Vorbereitung auf den Ramadan

Vorbereitung auf den Ramadan

06. Jun, 2011 von admin in Allgemein

„
 Und (Er schuf auch) die Sonne, den Mond und die Sterne, durch Seinen Befehl dienstbar gemacht. Sicherlich Sein ist die Schöpfung und der Befehl. Sicherlich, Sein ist die Schöpfung und der Befehl. Segensreich ist Allah, der Herr der Weltenbewohner.“ (Al-A’raf, 54)

(iz). Mit dem Beginn das Sommermonats Juni kĂŒndigt sich auch der islamische Monat Radschab an. Mit ihm startet eine besondere Zeit des islamischen (Mond-)Kalenders, die in den segensreichen Fastenmonat Ramadan mĂŒndet, der seinerseits im ‘Id Al-Fitr (auch als Zuckerfest bekannt) sein feierliches Ende findet. An jene, drei Monate sind verschiedene Dinge wie ein freiwilliges Fasten und bestimmte NĂ€chte gebunden, die Muslime in aller Welt mit der Erinnerung an Allah und dem Lobpreis Seines Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, begehen.

Anbindung an die kosmische Wirklichkeit
Wenn es irgendeine Religion gibt, die den Menschen zum Beobachten und Verstehen des Himmels einlĂ€dt, dann ist dies der Islam. So ist ein gewisses VerstĂ€ndnis der Astronomie sogar Bestandteil der ReligionsausĂŒbung. Keine andere Religion fußt derart auf der Bewegung des Mondes und der Sonne zur Zeitrechnung und Kalenderschreibung wie der Islam. Allah hat dieses gewaltige Universum geschaffen, damit wir in und mit ihm leben und darĂŒber nachdenken: „Und Er ist es, Der euch die Sterne gemacht hat, damit ihr euch durch sie rechtleiten lasst in den Finsternissen des Festlandes und des Meeres. Wir haben ja die Zeichen ausfĂŒhrlich dargelegt fĂŒr die Leute, die Bescheid wissen.“ (Al-An’am, 97)

Die Existenz dieser Monat erzwingt logischerweise eine kontinuierliche, und dem islamischen Recht entsprechende Beobachtung des Himmels, um die AnfĂ€nge (beziehungsweise das Ende) der Monate des islamischen Mondkalenders - nicht nur der des Ramadans - genau zu bestimmen. Wenn Anfang und Ende des Radschabs und - des darauf folgenden Schabans - nicht korrekt festgelegt werden, bleibt die GĂŒltigkeit des Ramadanbeginns folgerichtig im Unklaren. Was die Nachfolge der Sunna des Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, bei der Sichtung des Neumondes betrifft, so kann eine Gemeinschaft durch ihren Verantwortlichen zwei der folgenden Möglichkeiten folgen: Sie kann sich nach der Sichtung in einer anderen Region richten, die ihr benachbart ist. Oder sie kann sich nach einer Sichtung richten, die lokal ist.

Über die Monate des islamischen Mondkalenders sagte Allah im Qur’an: „Wahrlich, die Zahl der Monate bei ­Allah betrĂ€gt zwölf, so sind sie im Buch Allahs festgelegt worden seit dem Tag, da Er die Himmel und Erde erschuf. Von diesen Monaten sind vier heilig. Das ist der bestĂ€ndige Glaube. (…).“ (At-Tauba, 37)

Radschab
Vom Propheten Muhammad, Allahs Segen und Heil auf ihm, stammte ein Bittgebet ĂŒber den Anfang dieser gesegneten Zeit: „O Allah, segne uns im Radschab und im Schaben und lass uns den Ramadan erreichen.“

Der Radschab, der siebte Monat des islamischen Kalenders, in den wir morgen oder ĂŒbermorgen ­eintreten, zĂ€hlt zu den vier heiligen Monaten des Islams. In einer Überlieferung des Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, heißt es: „Wahrlich, die Zeit ist wiedergekehrt wie am Tage, an dem Allah die Himmel und die Erde erschaffen hat: Das Jahr hat zwölf Monate, von den vier geheiligt sind. Drei davon folgen aufeinander, und zwar: Dhu-l-Qa’da, Dhu-l-Hidscha und Al-Muharram; dann Radschab-Mudar, der zwischen Dschumada und Schaban ist“ (Überlieferung von Bukhari).

Schaban
Auf den Monat Radschab folgt der Schaban, der ebenfalls ein besonderer Monat ist. Dem Schaban folgt der Fastenmonat Ramadan. Im Schaban ist es Sunna, möglichst viel zu fasten. In gewisser Weise kann man sagen, dass der Schaban und auch schon der Radschab eine Vorbereitung auf den Ramadan sind, denn auch im Rajab sollte man besonders viel Fasten.

Er ist der achte Monat des islamischen Kalenders. Es ist Sunna, im Schaban möglichst viel zu fasten. ‘Aischa, die Frau des Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, berichtete, „Nie sah ich den Gesandten Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, einen ganzen Monat hindurch fasten, außer im Ramadan; und nie habe ich ihn in irgendeinem Monat mehr fasten gesehen als im Schaban.“ (Muwatta, Imam Malik)

Nach einem anderen Bericht, ebenfalls von ‘Aischa, welcher von Imam Muslim ĂŒberliefert wurde, hat der Prophet fast den gesamten Schaban hindurch gefastet, mit Ausnahme von wenigen Tagen. Am Übergang des Schaban zum Ramadan sollte man, wenn Zweifel besteht, ob der Tag zum Ramadan gehört, weil der Neumond noch nicht gesehen werden kann, diesen nicht mit der Absicht zum Fasten im Ramadan fasten. Ein freiwilliges Fasten an diesem Tag ist zwar zulĂ€ssig, sicherer ist es aber, an diesem Tag nicht zu fasten.

Im Schaban sollte man besonders viel Qur’an lesen und das Bittgebet fĂŒr den Propheten rezitieren, sowie die guten Taten erhöhen. Oft haben die Wohlhabenden insbesondere im Schaban viel Sadaqa an die Armen gegeben, damit diese fĂŒr den Ramadan gestĂ€rkt sind. Oft zieht man sich auch in die Moscheen zurĂŒck (I’tikaf), um den Beginn des Ramadan zu erwarten und in Abgeschiedenheit zu reflektieren.

Besondere NĂ€chte
Alle drei Monate - Radschab, Schaban und Ramadan - haben gemein, dass es in ihnen besondere NĂ€chte gibt. Im Schaban ist dies die Lailat Al-Bara’a; in der Mitte des Monats.

Nach einer prophetischen Überlieferung ist die Nacht des ersten Freitags im Radschab die Lailat Ar-Ragha’ib, die Nacht der WĂŒnsche. In dieser Nacht bitten die Engel Allah um Vergebung als Lohn fĂŒr alle, die im Radschab ­fasten. Auch soll man in dieser Nacht, wie in allen besonders gesegneten NĂ€chten, zusĂ€tzliche ­Gebete verrichten und Bittgebete ­sprechen. In Deutschland wird vor allem in den tĂŒrkischen Moscheen in dieser Nacht die so genannte „Regaib Kandili“ begangen.

Das Wort „Kandil“, das auch fĂŒr andere, besondere NĂ€chte gebrĂ€uchlich ist, hat eigentlich mit Lampen zu tun, und kommt wohl daher, dass die Moscheen in diesen NĂ€chten mit zahlreichen Lampen und Lichtern kunstvoll beleuchtet wurden. Man trifft sich nach dem Abendgebet, wenn der erste Radschab anfĂ€ngt, in der Moschee und es wird Qur’an rezitiert; hĂ€ufig auch das „MevlĂŒt“, ein berĂŒhmtes Lobgedicht ĂŒber die Geburt des Propheten gelesen, und im Anschluss hĂ€lt der Imam eine Ansprache ĂŒber die Bedeutung dieses Monats

Im Radschab befindet sich auch die Lailat Al-Miradsch, die 27. Nacht des Monats, die Nacht, in der der Prophet Muhammad, Friede auf ihm, in die Himmel aufgestiegen ist, wo Allah ihm vieles gezeigt hat und der Prophet so nah an Allah gekommen ist, wie es keinem Menschen sonst gewĂ€hrt wird. Allah sagt im Qur’an: „Gepriesen sei Der, Der bei Nacht Seinen Diener von der heiligen Moschee zu der fernen Moschee, deren Umgebung Wir gesegnet haben, hinfĂŒhrte, auf dass Wir einige Unserer Zeichen zeigten. Wahrlich, Er ist der Allhörende, der Allsehende.“ (Al-Isra, 1)

Im Schaban gibt es ebenfalls eine besondere Nacht, die Lailat Al-Baraa, die Nacht des 15. Schaban. Sie ist die Nacht der Befreiung, eine der gesegnetsten NĂ€chte des Jahres; Segen, Gnade und Vergebung kommen in dieser Nacht auf die Erde herab. Es wird ĂŒberliefert, dass in dieser Nacht Fehler vergeben werden mit Ausnahme der schwerwiegenden. In der Nacht der Vergebung wird demnach auch die Versorgung der Menschen und ihre Lebenszeit bestimmt, sowie diejenigen, die die Pilgerfahrt (Hadsch) zum Haus Allahs unternehmen werden. Sich in dieser Nacht in den Moscheen zu versammeln, gehört zu den Besonderheiten der hanafitischen Rechtsschule, der insbesondere die hier lebenden tĂŒrkischen und bosnischen Muslime angehören.

Es wird berichtet, dass in dieser Nacht einmal Schaikh Hassan Al-Basri, einer der großen Gelehrten der muslimischen FrĂŒhzeit im irakischen Basra, sein Haus verließ und ganz bleich aussah, so als ob er aus seinem Grab gestiegen wĂ€re. Er wurde gefragt, was so viel Furcht und Leid bei ihm verursacht habe. Er antwortete: „Ich schwöre, dass ich in einem Zustand bin, der schlimmer ist als der eines Mannes, dessen Schiff gesunken ist, denn ich bin mir meiner Fehler, die ich begangen habe, gewiss, aber ich habe keine Gewissheit darĂŒber, ob meine guten Taten angenommen werden. Deshalb sorge ich mich so viel.“

Das freiwillige Fasten
Vom Gesandten Allahs sind bestimmte Tage und Monate ĂŒberliefert, an denen er zu fasten pflegte. Diese sind abgestuft in den Grad ihrer Empfohlenheit, wobei es hier in den Rechtsschulen zum Teil unterschiedliche Einstufungen gibt. Der Prophet pflegte auch, jeden Montag und Donnerstag, dem zweiten und fĂŒnften Tag der islamischen Woche, zu fasten. Weitere Überlieferungen beziehen sich auf Fasten im Monat Muharram, Fasten an drei Tagen jedes Monats, wo bei vom 13., 14. und 15. des Monats die Rede ist, das hĂ€ufige Fasten in den Monaten Muharram, Radschab, Dhu’l-Qada und Dhu’l-Hidscha, bei letzterem besonders an den ersten neun Tagen.

Vom Propheten Muhammad gibt es Überlieferung, wonach der Radschab ein Monat ist, in dem es empfohlen ist, an möglichst vielen Tagen zu fasten, wie auch in den anderen segensreichen Monaten. So ĂŒberliefern Ibn Madschah und Ahmad eine Aussage, in der der Prophet einem Mann, der ihm mitteilte, dass er noch mehr freiwilliges Fasten auf sich nehmen möchte, sagte: „Faste wĂ€hrend der heiligen Monate.” Nach anderen Überlieferungen werden auch besondere, zusĂ€tzliche Gebete im Radschab empfohlen. Schaikh Abdulqadir Al-Dschilani hat sich in seinem bekannten, umfassenden Werk „Ghunya At-Talibin“, das in Aufbau und Inhalt dem „Ihya Ulum Ad-Din“ von Imam Al-Ghazali vergleichbar ist, in entsprechenden Kapiteln ausfĂŒhrlich den Besonderheiten der Monate Radschab und Schaban gewidmet.

Quelle: http://www.islamische-zeitung.de

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8 Kommentare

Amira–Anwara

06. Jun, 2011

Maschaallah wie schnell ein Jahr vorruber ist!!!!.

Schokobon

06. Jun, 2011

T’barkallah!
Barak’allahu fik, sehr aufschlussreich :)

Señor-Bni-Chiker

06. Jun, 2011

Salam uÂŽ3alaikum liebe Geschwister,

Tabaraka Allah 3likum fĂŒr den Artikel echt lehrreich. Danke sehr, jedoch MÜSST ihr bitte bedenken, dass das Zuckerfest , siehe zweiten Abschnitt, ein rein tĂŒrkisch-nationales Fest ist. Der Tag “Aid al-adha” ist quasi auf deutsch der Tag an dem wir das Fastenbrechen “feiern” und nicht Zuckerfest, auch wenn es reichlich SĂŒĂŸigkeiten an dem besagten gibt.
Inshaallah werden wir auch dieses Jahr einen gesegneten Ramadan mit viel Kraft und Gesundheit erleben.

@ Amira-Anwara:
wohl wahr, die Zeit rennt!, ein (kleines) Zeichen auf Yaum lÂŽ9iyama allah yestar oua ya7fadh inshaallah jami3in lmuslimin.

Beslama

Talibatul3ilm

06. Jun, 2011

Ich freue mich total drauf :) Juppppi

ChucksInRot

06. Jun, 2011

Salamualikum T’barkallah das ist ein echt guter Artikel :) ich freu mich total auf Ramadan :)

catrose1807

08. Jun, 2011

Aslm liebe Geschwister, ich freue mich ebenfalls auf Ramadan. Mögen all unsere Gebete erhört werden und unsere SĂŒnden verziehen werden….Inshaallah ya rabi el 3alamin!! Der Artikel ist ĂŒbrigens super :))

Ilayda28

14. Jun, 2011

Gibt es Kandil bei euch auch?? Oder ist das ”tĂŒrkisch” ??

Soussi85

19. Jun, 2011

Lehrreicher artikel mashallah vielen dank.
hab hamdulilah wieder was dazu gelernt.
Salam

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