Warum der Islam zu Deutschland gehört
09. Mrz, 2011 von admin in Allgemein
(iz). Niemand kann das ernsthaft leugnen: Heute sind die über 4 Mio Muslime in Deutschland eine nicht mehr wegzudenkende gesellschaftliche Gruppe. Deswegen ist die Aussage des Bundespräsidenten richtig. Die eigentliche Frage ist doch: Ist Deutschland bereit, seinen deutschen Muslimen eine Chance zu geben, oder verweist es – wie die Sarrazin-Thesen es deutlich machen – sie direkt auf die Anklagebank und geht damit einem konstruktiven Dialog aus dem Wege?
Ein arabisches Sprichwort besagt: “Die Liebe zum Vaterland kommt vom Glauben“. Längst ist Deutschland im Herzen vieler Muslime Teil ihres Denkens, dessen sind wir alle Zeuge geworden, nicht zuletzt bei unserer FuĂźballnationalmannschaft.
Aber auch im Bezug auf die Geschichte des Islams bleibt die Aussage des Bundespräsidenten korrekt. In der gegenwärtigen Islamdebatte sollten man deshalb einmal mehr auf Wahlkampf-Getöse verzichten und die historischen Fakten sprechen lassen.
Wer übersieht, dass Europa, gar Deutschland, und Islam eine lange Geschichte verbindet, möge den West-östlichen Divan unseres Nationaldichters Johann Wolfgang von Goethe wieder einmal lesen, die großen Universalgelehrten Ibn Sina (Avicenna) und Ibn Ruschd (Averroes) zur Kenntnis nehmen oder wenigstens die siebenhundertjährige Geschichte des Islams in Spanien berücksichtigen.
Und das bis heute euro-arabische Malta, den europäisch-muslimischen Balkan, das vom Orient kulturell durchdrungene Sizilien und die über 500-jährige Enklave der muslimischen Tataren in Polen sind ein beredetes Zeugnis muslimischer Präsens in Europa.
Schließlich bewahrten Muslime die griechisch-hellenistischen Fundamente der europäischen Zivilisation, vor allem Aristoteles, vor der Versenkung, indem sie sie ins Arabische übersetzten.
Die griechischen Wissenschaften – als maßgebliches Erbe Europas – wanderten vom Griechischen über das Arabische ins Lateinische. Wir stehen also im Abendland auch auf morgenländischen Beinen.
Von Kindesbeinen an kennen wir Wörter wie Marzipan, Zucker, Ingwer und Zimt, Tarif, Schach, Scheck, Scheriff, Mütze, Jacke, Kabel und Watte und auch die Laute aus Ebenholz, die wie eine Gitarre klingt. Und als Schüler lernen wir Chemie und Algebra, also auch mit Ziffern umzugehen. All diese Wörter sind arabischen Ursprungs.
Unzweifelhaft prägte das Christentum die europäische Geistesgeschichte seit dem frühen Mittelalter, man denke auch an die Reformation, die Aufklärung (als Reaktion auf den christlichen Absolutismus) oder die christliche Soziallehre. Das Europäische Abendland hat selbstverständlich maßgebende christliche Wurzeln, keiner sollte das in Abrede stellen. Die griechischen, jüdischen und muslimischen Wurzeln sollt man ebenfalls nicht verschweigen.
Eine große Kulturnation, zu der ich Deutschland zähle, und da tun auch die Aussagen unseres neuen Innenministers keinen Abbruch, zeichnet sich durch Offenheit und Respekt gegenüber anderen Kulturen aus. Das hält sie lebendig und frisch. Das wusste der bibelfeste Goethe genauso wie sein Kollege Herder und der Aufklärer Lessing. Sie waren sich bewusst, dass die drei monotheistischen Religionen gleichen Ursprungs sind und allesamt nicht aus Brandenburg, sondern aus dem Morgenland stammen.
Dieser Text wurde ebenfalls am 9. März auf der Webseite der Tageszeitung “DIE WELT” veröffentlicht.
Quelle: www.islamischezeitung.de
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8 Kommentare
La3roussa
11. Mrz, 2011
Das Leben in Deutschland wird immer besser…allah yestir!
schwesterchen
11. Mrz, 2011
immer die gleiche mist,subhanallah.ich bin hier geboren in Deutschland aber bin eine marokkanerin und stolze muslima und ich sehe das deutschland mein land und net marokko,ich binn hier geboren und aufgewachsen und nur weil mein glaube islam ist,bin ich schlecht,böse?
was ne bullshit….
gute-niya
14. Mrz, 2011
unsere problem ist nicht der Islam ( hachaa lilah) sondern die Muslimen, die den Islam flach ausleben.
möge Allah unsere vorhaben erleichtern.
MaRoCa_
15. Mrz, 2011
Was soll man eigentlich dazu noch sagen? -.-
johara12
15. Mrz, 2011
Sehr schöner Artikel, aber leider ist es durch die ständige Medienhetze scwieriger geworden zwischen Muslimen und Nichtmuslimen. Ich hoffe sehr dass sich das bald ändert.
gute-niya gebe ich recht, unsere muslimische umma muss sich mehr islamisch verhalten, nur so können wir Vorbilder hier in Deutschland sein, wenn wir den Islam auch wirklich in unserem Verhalten praktizieren inschaala, aber es gibt den Medien oder einigen Regierenden das Recht die muslimische Community für das Verhalten eines Menscehn, der sich Muslim nennt zu verurteilen.
johara12
15. Mrz, 2011
ich meinte es gibt ihnen nicht das recht alle zu verurteilen sorry
guapita
15. Mrz, 2011
Wenn es mehr solcher Artikel und weniger Vorurteile gäbe, dann würde das Zusammenleben viel besser aussehen. Sehr schön geschrieben!
Che197
27. Jul, 2011
Mesut Ă–zil hat die 8 und ist ein fester Bestand des DFB Kader´s …. Integration geklappt!!!!
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