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Contradictoire.


sqm16

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Hey ihr lieben ! Ich lese schon seit längerem eure Geschichten und bin total fasziniert, weswegen ich beschlossen habe, ebenfalls eine zu schreiben. Ich poste euch den Anfang, hoffe es gefällt euch, dementsprechend lade ich weiteres hoch. Die Geschichte ist von einer wahren Begebenheit INSPIRIERT ist aber fiktiv! LG, sqm. ________ Ich habe diesen Jungen noch nie angesehen, ohne ihm sagen zu wollen, was er mir bedeutet. Er trat in mein Leben, auf eine Art und Weise, wie ich sie mir niemals hätte vorstellen können. Er kam in mein Leben, ohne dass ich es jemals erwartet hätte, plötzlich war er einfach da. Und genauso plötzlich wie er kam, löste er etwas in mir aus, was ich noch nie erlebt hatte. Vor etwa einem Jahr waren meine Mutter und ich auf der Hochzeit einer Familienfreundin eingeladen. Auf diese Hochzeit sollte auch eine meiner Freundinnen kommen. An dem Tag der Hochzeit sollte mein Bruder uns fahren. Und hier beginnt meine Geschichte: Es war ein schöner, sonniger Tag Anfang April. Die Vögel zwitscherten, die Temperaturen waren sehr angenehm und ich hatte vor kurzem meine schriftlichen Abiturprüfungen hinter mich gebracht. Die letzten tage hatte ich größtenteils damit verbracht, mich auszuruhen und heute sollte die Hochzeit von Sadia sein, ein Mädchen, das mir früher Quran Unterricht gegeben hatte. Ich machte mich grade fertig, als ich meinen Bruder stöhnend und genervt in sein Zimmer laufen hörte. Ich ging zu ihm ins Zimmer und fragte ihn was los sei. „Mama will , dass ich euch zur Hochzeit fahre und da bleibe. ich hab gar keinen Bock, ich werde mich so langweilen“. „oh, wir können doch auch fahren wozu musst du mit ?“, meinte ich verwundert. „ Haha, frag mal deine Mutter…“, entgegnete mein Bruder knapp. Ich konnte mir schon denken, was das Problem war. Meine Mutter mochte es nicht Autobahn zu fahren. Ich hatte vor einer Woche einen Unfall gebaut in unserer Straße. Es wunderte mich nicht, dass meine Mama weder selbst fahren wollte, noch mich fahren lassen wollte. Ich ging also zurück in mein Zimmer und glättete meine langen, dunkelbraunen Haare, kramte ein knallrotes langes traditionelles Kleid aus meinem Schrank und schminkte mich dezent. Ich warf einen Blick in den Spiegel und war tatsächlich erstaunt, wie ich aussah. Ich war keine Meisterin im Schminken, noch im Haaremachen, doch heute war etwas anders. Ich strahlte einfach, es ging mir unglaublich gut. Ausserdem freute ich mich riesig auf die Hochzeit, weil meine Freundin auch da sein würde. Gegen 18 Uhr waren wir dann fertig, Mama, mein Bruder und ich. Wir fuhren los, ich saß hinten, Mama und mein Bruder vorne. Mein Bruder war extrem wütend und genervt und ich versuchte irgendwie ihn aufzubauen. Ich schrieb auf der Fahrt mit meiner Freundin und erzählte ihr, dass mein Bruder total wütend mit uns mitkommen musste. Da erzählte sie mir lachend, dass auch ihr Bruder gezwungen wurde mitzukommen. Ich begann zu lachen im Auto und erzählte meinem Bruder davon, der dann nur knapp entgegnete: „denkst du ich komme nicht selbst zurecht ?!“ Den Rest der Fahrt schwieg ich. Als wir in der Halle ankamen, waren wir eine der ersten. Die Halle war wunderschön dekoriert, in rot und weiss . Die Braut war natürlich noch nicht da, so wie sich das gehörte. Meine Mama und ich nutzten die leere Halle natürlich sofort, um ganz viele Bilder zu machen und lachten ausgiebig. Mein Bruder saß nur da und langweilte sich. WIr beschlossen uns wieder hinzusetzen und ich wartete sehnsüchtig auf meine Feundin, da die Hochzeit ohne sie extrem langweilig sein würde. Ausserdem war ich sehr gespannt auf ihren Bruder, da ich noch nie etwas von ihm gesehen oder gehört hatte. Nach einer Weile sah ich sie, ihre Mutter und ihren Vater , wie sie die Halle betraten. Ich sagte ihrer Mutter erstmal herzlich hallo und umarmte sie ganz fest. Dann umarmte ich Samira und sagte: „Endlich seid ihr da! Ich hatte schon Angst ihr kommt nicht mehr !“ Sie antwortete lachend:“Ach was, natürlich kommen wir. das können wir doch nicht verpassen.“ Wir setzten uns an unseren Platz und dann sah ich ihren Bruder. Er sagte meinem Bruder gerade hallo und sie schienen sich bereits gut zu verstehen. Ich konnte nicht anders als ihn zu analysieren. Er sah gut aus. Für einen Pakistaner war er hübsch, gut gebaut und wirkte äußerst anständig. Ich riss meine Augen fort von ihm, weil ich merkte, dass ich ihn lange angeschaut hatte. Ich wollte nicht, dass Samira denkt, dass ich ein Auge auf ihren Bruder geworfen hatte, zumal ich eigentlich nicht interessiert war. Tatsächlich war ich in festen Händen.

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Hey ihr lieben ! Ich lese schon seit längerem eure Geschichten und bin total fasziniert, weswegen ich beschlossen habe, ebenfalls eine zu schreiben. Ich poste euch den Anfang, hoffe es gefäl

AW: Contradictoire. Ich blickte um mich herum, aber sah keinen. Plötzlich war Zayn weg. Verschwunden. Schweißgebadet wachte ich auf. Es war nur ein Traum. Ich richtete mich zitte

AW: Contradictoire. „Aaliyah, es ist 1 Uhr nachts ! WO warst du??“ „Mama, ich hab doch gesagt, wir sind so gegen Mitternacht da..wir haben die Bahn nicht mehr bekommen..“, log ich mein

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Und weiter gehts :)

Ich hoffe den stillen Beobachtern gefällts auch ! _____ Ich war zu dem Zeitpunkt mit Hamid zusammen, ein Marokkaner, der jedoch kein Abi gemacht hatte und als Bankkaufmann tätig war. Meine Freundinnen sagten mir oft, „was möchtest du mit diesem Bauer?“ oder „Du bist viel zu gut für ihn“…aber mich interessierte dies nie. Ich liebte ihn- zumindest sagte ich mir das. Ich wusste, dass er mich über alles liebte, dass ich für ihn die einzige war und dass er alles für mich tun würde. Dennoch war ich mir nicht hundert prozentig sicher mit ihm, ich wusste, dass irgendetwas fehlte. Ich wusste nur nicht was. Beschämt über meine Analyse des fremden Pakistaners, widmete ich mich Samira. Wir redeten sehr viel über die Schule, den Islam und über Politik. Samira war zwar erst 17, aber sie war für ihr Alter bereits sehr reif und äußerst weise und ich liebte es mich mit ihr zu unterhalten, weil wir wirklich auf einer Wellenlänge waren. Während wir redeten fiel mein Blick unauffällig und unbewusst auf Samiras Bruder, der mich intensiv und lange anschaute. Ich war überrascht und irgendwie war es mir unangenehm, dass er mich so anschaute. Sein intensiver Blick wirkte, als würde er mich gerade lesen. Er schaute aber irgendwie ohne einen Ausdruck auf dem Gesicht, sodass ich absolut nicht schlau wurde, was er gerade dachte. Hilflos und verwirrt wie ich war, lächelte ich ihn an, aber er schaute mich nur weiter an und wandte seine Augen nicht von mir ab. Okaaayyyy, dann guck eben weiter…, dachte ich mir und entriss mich seinem Blick. Der Abend verlief dank Samira sehr schön, und als wir abends heimfuhren war mein Bruder schon besser gelaunt. „und Miloud, es war doch schön oder ?“ „Haha ja, war echt cool. Zayn ist ein richtig korrekter Junge, wir sind uns sehr ähnlich.“ Zayn heißt er also… „Cool, freut mich echt. Ich glaube alle aus der Familie sind so anständig und intelligent. Was macht er eigentlich? Ist er so alt wie du?“ „Er macht gerade auch Abitur, so wie du. Er ist ein Jahr älter als ich.“ „Oh, Masha’allah. Khadijas Kinder sind alle so fleißig.“, schaltete sich nun auch meine Mutter ein. Danach kehrte Ruhe ein, und wir schwiegen - meine Gedanken waren jedoch sehr aufgewühlt. Er ist also auch Abiturient…also so alt wie ich. Pakistaner…und noch dazu anständig. Komisch, dass ich noch nie etwas von ihm gehört habe. So jemanden muss ich doch kennen, Rüthen ist doch nicht so groß! Ich erwischte mich wieder dabei, wie ich mir den Kopf über diesen Jungen zerbrach. Ich war doch verrückt. Ich war glücklich mit Hamid zusammen. Was war nur los mit mir?? Als ich nach Hause kam schminkte ich mich erschöpft ab, legte mein rotes Kleid ab und schlüpfte in meine bequeme Jogginghose und in ein lockeres Langarmshirt. Ich war sehr müde, aber irgendwie ließ mich Zayn nicht los. Ich griff nach meinem Handy und loggte mich in Facebook ein…und suchte verzweifelt nach Zayn. Ich gab seinen Vor- und Nachnamen ein. Nichts. Gab seinen Vornamen und den variierten Nachnamen ( so wie Samira ihn in Facebook hatte) ein. Nichts. Ich gab seinen Vornamen und den Anfangsbuchstaben ein…wieder nichts. Ich tippte „Za Yn“ ein. Wieder nichts. Ich versuchte aus Samiras Profil und ihren Freunden schlau zu werden, aber keine Spur von Zayn. Nach langer verzweifelter Suche gab ich mich geschlagen und war tatsächlich enttäuscht. Der Gedanke, dass ich mit Hamid zusammen war, war in meinem Kopf plötzlich verschwunden, bis Hamid mir in Whatsapp schrieb: „Aaliyah, ist alles okay?? Wie war die Hochzeit? Du hast dich den ganzen Tag nicht gemeldet, bitte melde dich!“ Ich erschrak. Oh mann, wie unglaublich blöd ich bin. Hab meinen Freund vergessen, wegen so einem blöden Fremden, den ich nicht mal kenne. Vielleicht hat er ja einen blöden Charakter, ich weiß doch nichts über ihn. Wieso hänge ich mich so an ihm auf.. „Hamid, es tut mir so leid, ich kam gar nicht dazu, die Hochzeit war so schön und wir haben soviel gelacht und geredet, dass ich gar nicht dazu kam, in whatsapp zu schreiben. Alhamdulillah mir gehts super, bin nur müde. Ich melde mich inshaallah morgen. Ich-„ Ich stockte. Ich wollte „Ich liebe dich“ schreiben, aber es fühlte sich nicht richtig an. Es war nicht richtig in dem Moment… „wünsche dir eine gute Nacht!“ , korrigierte ich mich schnell und legte mein Handy zur Seite und schlief ein…diesmal nicht mit Hamid als letzten Gedanken, sondern Zayn.. Es war mittlerweile Oktober. Ich lief gerade über den Campus mit meinem besten Freund Mehmet mit dem ich gemeinsam Jura studierte und wir lachten gerade über die alten Zeiten und die verrückten Leute in unserem alten Jahrgang, bis plötzlich Mehmet jemandem winkte. „Mehmet, wem winkst du ??“, fragte ich ihn verdutzt, weil ich kein bekanntes Gesicht sah und wir eigentlich den selben Bekannten- und Freundeskreis hatten. „Ohh, was machst du hier !“, entgegnet Mehmet jemandem und ich erkannte einen Jungen, der mit einem grimmigen Blick sein Essen draußen aß. „Locker, Pause machen und du?“, antwortete er. Irgendwie kommt er mir bekannt vor. Wer ist das bloß? Aber er erkennt mich nicht, ich bezweifle, dass ich ihn dann auch kenne? „Wir gehen jetzt in die Zivilrecht Vorlesung, wir studieren Jura. Was machst du hier, immer noch Physik?“ „Nein man, mein großer Bruder ist der Physiker. Ich bin der jüngere, Zayn, ich habe jetzt auch mit Jura angefangen. Ich gehe gleich auch in Zivil. Was ein Zufall, Bruder ! Wir sehen uns später !“ Jeder einzelne Zentimeter in mir zog sich zusammen. Es ist Zayn, oh mein Gott. Er ist an derselben Universität wie ich - oh mein Gott. Wir studieren dasselbe…oh. mein. gott.

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AW: Contradictoire. Am nächsten Tag wachte ich mit einem leeren Gefühl auf. Es lag aber nicht daran, dass Hamid mir sehr fehlte. Ich hatte mich daran gewöhnt. Um ehrlich zu sein, tat mir die Distanz gut, da Hamid ein Kotrollfreak war, was mich extrem nervte. Aber heute fühlte ich mich anders. Weder unglaublich fröhlich, noch deprimiert. Einfach anders. Während der Strafrecht Vorlesung, drehten sich meine Gedanken nur um den Namen „Z. A. Y. N.“. Meine Gedanken spielten die Reihenfolge dieser Buchstaben in einer Endlosschleife ab. „Aaliyah, ist alles okay?“ Sarija schaute mich besorgt an. Ich war total weg. „Ehm, ja, alles gut. Ich war nur grad in Gedanken. Können wir nach der Vorlesung auf Toilette? Ich muss richtig dringend haha“ Sarija nickte, und schaute mich immer noch besorgt und prüfend an. Ich grinste breit und versicherte ihr, dass es mir gut ging. Nach der Vorlesung lief ich mit Sarija und Anita die Treppen hoch und spürte wie die Kommilitonen uns anschauten, aber wir ignorierten alle, schließlich waren wir daran gewöhnt, dass man jeden anschaute, der die Treppen hoch oder runterlief. Als ich ganz oben angekommen war, schaute ich nach links und sah, wie mich ein Junge beobachtete und intensiv anschaute. Es war Zayn. Ohne zu zögern und ohne nachzudenken lächelte ich ihn an und stellte mich neben ihn und begrüßte ihn mit einem strahlendem und selbstbewusstem „Hallo:)“ Zayn schaute mich immer noch sehr intensiv an und antwortete ebenfalls, diesmal mit einem Lächeln, „hi“ [I]wow. mashaallah, was für schöne Zähne er hat…und seine Augen, Soviel Nour und so leuchtend.[/I] „Alles klar bei dir? Hab dich letztes mal nicht wirklich erkannt, deswegen wusste ich nicht, ob ich dich ansprechen soll, verzeih mir“ Zayn schaute mich etwas verwirrt an und sagte dann: „Danke mir gehts gut und dir ? Wir haben uns gestern mit Mehmet draußen gesehen, ne? Woher wusstest du, dass ich Samiras Bruder bin?“ „Weil du sagtest du wärest Zayn…wir waren vor einem halben Jahr auf einer Hochzeit zusammen, da hast du meinen kleinen Bruder Miloud kennengelernt!“ „Ahhhhh, jaa ich erinnere mich! Du bist also Aaliyah, die Schwester von dem Goldjungen Miloud! Meine Schwester hat sehr oft von dir erzählt, sie hat großen Respekt vor dir.“ Ich lächelte verlegen und wir unterhielten uns weiter über unsere kleinen Geschwister, die Schule und unsere Noten damals und wie wir uns für Jura entschieden haben. In diesem Moment vergaß ich die Welt um mich herum. Ich vergaß, dass ich mit 600 anderen Studenten in einem Hörsaal stand - für mich waren nur Zayn und Aaliyah da. Ich vergaß, dass ich dringend auf Toilette musste, für mich existierten nur noch Zayn und Aaliyah. Ich vergaß, dass meine Freundinnen an der Tür standen - in diesem Moment gab es für mich nur Zayn und Aaliyah. Die Zeit war für mich stehen geblieben und ich war wie von einem Zauber gefesselt. Wir redeten ununterbrochen und wir verstanden uns super. Er war echt ein netter, anständiger Kerl. Ich war begeistert. „Aaliyah, wir gehen runter“, unterbrach Anita mein Gespräch mit Zayn. Erschrocken blickte ich um mich herum und erinnerte mich wieder daran, dass ich auf Toilette wollte. „Oh mein Gott, Mädels, sorry, wart ihr schon ?“ „Jaa, wir konnten keine 30Minuten auf dich warten Canim“, antwortete Sarija mir mit einem sanften Lächeln. „Wir sehen uns gleich unten , okay ?“ Ich spürte, wie mir das Blut in mein Gesicht schoss und wie unglaublich peinlich mir die Situation wurde. Ich stand eine halbe Stunde neben einem fremden Jungen und hatte mich mit ihm unterhalten und dabei ganz vergessen, dass ich dringend auf Toilette wollte! „Zayn, ich glaube ich geh mal schnell zu den Toiletten, es fängt gleich an. Hat mich echt gefreut !“ „Haha, aber beeil dich, Aaliyah, viel zeit bleibt dir nicht mehr!“ „Oh man, das stimmt. Ach Zayn, bevor ich gehe. Du wohnst doch auch in Rüthen oder ?“ „jap.“ „Setz dich doch zu uns, dann sitzt du nicht so alleine hier oben. Hört man hier überhaupt was?“ „Ehm, nein eigentlich sieht man hier fast nichts und hören nur sehr schlecht. Ich war spät dran heute morgen und kam dann durch die Hintertür, damit ich niemanden störe. Bei der nächsten Vorlesung komme ich zu euch. Wo sitzt ihr?“ „Wir sitzen relativ weit vorne, so in der 6. Reihe. Wir sind die Streber haaha.“ Zayn grinste und sagte: „hahha, bei deinen Noten wundert mich das auch nicht“ „Ach hör doch auf, du bist doch selbst total gut! Wir sehen uns dann später, können dann auch gemeinsam heimfahren. Mehmet, meine Freundin und ich fahren immer zusammen hin und zurück. Kannst dich uns anschließen, dann musst du nicht immer hier oben sitzen hahaha“ Zayn lachte und bedankte sich. „Danke, Aaliyah, echt korrekt von dir. Aber schau mal nach vorne.“ „Was, wie ?“ „Guck einfach mal“ Ich schaute nach vorne zum Pult und erkannte wie die Dozentin ihre Sachen vorbereitete und auflegte. Wieder peinlich. Jetzt hatte ich wieder minutenlang mit ihm geredet ohne es zu merken. „Oh man haha. Zayn, bis später wir sehen uns dann unten:)!“ „Bis später Aaliyah, viel Spaß“ Ich rannte zu den Toiletten und als ich vor dem Spiegel stand, überraschte mich mein Spiegelbild. Meine Augen leuchteten. Meine Mundwinkel formten sich automatisch zu einem Lächeln.

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AW: Contradictoire. Als ich wieder an meinen Platz gehen wollte, war die Vorlesung schon im vollen Gange. Ich lief die Treppen des Hörsaals langsam und elegant runter, spürte aber wie die meisten mich beobachteten, da Prof.Dr.Heise enthusiastisch über die Staatsstrukturprinzipien redete und ich keinerlei Bemühungen machte, mich zu beeilen, um mir wie die anderen ausführliche Notizen zu machen. Schließlich gelangte ich zu der Reihe, in der Sarija und Mehmet saßen und setzte mich zwischen die beiden, deren Konzentration durch meine Anwesenheit unterbrochen wurde. Ich schaute die beiden etwas verwirrt an, die mich beide eindringlich musterten und intensiv anstarrten. „Ehh, Leute was ist los, warum guckt ihr mich so an?“ Mehmet zog eine Augenbraue hoch. Ich schaute nach links zu Sarija, die mit einem Lächeln dasselbe tat. „Aaliyah, ist die Frage ernst gemeint oder rhetorisch?“, neckte mich Sarija. „Öh, ernst? Was ist passiert? Hab ich was gemacht? Hab ich was im Gesicht ?“ Mehmet und Sarija fingen beide an zu lachen und ich fühlte mich leicht verarscht. [I]Was geht denn mit denen ab? Nur weil ich eine halbe Stunde weg war? Ist das jetzt verboten ohne die beiden und ohne deren Segen mit jemandem zu reden??[/I] Fast als hätte Sarija meine Gedanken gelesen, setzte sie zur Frage an: „Aaliyah, wer war dieser Junge? Ihr habt mies geflirtet ey. Ihr habt einfach so über eine halbe Stunde miteinander geredet. Du hast voll vergessen, dass Anita und ich vorne an der Tür standen, du hast uns nicht mal gehört, als wir dir zugerufen haben, dass wir schonmal vorgehen.“ „Hahaha, nein niemals, habibti du willst mich grad nur ärgern!“ „nein Bebii. Jetzt sag mal, wer war das?“ „Ja man Aaliyah, mach mal nicht so ein Geheimnis daraus. Der arme Hamid ist bestimmt genau deswegen so eifersüchtig, weil jeder Mann mit dir flirten will. Sogar wildfremde Juristen sprechen dich im Hörsaal an“, scherzte Mehmet. Ich gab Mehmet einen skeptischen Blick und antwortete dann den beiden: „Das war eben Zayn-“ „WAAAS??????“, platzte sowohl Mehmet und Sarija im selben Moment heraus. Nun begann ich zu lachen, da die Situation einfach immer komischer wurde. „Leute beruhigt euch doch mal, ihr seid grad extrem peinlich. Wir haben nur geredet. Haben uns ganz normal unterhalten über Schule, LKs, Abitur und Studium, nichts großartiges. Freundschaftlich halt. Wir haben uns einfach richtig gut verstanden und einfach geredet, sodass wir die Zeit total vergessen hatten.“ „jajaja, freundschaftlich, ein Mann redet nie ohne Hintergedanken solange mit einer Frau“, beteuerte Mehmet rechthaberisch. „Naja, ich weiß nicht, ich finde er ist anders. Eigentlich würde ich dir zustimmen, aber Zayn wirkt echt nett und extrem anständig. Er hat keinerlei Anstalten gemacht, mir irgendwelche oberflächlichen Komplimente zu machen, wir haben uns einfach normal unterhalten.“ „Aaliyah, ich geb Mehmet recht, um ehrlich zu sein. Normal geredet hin oder her. Du hast nicht gesehen wie er dich angesehen hat. Der steht auf dich 100%.“ „Ach hört doch auf. Er kennt mich doch nicht mal. Aber ich hab ihm gesagt, dass er später zu uns kommen soll, dann können wir auch alle zusammen nach Hause fahren.“ „Uh la la, du wolltest ihn nicht wieder aus den Augen verlieren. Erst bringst du ihn in die Clique, dann verliebt ihr euch und dann werdet ihr heiraten. Ich seh’s schon kommen!“, ärgert mich Mehmet. Ich ignorierte ihn und schaute wieder nach vorne zu Prof.Dr.Heise, die nun über die Ewigkeitsklausel redete und total fasziniert ausschweifte, war aber nicht in der Lage ihr zuzuhören, denn meine Gedanken spielten verrückt und kreisten um niemand anderen als Zayn. „War doch ganz nett mit Sarija und Mehmet weiter vorne oder ?“, fragte ich Zayn, als wir in Rüthen ankamen und aus der Bahn steigten. „Jaa, war echt cool, ihr seid echt korrekte Leute. Jetzt hat es sich sogar mal gelohnt, dass ich in der Uni war. Ich hab heute richtig viel mitgeschrieben.“ „Freut mich echt. Hab mich eigentlich schon gewundert, wieso du dich nicht mit Mehmet abgesprochen hast, so hättest du von Anfang schon mit uns fahren können und sitzen können und hättest mehr mitgeschrieben, haha“ „Ach was, es sind ja grad mal drei Wochen gewesen, noch ist alles drin.“ „okay, ja, da hast du auch recht. Du musst in die andere Richtung oder ?“ „Eigentlich ja, aber das ist relativ egal. Du gehst Richtung Post, oder ? „jap…“ „Ich komme dann mit dir, für mich macht das keinen großen Unterschied. Ich laufe dann von der Post in die andere Richtung.“ „Oh, danke, das ist lieb“, bedankte ich mich. Als ich zu Hause ankam, war ich unglaublich erschöpft. Ich half meiner Mama etwas in der Küche und ging dann in mein Zimmer, um mich umzuziehen und bettfertig zu machen. Plötzlich fielen mir etliche Whatsapp-Nachrichten auf meinem Handy auf. Oh mann. Ich hatte mehrere Nachrichten von Hamid und einige in verschiedenen Gruppen. Ich schrieb zuerst Hamid eine Nachricht : „Hey Schatz, alles gut bei dir ? Wie war dein Tag? Mein Tag war heute super anstrengend und lang , aber irgendwie auch lustig. Ich gehe gleich schlafen, wir schreiben dann morgen inshaallah.“ Ich überlegte kurz, ob ich ihm erzählen sollte, wer mein neues Gruppenmitglied war, aber entschied mich, es zu lassen, um dumme Kommentare oder Spekulationen von Hamid zu umgehen...

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AW: Contradictoire. Anschließend antwortete ich in der Mädels Gruppe, die aus Sarija, Medina und Ilayda besteht, meinen 3 besten Freundinnen. Ilayda: Mädels, wie war euer Tag so? Aaliyah: ganz gut eigentlich, und eurer? Ilyada: war ganz okay eigentlich Medina: jaa meiner auch, war sehr gechillt. Was gibts neues? Aaliyah, wie gehts Hamid? Er kommt nächste Woche wieder oder :)? In einem relativ langen Gespräch erzähtle ich den dreien, dass ich mir echt unsicher war, wie ich wegen Hamid fühlte und dass ich mich irgendwie nicht freute, dass er bald zurückkam. Anschließend berichtete ich ihnen von meinem verrückten Erlebnis mit Zayn, legte mich aber danach ins Bett, da ich zu müde war, um noch weiter darüber zu schreiben. Ich schloss meine Augen und begann zu lächeln. Wie an dem Abend der Hochzeit 6 Monate zuvor, war mein letzter Gedanke Zayn und sein wundervolles Lächeln, nicht Hamid. „AALIYAAH, komm bittte her, ich brauche deine Hilfe!“, hörte ich meine Mutter aus der Küche schreien. „Ja, ich komme“, antwortete ich laut und genervt zurück. Es war Sonntagabend und wir hatten Besuch, was mich sehr störte, da ich mich für den nächsten Tag noch vorbereiten musste. Ich musste einen Fall bearbeiten, musste einen Aufsatz über die Rechtsstaatsprinzipien verfassen und weitere Markierungen im BGB AT anbringen. „Was kann ich machen?“ „Kannst du bitte das Geschirr trocknen und danach das Essen in schöne Schüsseln legen, mein Engel? Solange bereite ich schnell den Salat zu.“ Ich nickte meiner Mama lächelnd zu, die sehr gestresst aussah. Meine Schwester hatte vor 3 Wochen in Pakistan geheiratet und nun hatten wir alle möglichen Familien zu Gast, die uns ihre Glückwünsche bringen wollten - oder eher bei uns essen wollten. Nachdem ich das Geschirr getrocknet hatte und das Essen schön in verzierten Schüsseln angerichtet hatte, brachte ich es ins Wohnzimmer, in dem bereits 3 Tanten fröhlich gackerten und schwätzten. Ich hasste es. Mit einem aufgesetzten Lächeln diesen falschen Frauen gegenüber zu sitzen und mit ihnen über oberflächliche Dinge zu reden. „Oh Aaliyah, Anissa kann sich so glücklich schätzen, dass sie einen Arzt geheiratet hat, mashaallah! Jetzt bist du als nächstes dran, hoffentlich steht für dich dasselbe geschrieben !“ „Jaa Auntie, inshaallah.“, gab ich knapp zurück und versuchte meinen Ärger zu unterdrücken. [I]Inshaallah steht für mich etwas anderes geschrieben…mir ist es egal ob er ein Arzt ist, ich werde ganz bestimmt keinen Paki heiraten, der nicht mal deutsch kann.[/I] Meine Schwester war nach der Hochzeit nach Pakistan gezogen, da ihr Mann dort als Arzt arbeitete und er kein Deutsch konnte, weswegen Anissa dann dorthin ziehen musste. Für meinen Schwager, Najim, war es unmöglich hierher zu ziehen und die Sprache zu lernen. Tränen stiegen in meine Augen und ich entfernte mich unauffällig aus dem Wohnzimmer. Mir wurde ganz kalt. Niemals würde ich zulassen, dass meine Eltern mich mit meinem Cousin verheiraten, niemals würde ich mein Leben hier aufgeben. Kein Mann der Welt würde mich von hier kriegen, kein Mann! Ich fragte mich, was für eine Bombe einschlagen würde, wenn rauskäme, dass ich mit einem Marokkanischen Bankkaufmann zusammen war, der nicht mal sein Abitur gemacht hatte. Ich lief den Flur weiter entlang und ging in mein Zimmer, schloss die Tür und glitt die Tür entlang zu Boden und fing an zu weinen. Was ist nur los mit mir, wieso weine ich, Aaliyah , reiß dich doch mal zusammen! Wenn Papa oder Mama jetzt reinkommen, rasten die bestimmt aus. Liyah, sei stark. Alles hat einen Grund. Deiner Schwester geht es gut. Und du bist zu schlau, um dich so von jemandem manipulieren zu lassen, du wirst der Welt zeigen, dass es auch anders geht ! Ich wischte meine Tränen weg, rappelte mich auf und ging zurück ins Wohnzimmer, wo alle schon mit dem Essen angefangen hatten. Ich setzte mich still dazu und aß ohne Worte. Gegen 23 Uhr hatten die ganzen Tanten ihre Manieren wieder und beschlossen endlich zu gehen. Wir verabschiedeten uns alle und sagten alle oberflächlich „Ohh das müssen wir wiederholen!“ und „Es war so schön, danke für alles“ . Schließlich schlossen wir die Tür und es war endlich ruhig. „Mom, darf ich bitte ins Zimmer, ich muss noch soviel machen für morgn, und morgen um 6 aufstehen, ich pack das nicht.“ Meine Mutter sah mich mitleidig an, nahm mich in ihre Arme und besänftigte mich:
„Natürlich, Liyah, natürlich. Ich brauchte vorhin nur dringend deine Hilfe, sonst hätte ich den Rest alleine gemacht, du weißt doch, dass ich dich ungerne vom Lernen abhalte.“ „Danke, Mama.“, antwortete ich mit zitteriger Stimme und ging in mein Zimmer. Gegen 1 fiel ich todmüde ins Bett und schrieb den Mädels und Hamid schnell Antworten in Whatsapp und schaute kurz in Facebook, ob es irgendetwas neues gab. Ich scrollte müde den Newsfeed runter und sah dann mehrere vorgeschlagene Benutzer, die ich möglicherweise kennen könnte. An dritter Stelle sah ich das Bild eines mir bekannten Gesichts. Es war ein relativ junger Mann, mit schwarzen Kurzen Haaren, einem gepflegten Vollbart und vollen Lippen. Der Rest seines Gesichts war von einer Sonnenbrille verdeckt. Ich las den Namen…“Zlatan Ibrahimovic“ und mir entfuhr ein kleines Lachen. Also Ähnlichkeiten mit Ibrahimovic hat er nicht hahaha Ich klickte mich auf sein Profil und erkannte dann das Gesicht. Es war Zayn!! Kein Wunder, dass ich ihn damals nicht gefunden hatte, wie könnte ich denn auch auf Ibrahimovic kommen? Mir wurde ganz warm, Blut schoss in mein Gesicht, mein Herz begann zu rasen. Ohne großartig nachzudenken, schickte ich ihm eine Freundschaftsanfrage und fühlte mich wenige Sekunden noch dümmer. Vielleicht erkannte er mein Gesicht gar nicht mehr und würde ablehnen? Vielleicht dachte er sich, was ist das für eine Verrückte, die mir direkt eine Anfrage schickt?

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AW: Contradictoire. Beschämt wollte ich Facebook schließen, als ich plötzlich die Meldung „Zlatan Ibrahimovic accepted your Friend Request“ bekam. Ganz aufgeregt klickte ich mich durch seine Bilder und schrieb ihm eine Nachricht. Li Yah: Zlatan Ibrahimovic :o? Zlatan Ibrahimovic: Ja :D Li Yah: was machst du so spät noch? Wir müssen doch voll früh raus morgen. Zlatan Ibrahimovic: Ach hier und da. Was machst du so spät noch? Li Yah: Hatten Besuch wegen meiner Schwester und so.. Zlatan Ibrahimovic: Oh okay. Konntest du die ganzen Aufgaben dann überhaupt machen? Wir schrieben lange bis nach 1 Uhr, obwohl ich so erschöpft war. Die zeit verging einfach, ohne dass ich es merkte. Da wir beide um 6 aus dem Bett mussten, sagte ich ihm gegen halb zwei, dass wir langsam schlafen sollten und er stimmte mir zu. Mit müden Augen legte ich mein Handy weg und schlief mit einem warmen Gefühl ums Herz ein. Am nächsten Morgen wachte ich, obwohl ich knapp 4 Stunden geschlafen hatte, glücklich und motiviert auf. Ich hüpfte aus dem Bett und machte mich schnell fertig. Nachdem ich im Bad fertig war, ging ich in mein Zimmer, kramte eine schwarze Strumpfhose und ein schwarzes Trägertop mit Spitze heraus. Danach stand ich lange vor meinem Kleiderschrank, da ich unschlüssig war, was ich darüber anziehen sollte. Ich entschied mich letztlich für einen süßen, schwarzen, kurzen Rock, den ich mit einem strahlend blauen Langarmshirt kombinierte. Anschließend trug ich einen dezenten Eyeliner, etwas Mascara und ein natürliches Rouge auf. Meine langen, welligen Haare ließ offen. Ich warf einen letzten Blick in den Spiegel und musste zufrieden lächeln. [I]Gut siehst du aus ! [/I] Mit diesem Gefühl von Zufriedenheit, ging ich in die Küche und machte mir ein ordentliches Frühstück und lief dann zum Bahnhof, der circa 15 Minuten zu Fuß von unserer Wohnung lag. Als ich die Treppen zum Gleis hochlief, sah ich wie Zayn schon oben stand und mich grinsend beobachtete. Ich lächelte zurück und schaute verlegen auf den Boden. Oben angekommen begrüßte ich ihn und fragte ihn wie es ihm ging. „Morgeen. Super müde, aber passt. Bei dir?“ „Es geht eigentlich, bin irgendwie super motiviert“, gab ich grinsend zurück. „Du bist echt kein Kind von Traurigkeit. Immer am lächeln.“ „Hahaha, ja lieber so, als umgekehrt oder ?
„Das auf jeden Fall!“ Die Bahn fuhr gerade ein und Zayn öffnete die Tür, um mich zuerst einsteigen zu lassen. [I]Richtiger Gentleman, dieser Zayn. [/I] Die Bahn war sehr voll, weswegen Zayn und ich in der Nähe der Tür stehen blieben, da es keine Sitzplätze gab. Mehmet und Sarija konnte ich nicht sehen. Zayn bemerkte meine suchenden Blicke und fragte mich: „Sind Mehmet und Sarija nicht da?“ „Keine Ahnung, kann die beiden nicht sehen…egal. Die sind bestimmt hier, sehen die später auf jeden Fall.“ Die Zugfahrt kam mir normalerweise immer sehr lang vor, egal mit wem ich in der Bahn war. Die 32 Minuten Zugfahrt kamen mir immer vor wie 8 Stunden Flug nach Canada. Heute war es jedoch anders. Die ganze Fahrt über unterhielt ich mich mit Zayn über Pakistan, die Hochzeit meiner Schwester und über die Politik in Pakistan. Ich war erstaunt wie unglaublich viel er über Politik wusste und wie kritisch er dachte. Er schien ein unglaublich intelligenter Kerl zu sein. „Nächster Halt: Köln Hauptbahnhof. Ausstieg in Fahrtrichtung rechts.“ „Oh, wir sind schon da?“, fragte Zayn verwundert, dem die Fahrt anscheinend auch sehr kurz vorkam. „Irgendwie schon, haha. So schnell ging die Fahrt nach Köln nie vorbei.“ Wir stiegen aus und sahen wie Sarija und Mehmet auf uns warteten. Ich umarmte Sarija ganz fest und sie schaute mich grinsend an. „Sarijaaa, du hast mir gefehlt, bebilein“ „Und du mir erst, Mausi ! Wie war die Fahrt mit deinem neuen Verehrer?“ „Ahahahahhaha, wasn Verehrer. Wir sind Freunde. Und er sieht das genauso, wir haben nicht ein einziges Mal geflirtet. Alles easy.“ „jaa wir gucken mal, Canim.“ Auf dem Weg zum Hörsaal, lief ich mit Zayn, Sarija und Mehmet liefen hinter uns. Zayn erkundigte sich über meinen Stundenplan, der nahezu identisch mit seinem war. Zayn hatte lediglich ein Fach mehr als ich, nämlich Rechtsgeschichte, während Sarija, Mehmet und ich Rechtsphilosophie im ersten Semester machen würden. Irgendwie machte mich das traurig, weil Zayn dann doch einen etwas anderen Stundenplan hatte und wir nicht immer zusammen hin und zurück fahren würden. „Aaliyah, ich geb dir mal meine Nummer. Falls wir grad keine Vorlesung zusammen haben, können wir einander in Whatsapp schreiben oder anrufen. Facebook ist da nicht so die prima Lösung.“ „Ja, da hast du recht, moment, ich muss kurz mein Handy suchen, haha. Frauen haben immer so unordentliche Taschen.“, antwortete ich ihm verlegen. [I]ohh, wir tauschen Handynummern aus. Das ging ja schnell![/I] „Hahahaha, oh gott, ja, das kenne ich von Samira, die hat auch hundert Taschen, die keine Ordnung haben.“ „Ach was, meine Tasche hat eigentlich eine geniale Ordnung, nur mein Handy verschwindet darin immer. So schieß los.“ Als wir den Hörsaal endlich erreicht hatten, stand der Dozent bereits am Pult und schaltete alle möglichen Geräte und Lichter an. Sarija, Mehmet, Zayn und ich setzten uns an unsere Stammplätze in der 6. Reihe, wobei ich neben Zayn am Rand saß. Prof. Berger fing pünktlich um 8.30 mit seiner Zivilrecht Vorlesung an, die ich am meisten hasste, da sie extrem langweilig war. Ich schlug meinen Block auf und schnappte mir einen Stift, in der Hoffnung, dass ich mir heute Notizen machen könnte. Mit gekniffenen und angestrengten Augen versuchte ich aus Prof. Bergers Worten schlau zu werden, bis Zayn mich antippte und fragte: „Checkst du irgendwas von dem was dieser Typ babbelt, Aaliyah?“ „Eaahm, nein, so 90% der Vorlesung sitze ich nur mit Stift und Papier da und drifte dann irgendwann ab. Der redet so unglaublich komisch.“ „okay, wenn du das sagst, dann bin ich echt beruhigt. Ich hab noch nie wirklich bei dem Zuhören können.“ Ich fing an zu lachen und meinte dann: „ja ich glaube der denkt wir sind noch im Mittelalter, dass wir seine komische Sprache verstehen. Oh mann.“ Nun fing auch Zayn an zu lachen, und machte Witze über Prof. Berger, die mich so zum Lachen brachten, dass ich vor Lachen Bauchkrämpfe bekam.

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AW: Contradictoire. Irgendwie vergingen diese 90 Minuten Vorlesung so schnell wie noch nie. Und irgendwie war es die unproduktivste Vorlesung, die ich jemals besucht hatte, da ich nur mit Zayn geredet und gelacht hatte. Aber irgendwie machte mir das nichts aus. Ich war glücklich. Die gesamte Woche verlief so, wie sie gestartet hatte. Jeden Morgen sah ich Zayn am Bahnhof, wir stiegen gemeinsam ein und liefen zu viert mit Mehmet und Sarija zu den Vorlesungen. In den Vorlesungen saß ich jedes Mal neben ihm, und jedes Mal, bekam ich regelrechte Lachkrämpfe, da wir über die Juristen scherzten, über Pakistaner scherzten oder über die Dozenten lachten. Die Woche verging sehr schnell und damit kam auch der Tag, an dem Hamid endlich aus Marokko kommen sollte. Ich hatte Anfang Ende September die Tage gezählt, bis er wieder hier sein würde, weil es so schwer war, ohne ihn zu sein, vor allem, weil er kaum Internet dort hatte. Nun war es bereits Anfang November, aber irgendwie hatte ich aufgehört mich auf ihn zu freuen. Irgendwie war es mir egal, dass er nach all den Wochen zurückkam. Es war ein kalter und verregneter Samstagmorgen, an dem ich mich aus dem Bett quälte, um auf die Arbeit zu fahren. 2 Monate zuvor hätte ich an diesem Tag das Bett hüpfend verlassen, voller Freude auf Hamid. Heute war ich äußerst demotiviert und fühlte mich leer. Auf der Arbeit lächelte ich die Menschen halbherzig an, begrüßte die Kunden mit einem knappen „Guten Morgen“ und war froh, als die 8-stündige Schicht endlich vorbei war. Nach der Abrechnung, nahm ich meine Tasche und meine Jacke und machte mich Richtung Bahnhof. Auf dem Weg schaltete ich mein Handy an und sah eine Nachricht von Hamid. „Schatz, ich bin endlich wieder da. Ich glaube, du hast gleich Feierabend, weswegen ich bei den Parkplätzen warten werde, mein Engel. Kann dich kaum erwarten.“ Ich atmete tief ein. [I]Aaliyah, freu dich. Er war 6 Wochen weg. Er ist endlich wieder da. Freu dich ! Schau nur wie süß er ist, er überrascht dich direkt nach der Arbeit. Wenn du ihn gleich siehst, wirst du wieder merken wie sehr er dir gefehlt hat![/I] Ich antwortete ihm kurz in Whatsapp, um mich zu erkundigen, an welchen Parkplätzen er stand und lief dann nach draußen in den Regen, da er meinte, er sei hinter den Taxiständen. Also klapperte ich suchend die Parkplätze ab, lief an hunderten Taxis vorbei, bis ich seinen blauen Golf sah und lächelte. Als ich an seinem Golf ankam, saß niemand drin. Ich sah mich nach rechts und nach links um, aber konnte Hamid nirgendwo sehen. Genervt kramte ich mein Handy raus. Ich war kaputt und hatte keine Lust auf seine „spontanen Überraschungen“. Er war manchmal einfach so dumm. „Guck mal zum gelben Laster, Sahnetörtchen.“ [I]Sahnetörtchen?! DEiN ERNST?[/I] Ich versuchte mich zu beruhigen und lief zum gelben Laster, an dem ich einen grinsenden Hamid stehen sah, der auf mich zurannte, seine Arme um mich schlang, und mich durch die Luft wirbelte, als wäre ich ein kleines Kind. Normalerweise hätte ich mich gefreut und hätte es süß gefunden, aber irgendwie spürte ich nichts. Ich spürte seine Arme nicht, ich spürte keine Wärme und auch keine Freude. Er gab mir einen Kuss auf die Stirn und flüsterte mir ins Ohr: „Ich hab dich so sehr vermisst. Endlich sind wir wieder zusammen, endlich !“ „Ja, 6 Wochen waren echt so lang.“, gab ich mechanisch zurück, ohne auch nur ein Wort davon ernst zu meinen. „Wir haben soviel nachzuholen, Aaliyah, soviel. Wie gehts dir ? Wie waren deine letzten Wochen? Ist alles okay? Du strahlst nicht, was ist los?“ „Ach mir geht es gut, bin nur sehr müde, die Uni ist nicht ohne und heute das Arbeiten war auch anstrengend. Mach dir keine Sorgen.“, beschwichtigte ich ihn und gab ihm ein schwaches Lächeln. Nach 20 Minuten, die mir wie eine Ewigkeit vorkamen, bat ich Hamid, mich heimzufahren, da ich nicht zu spät nach Hause kommen wollte, sonst würden meine Eltern misstrauisch werden. Angekommen in unserer Straße, fragte Hamid mich, ob wir uns morgen sehen würden und ich antwortete ihm : „Selbstverständlich, das haben wir doch vor Wochen schon ausgemacht.“ Ich sah Hamids Augen, die vor Freude funkelten. Er gab mir einen Kuss auf die Stirn, verabschiedete sich von mir und dann verließ ich das Auto, aber irgendwie war mir zum Heulen zumute. Aber warum? Hamid war zurück, was machte mich denn so traurig? Ich lief vom Parkplatz nach oben in unsere Wohnung und betete, dass meine Eltern nicht gemerkt hatten, dass ich zu spät war. Ich öffnete die Tür, zog meine Schuhe aus und schlich mich in die Wohnung. „Assalamu Aleikum“, rief ich in die Wohnung hinein und hörte meinen Bruder zurück grüßen. Also waren Mama und Papa nicht zu Hause. Ich atmete erleichtert aus. Ich lief in mein Zimmer, legte meinen dunkelgrauen Babydoll-Mantel und meine Handtasche ab. Mein Bruder stand im Türrahmen und beobachtete mich.[I] Oh nein, hoffentlich hat er nichts gemerkt, hoffentlich kommt jetzt kein Verhör.[/I] „Liyah, du hast mir gar nicht gesagt, dass du mit Zayn studierst!“ [I]Ah, Zayn. Zum Glück kein Hamid. Haha.[/I] „Sorry, hab vergessen dir zu sagen. Hab den erst vor ner Woche im Hörsaal getroffen, davor hab ich den nie gesehen. Der ist voll korrekt, der erinnert mich voll an Dich.“
„HAha ja man, der ist echt cool. War voll erstaunt als der gesagt hat der studiert auch Jura, und auch in Köln. Hab den dann gefragt, ey meine sis macht dasselbe. Und er dann, ja, hab ich vor kurzem auch gemerkt.“ „Hhahahha, jaja, dieser Zayn. Der is aber cool drauf, richtig anständig und so richtig Bruder einfach. Korrekter Typ.“ [I]So. Jetzt hatte ich ihn Bruder genannt, Miloud dürfte sich keine Sorgen machen, dass sich da entwickelt. Würde sich ja auch eh nicht, wir kennen uns ja nicht und Pakistaner…naja Pakis sind halt Pakis. [/I] „Okay freut mich, dass ihr euch gut versteht. Heute Abend geht ihr auf Hennaabend,ger ?“ „Jaa. Aber du musst nicht mit, keine Sorge“, antwortete ich meinem Bruder und lachte. „Yaaayyy, dann hab ich Sturmiiii“ „Ehm, nein, Miloud, Papa geht doch auch nicht.“ „Oh mann stimmt. Egal, locker, mit Papa bockt auch. Wenn Zayn auf Hennaabend wäre würde ich gehen, aber ich glaube nicht hahahha.“
„NEE, Herzchen, Hennaabend is Mädels Time!“ „Ich weiß doch Schwesterherz. Egal, ich lass dich mal bisschen ausruhen jetzt, du bist bestimmt mies kaputt“ „Danke, bin echt richtig müde. Hab gar keine Lust zu duschen und Haare zu machen und so. Abturnnnn“ Miloud schaute mich mitfühlend an, tätschelte mich und verließ dann das Zimmer. Ich setzte mich kurz auf mein Bett und las meine Whatsapp Nachrichten, darunter auch eine von Hamid. Und eine von Zayn!!

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AW: Contradictoire. Zayn: Aaliyah , was geeeeht? Liyah: ach nicht viel, kam grad vom worken. Bei dir? Zayn: Locker, chillen. Arbeitest du jeden Samstag? Liyah: haha bei dir läuft! Ja ich arbeite jeden Dienstag nach der Uni und jeden Samstag morgens. Zayn: Mashaallah, du bist ein richtiges Arbeitstier. Was geht heute? Auch Hennaabend?
Liyah: Yeesss, du auch hahahahah? Zayn: oO wtf Liyah: ich mach doch nur Witze. Samira kommt aber oder ? Zayn: klaro. Samira kommt immer, egal wo was ist, haha. Mama schleppt die immer mit. Liyah: ahahahhaa, egal umso besser ! Dann chille ich heute Abend mit deiner süßen sis

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AW: Contradictoire. Ich saß in der Strafrecht Vorlesung mit Zayn und Samira, Mehmet war irgendwie nicht da. Total gebannt und fasziniert hörte ich zu, aber irgendwie nahm mein Gehirn nichts auf. Ich seufzte. Meine Gedanken rasten wie verrückt und irgendwie wusste ich nicht genau, was ich gerade dachte. Plötzlich spürte ich wie mich Zayn von links antippte. „Hmm?“ , fragte ich etwas abwesend. „Aaliyah, kannst du kurz mit mir raus kommen? Es ist was wichtiges .“
„Oh , ja klar.“, antwortete ich ihm etwas verwundert. [I]Was war passiert ? Hoffentlich nichts schlimmes. Wenn es unbedingt während der Vorlesung sein musste, konnte es nichts gutes heißen…[/I] Zayn stieg langsam die Treppen des Hörsaals hinab und ich folgte ihm. Wir kamen im Korridor des Hörsaalgebäudes an und Zayn schaute mich verlegen an. „Aaliyah, hör mir mal zu. Ich muss dir was erzählen, aber ich weiß nicht wo ich anfangen soll.“ „Öhm, worum gehts denn? Ist etwas passiert ? Geht’s dir gut ?“ 
„Keine Ahnung . Irgendwas stimmt nicht mit mir.“ „oh…“ Scheinbar ging es ihm ähnlich wie mir. Mir wurde ganz heiß. „Guck mal Aaliyah. Wir haben uns vor einem halben Jahr auf der Hochzeit gesehen. 6 Monate später sehen wir uns zuuufäälligerweise auf dem Campus. Einen Tag später sehen wir uns zufälligerweise im Hörsaal und reden so, als hätten wir schon unser ganzes Leben lang darauf gewartet, miteinander zu sprechen. Das sind doch keine Zufälle Aaliyah. Das hat etwas zu bedeuten.“
„Zayn…“ „Nein, Aaliyah, ich weiß es. Nichts passiert ohne Grund.“ Er schaute mich durchdringend an und kam näher. Ich trat einen Schritt zurück, und stand mit dem Rücken zur Wand. „Zayn, was willst du damit sagen?“ Er senkte seinen Blick zum Boden und atmete tief ein und aus. Dann hob er seinen Kopf und kam noch näher, sodass lediglich 5 cm unsere Gesichter voneinander trennten. Mein Herz begann zu rasen. [I] Was macht er da? Ist er verrückt ? Ich bin vergeben…wie soll ich ihm das sagen? Er darf es nicht wissen, oh mann, was ist mit ihm los? Ich dachte, er wäre einfach ein korrekter Freund, mehr nicht !![/I] „Aaliyah.“ „Zayn?“ Er gab mir einen Kuss auf die Stirn und nahm mich in seine Arme. Ich spürte wie ich überwältigt wurde von Gefühlen, wie mir unglaublich heiß wurde. Ich spürte wie sein Herz schlug, wie es raste. Ich spürte wie das Blut in meinen Adern bebte, wie ich die Welt um mich vergaß. Zayn löste die Umarmung und schaute mich an. „Aaliyah, ich weiß es klingt absurd. Wir kennen uns nicht lange. Wir kennen uns nicht mal wirklich. Aber ich glaube. Ich glaube ich habe mich in dich verliebt. Aaliyah, du bist..“ Meine Augen wurden glasig, ich konnte es nicht glauben. Zayn gestand mir nach wenigen Tagen seine Liebe? Wie absurd war das denn? „Zayn, ich…“, stammelte ich bloß, doch ich brachte die Worte nicht zu Ende, denn Zayn legte seine Finger auf meine Lippen. „Ich weiß Aaliyah, ich weiß.“ Was weiß er ?? Was redet er da??“ „AAALIYAAAAHHHHHHHHH!!!!!!!“, hörte ich eine Stimme rufen. Ist das Hamid? Oh gott , lass es nicht Hamid sein, wenn er das gesehen hat…

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AW: Contradictoire. Ich blickte um mich herum, aber sah keinen. Plötzlich war Zayn weg. Verschwunden. Schweißgebadet wachte ich auf. Es war nur ein Traum. Ich richtete mich zitternd auf und warf einen Blick auf mein Handy. 3:27. [I]Oh Gott, oh Gott, oh Gott, was war das nur. Wieso träume ich sowas, oh mein Gott, was ist nur los.[/I] Den Rest der Nacht schlief ich sehr unruhig und hatte mehrmals sehr komische Träume, die mich sehr verwirrten. Gegen 10 gab ich mich geschlagen und beschloss aufzustehen, es hatte sowieso keinen Sinn weiter wach zu liegen. Ich ging ins Bad und machte mich fertig und dachte über die Träume nach…ich hatte richtige Schuldgefühle. [I]Heute siehst du Hamid und träumst von Zayn, Mädel, du bist doch krank. Träumst du eiskalt von Zayn, wie er dir sagt, dass er dich liebt, wie er dir nahe kommt, wie Hamid euch erwischt oder eher fast erwischt. Aber vielleicht hat das gar nichts zu bedeuten. Wir verarbeiten nur unsere Erlebnisse des Tages im Traum. Ich hab Zayn vor dem Hennaabend gesehen, deswegen war er in meinem Traum…[/I] Nach mehreren Anläufen, mir diese Worte glaubhaft einzureden, ging ich in die Küche und grüßte meine Mama mit einer Umarmung. „Mami, ich geh heute mit Ilayda, Medina und Sarija nach Köln und danach wollen wir ein bisschen in den Köln Arcaden shoppen. Bin bestimmt so gegen 18 Uhr zurück.“ Meine Mutter nickte und meinte es sei kein Problem. Seit Anissa verheiratet war, war Mama sehr locker und erlaubte mir fast alles, auch wenn ich nicht genau wusste, wieso. Erleichtert ging ich ins Wohnzimmer, um zu frühstücken, bekam aber kaum etwas runter, weil mir sehr schlecht war. Ich war irgendwie aufgeregt, aber nicht wegen Vorfreude, sondern weil ich einfach ein komisches Gefühl hatte. Jeder Nerv in mir sagte, ich sollte zu Hause bleiben. Alles in mir sträubte sich gegen das Treffen mit Hamid, jeder Zentimeter sagte mir, du wirst es bereuen. Aber ich konnte ihn doch nicht so enttäuschen? Er hatte sich doch so gefreut, seit 6 Wochen. Nachdem ich mit Mühe und Not ein Toast in mich reingequetscht hatte, ging ich in mein Zimmer, um mich fertig zu machen. Ohne groß nachzudenken, kramte ich eine schwarze Leggings und ein etwas längeres, mintfarbenes Babydoll-Top raus. Darüber zog ich einen schlichten schwarzen Cardigan und schminkte mich sehr sehr dezent. Irgendwie hatte ich keine Lust mich schön zu machen. Wozu? Ich musste ihn eh nicht beeindrucken, und irgendwie wollte ich gar nicht, dass er mich schön fand. Gegen 14 Uhr verließ ich das Haus in Richtung Parkplätze, an denen auch ein blauer Golf stand. Ich atmete tief ein und versuchte fröhlich auszusehen. Doch dann sah ich einen grinsenden Hamid, der scheinbar total aus dem Häuschen war mich zu sehen. Ich war angewidert. Der Tag mit Hamid verlief eigentlich schön, er hatte sich echt was ausgedacht. Wir gingen erst am Rhein spazieren und waren dann beim Italiener essen. Eigentlich war es ja sehr romantisch, aber ich war leider nicht so die Romantikerin. Kitschige Spaziergänge, Italienisches Essen beim Kerzenschein und Rosen, waren einfach zu Klischee für mich. Das konnte sich jeder ausdenken. Und das wiederum zeigte mir, dass Hamid gar keine Ahnung von mir hatte. Um 17 Uhr bat ich ihn, mich heimzufahren, da ich am nächsten Tag Uni und noch viel zu tun hatte, was eigentlich eine Ausrede war. Ich konnte ihm einfach nicht länger etwas vormachen und wollte so schnell wie möglich weg von ihm. Am nächsten Tag wachte ich erneut mit einem leeren Gefühl auf, aber immerhin hatte ich nichts absurdes geträumt. Zumindest konnte ich mich nicht daran erinnern. Nach einem langen Kampf mit mir selbst, richtete ich mich auf und machte mich fertig für die Uni. Auch diesen Morgen stand ich minutenlang vor dem Kleiderschrank, unschlüssig, was ich anziehen sollte. Ich entschied mich letztlich für ein kurzes, schwarzes Kleid mit kleinen Blümchen, das am Ausschnitt mit Spitze verziert war. Im Hörsaal setzte ich mich absichtlich nicht neben Zayn, weil ich wegen dem Traum große Schuldgefühle hatte und nicht so viel mit ihm reden wollte, da ich Angst hatte, dass ich ihn komisch anschaue. Aber warum sollte er? Er wollte ganz bestimmt nichts von mir und ich auch nicht von ihm. Wieso sollte es zwischen uns komisch sein? Nach der Zivilrecht Vorlesung gingen wir zu viert in die Mensa und aßen zu Mittag, aber dann bekam ich einen Anruf von Hamid. Ich entschuldigte mich bei Sarija, Mehmet und Zayn und lief nach draußen. „Ja?“, fragte ich verwundert und besorgt. Hamid rief mich eigentlich nie während den Unterrichtszeiten an. „Schatz, was machst du?“
„Ich bin mit Sarija in der Mensa, warum?“ Von Mehmet und Zayn erwähnte ich bewusst nichts, da Hamid sonst ausrasten würde, weil er mit jeglicher Art von Mann ein Problem hatte, auch wenn die beiden wie meine Brüder waren. „Ah okay. Und Mehmet“ Ich schluckte. War er die Kripo oder was…? „Der ist schon nach Hause, der hat heute nichts mehr“ „Achso okay.“ „Und sonst? Rufst du an, um mich zu stalken oder ist es was wichtiges?“ Ich wusste, dass die Bemerkung scharf und kalt war, aber es war mir in dem Moment egal. Er hatte nicht das Recht, mich so zu kontrollieren.
 „Nein nein , Aaliyah, es ist alles gut. Wollte nur fragen, ob du später Zeit hast.“ „Joa, ich kann nach der nächsten Vorlesung kommen.“ „Okay , cool. Dann bis später, Schatz. Ich liebe dich.“ „Jap, bis später. Ich dich auch.“ - und wieder gelogen… Während Rechtsphilosophie entschied ich etwas früher zu gehen, um dann die Bahn nach Troisdorf, die Stadt in der Hamid wohnte, zu bekommen. Damit konnte ich vermeiden, dass Zayn merkte, dass ich nicht zurück nach Hause fuhr. Ich bat Sarija, falls Zayn fragen würde, ihm zu sagen, dass ich zum Arzt musste und deswegen schon früher rausgegangen war. Mehmet schaute mich nur traurig an, da er Hamid hasste. Es gefiel ihm nicht, dass ich zu ihm ging und es gefiel ihm überhaupt nicht, dass ich einen Teil des Unterrichts wegen Hamid verpasste. Ich gab Mehmet ein schwaches Lächeln und sagte ihm , dass ich wüsste, was ich tat. Dann lief ich aus dem Hörsaal und lief mit einem sehr schnellen Schritt zu der U-bahn Station, die mich zum Kölner Hauptbahnhof führen würde. Die Fahrt nach Troisdorf dauerte sehr lange mit der Bahn, nahezu eine Stunde. Ich war sehr nervös und wusste nicht, wieso Hamid heute schon wieder Kaffee trinken wollte, wir hatten uns doch schon Samstag und Sonntag gesehen. Am Troisdorfer Bahnhof holte Hamid mich mit seinem blauen Golf ab und fuhr zu einem abgelegenen Café, wo uns niemand kannte. Wir setzten uns hin und bestellten uns jeweils einen Kaffee und Hamid bestellte sich ein Stück Kuchen dazu, obwohl seine Figur etwas weniger Zucker gut verkraften könnte. Hamid erzählte mir von seinem Tag auf der Arbeit und wie toll er wieder den Kunden schlechte Kredite angedreht hatte, während ich ihm halbherzig zuhörte und in meinem Kaffee herum rührte. Irgendwann hörte ich Hamid meinen Namen sagen und merkte, dass ich ihn nun anschauen musste und fragen musste, was los sei. „Ich bin heute zum Essen bei meinem Schwager eingeladen. Ich hab’s total vergessen! Kann ich meinem Bruder grad von deinem Handy schreiben, damit er denen Bescheid sagt? Mein Handy hat keinen Akku mehr.“ Er zeigte mir sein Handy, dessen Batterie tatsächlich 1% anzeigte. „Ja klar, kannst auch anrufen, hab genügend Guthaben.“
 „Nee nee, ich schreibe Mohsin lieber in Whatsapp.“ Ich beobachtete, wie Hamid eine Nachricht an seinen jüngeren Bruder Mohsin verfasste und trank meinen Kaffee aus, damit wir langsam zum Auto laufen konnten. „Aaliyah, darf ich mal in deine Nachrichten gucken?“, fragte Hamid als wir im Auto saßen. Ich sah ihn überrascht an, verwundert über seine unglaublich dreiste Frage. Ich nickte und gab ihm die Erlaubnis, da ich der Meinung war, dass ich eh nichts zu verbergen hatte. Bis heute frage ich mich noch, wieso ich das getan hatte. Ein Mann, der deine Nachrichten lesen will, beweist dir, dass er dir nicht im geringsten vertraut. Aber leider war ich zu schwach, um mich ihm zu widersetzen. Hamid scrollte meine Whatsapp Nachrichten runter und entdeckte zahlreiche männliche Namen. Ich sah, wie er begann immer schwerer zu atmen, wie ein wild gewordenes Tier...

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