arzt werden und dann in Deutschland bleiben.

Es wäre doch viel besser, wenn sie zurück gehen würden und dort den Leuten helfen würden, Ärzte gibt es hier doch wirklich genug.

Besser noch sie würden eine Schule oder sowas aufmachen und sich selbst weiterbilden. Ansonsten bleiben sie auf ewig von der Hilfe anderer Länder abhängig.

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Guest Racfifchen
vor einer Stunde schrieb Yousuf:

Hi,

genau darum finde ich es immer wieder schade, daß soviele Ausländer hier nach Deutschland kommen, z.B. Medizin studieren und Arzt werden und dann in Deutschland bleiben.

Es wäre doch viel besser, wenn sie zurück gehen würden und dort den Leuten helfen würden, Ärzte gibt es hier doch wirklich genug.

Besser noch sie würden eine Schule oder sowas aufmachen und sich selbst weiterbilden. Ansonsten bleiben sie auf ewig von der Hilfe anderer Länder abhängig.

Viele behaupten zu Beginn ihres Studiums ja, dass sie genau das vorhaben. Und dann noch schnell ein paar Jahre Berufserfahrung sammeln, damit man auch gut vorbereitet ist. Und dann bleiben sie doch hier. Gut für Deutschland, aber schlecht für deren Heimatländer. 

Ich kenne nur einen Fall, wo der Student später zurück gegangen ist. Er hat in Nigeria ein Kinderkrankenhaus eröffnet. Toller Mann, bewundernswert! 

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  • 6 months later...
  • Mitglied
Abendstern
Am 27.2.2017 um 09:40 schrieb Racfield:

Viele behaupten zu Beginn ihres Studiums ja, dass sie genau das vorhaben. Und dann noch schnell ein paar Jahre Berufserfahrung sammeln, damit man auch gut vorbereitet ist. Und dann bleiben sie doch hier. Gut für Deutschland, aber schlecht für deren Heimatländer. 

Ich kenne nur einen Fall, wo der Student später zurück gegangen ist. Er hat in Nigeria ein Kinderkrankenhaus eröffnet. Toller Mann, bewundernswert! 

Eigennutz gibt es in natürlich anderer Form auch bei deutschen Studenten bzw. späteren Ärzten. Sie lassen sich z.B. einen Teil ihres Studiums durch BaföG finanzieren und schauen anschließend, dass sie -sofern es der Ärztemarkt zulässt- sobald als möglich keine Kassen- sondern nur Privatpatienten behandeln.

Das ist wohl sogar verwerflicher als das Verhalten des ausländischen Studenten, der -sofern es realisierbar ist- nicht in sein Heimatland zurückkehrt. In diesem Zusammenhang wurde zudem In einem TV-Beitrag mal erwähnt, dass Ärzte selbst in Schwellenländern und dies unter Berücksichtigung abweichender Lebenshaltungskosten weniger verdienen würden als Pfleger in den Industriestaaten West- und Mitteleuropas bzw. Teilen Nordamerikas.  Dazu wird sicher auch der zeitweise anzutreffende Pflegernotstand beitragen, aber am Ergebnis ändert dies nichts.

Hinzu kommt noch, dass man den eigenen -zukünftigen- Kindern im Westen bessere Ausbildungschancen bieten kann als in der originären Heimat, von deren und den eigenen sonstigen Lebensperspektiven ganz zu schweigen.

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  • Mitglied
Abendstern

Ich habe auf den Hinweis, dass es ausländische Studenten gibt, die ihren Eigennutz in den Vordergrund schieben erwähnt, dass es dies auch bei deutschen Akademikern gibt.

Als Beispiel nannte ich Medizinstudenten, die sich neben den beträchtlichen Kosten der Ausbildungsstätte auch zunächst ihren Lebensunterhalt mit dem Geld von GKV-Patienten in Form von Bafög finanzieren lassen.

Sobald es dann später als Arzt realisierbar ist, geben sie sie ihre Kassenzulassung zurück und behandeln de facto nur noch PKV-Patienten, die in Deutschland eine Minderheit sind.

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