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Erstellt am 20-Jul-2010 um 22:20
1. Warum fasten die Muslime?

Fasten im Islam ist eine Form des Gottesdiensts. Das Fasten im Monat Ramadan gehört zu den sogenannten fĂŒnf SĂ€ulen des Islam, also zu den Hauptpflichten, die ein Muslim als Gottesdienst durchfĂŒhrt. Die anderen SĂ€ulen sind das Bezeugen der Einheit Gottes und der Prophetenschaft Muhammads (s)1, das tĂ€glich fĂŒnfmalige Gebet, die Wallfahrt nach Mekka und das Entrichten der Zakat.

Das Fasten wird den GlÀubigen in dem folgenden Koranvers vorgeschrieben:

“Ihr, die ihr glaubt, euch ist das Fasten vorgeschrieben wie es denen vorgeschrieben war,die vor euch waren, damit ihr vielleicht gottesfĂŒrchtig werdet.” (2:183).

Laut dieser Aussage im Koran, dem heiligen Buch der Muslime, soll das Fasten um Gottes (Allahs) Willen geschehen d.h. es soll dadurch die Zufriedenheit Gottes erlangt werden.

Ausserdem gehört die Praxis des Fastens zur Tradition des Propheten Muhammad (s), der den Muslimen als Vorbild dient.
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2. Wie wird im Islam gefastet?

Das Fasten im Islam heisst, dass der Muslim bzw. die Muslima von Beginn der MorgendĂ€mmerung bis zum Sonnenuntergang nichts isst, nichts trinkt, allgemein also keine Nahrung zu sich nimmt und sich des Beischlafs mit dem Ehepartner enthĂ€lt. Das ist das â€œĂ€ussere” Fasten. Das Fasten hat aber auch eine “innere” Dimension. Der Muslim soll demnach im Ramadan noch mehr als sonst darauf achten sich gĂ€nzlich von SĂŒnde freizuhalten d.h. nichts Verwerfliches bewusst anschauen, nichts Schlechtes reden, auf nichts Böses hören und nichts VerabscheuungswĂŒrdiges tun. Denn Fasten heisst erkennen, dass man in Wahrheit einzig und allein von Gott abhĂ€ngig ist.

Zugleich soll sich der Fastende darĂŒber klar werden, dass er sich von vermeintlicher AbhĂ€ngigkeit von anderem lossagen kann und muss. Er ist ein Pilger, der sich mit seinem Fasten zu seinem Schöpfer aufgemacht hat und alles, woran er gewöhnt ist aber nicht unbedingt benötigt, hinter sich zurĂŒcklĂ€sst. Zudem beschĂ€ftigt sich der Muslim wenn er fastet intensiver mit den restlichen Gottesdiensten wie z.B. den Gebeten oder dem Lesen des Korans.
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3. Welchen Nutzen ziehen Muslime vom Fasten?

Das Fasten ist eine direkte Angelegenheit zwischen dem Einzelnen und seinem Schöpfer, also ein Gottesdienst, der frei von Heuchelei sein muss. Die Seele des Fastenden wird gereinigt und gelĂ€utert und seine Beziehung zu Gott und seinen Mitmenschen wird gefestigt. Ohne dies bleibt das Fasten bedeutungslos und leer. So ist ein grosser Nutzen des Monats Ramadan mehr Barmherzigkeit gegenĂŒber Armen und BedĂŒrftigen und darĂŒber hinaus das Erlangen einer gewissen Selbstbeherrschung und Konzentration auf das Wesentliche. Fasten schĂ€rft das Gewissen und vergrössert die Widerstandskraft.

Wer fastet denkt mehr an Gott, ĂŒbt sich in wohltĂ€tiger NĂ€chstenliebe, schmeckt die SĂŒsse der Ergebung in Gottes Willen, die Liebe Gottes und Gottesfurcht. Die Muslime geniessen auch das besondere Miteinander in der Familie und unter Freunden im Fastenmonat. Vielleicht ist der grösste praktische Nutzen der einmonatigen geistigen und körperlichen Übung der, dass die Selbstbeherrschung und die Absage an bestimmte Dinge auch andere Aspekte des Lebens eines Muslims permanent zu durchdringen vermag. Dies wird möglich, weil dem Muslim im Ramadan eine Möglichkeit geboten wird eine innere Abrechnung durchzufĂŒhren und er somit neue VorsĂ€tze fĂŒr die nĂ€chste Zeit vornehmen kann.
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4. Wer ist zum Fasten verpflichtet?

Die Fastenvorschrift im Monat Ramadan gilt fĂŒr jeden geistig zurechnungsfĂ€higen Muslim, Mann oder Frau, der die PubertĂ€t erreicht. Die PubertĂ€t kennzeichnet die MĂŒndigkeit im Islam. Kinder, die die PubertĂ€t nicht erreicht haben, werden ermutigt so viele Tage zu fasten wie sie können. So können sie sich nach und nach mit zunehmenden Alter an dieses Gebot gewöhnen.
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5. Gibt es Personen, die vom Fasten ausgenommen sind?

Nur wer das Fasten, so wie es im Islam vorgeschrieben ist, ohne gesundheitlichen Schaden durchfĂŒhren können, ist zu diesem Gebot verpflichtet. Deshalb sind Kranke, Altersschwache, Schwangere, stillende MĂŒtter, Frauen in der Menstruation und Ă€hnliche Personengruppen von dieser Pflicht ausgenommen. Personen, deren gesundheitliche Situation sich voraussichtlich nicht bessern wird wie z.B. chronisch Kranke oder Altersschwache, sollen fĂŒr jeden im Ramadan versĂ€umten Fastentag einen BedĂŒrftigen speisen (die sog. Fidya). Andere, die unter die Ausnahmeregelung fallen und deren Situation sich bessern wird wie z.B. Schwangere, stillende MĂŒtter etc. holen die versĂ€umten Fastentage zu einem spĂ€teren Zeitpunkt nach.
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6. Wann beginnt die Fastenzeit?

Der Ramadan ist der neunte Monat im islamischen Mondkalender. Im Gegensatz zur ĂŒblichen Praxis der Verwendung des Sonnenkalenders, benutzen die Muslime einen reinen Mondkalender. So verschiebt sich der Monat Ramadan 10 oder 11 Tage pro Jahr nach vorne und durchschreitet allmĂ€hlich alle Jahreszeiten. Ein Muslim wird deswegen Fastentage im Laufe seines Lebens sowohl im Winter mit kĂŒrzeren Tagen, als auch Fastentage im Sommer, an denen die Tage lang sind und das Fasten schwieriger wird erleben.

WĂ€re eine bestimmte feste Jahreszeit fĂŒr das Fasten festgelegt, wĂŒrde das fĂŒr manche der AnhĂ€nger des Islam in verschiedenen Erdteilen, einen dauernden Vorteil, fĂŒr andere wiederum eine stĂ€ndige Benachteiligung bedeuten.
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7. Was ist die Wortbedeutung von Ramadan?

Ramadan 2 ist Arabisch und wird von der Wurzel ramida oder arramad abgeleitet, was “brennende Hitze und Trockenheit”, speziell des Bodens bedeutet. Aus der gleichen Wurzel kommt ramdaa - sonnengebrannter Sand. Dies deutet auf das HitzegefĂŒhl im Magen hin, das vom Durst erzeugt wird. Manche erklĂ€ren auch das damit, dass der Ramadan die SĂŒnden ausbrennt wie die Hitze den Boden. Im Ramadan sind Herz und Seele fĂŒr die Anbetung und das Gedenken an Gott empfĂ€nglicher, so wie Sand und Steine fĂŒr die Hitze der Sonne. So hilft der Ramadan dem GlĂ€ubigen sich neu zu formen und seine physischen und geistigen Veranlagungen und Verhalten zu erneuern.
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8. Wie wirkt sich das Fasten auf den Fastenden aus?

Das ist unterschiedlich. Es gibt viele Muslime, die durch das Fasten zu einer inneren Einkehr und zur Ruhe kommen, die sie vielleicht durch das ganze Jahr ĂŒber vermissen. Oft fĂŒhlt der Fastende auch, dass sein Körper in diesem Monat eine Art Regeneration erfĂ€hrt. Einige wiederum mĂŒssen sich in Geduld ĂŒben, weil sie das Fasten, emotional und körperlich stĂ€rker belastet als andere.

Jeder empfindet das Fasten also ein wenig anders. Was allen fastenden Muslimen gemeinsam ist, ist die Tatsache, dass sie diesen Akt als Gottesdienst betrachten und die Vergeltung dafĂŒr bei ihrem Schöpfer im Jenseits erhoffen.
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9. Ist es nicht ungesund beim Fasten auch nichts trinken?

Wenn die Voraussetzung fĂŒr das Fasten erfĂŒllt ist, nĂ€mlich die körperliche Fitness, ruft die fehlende Nahrungs- und FlĂŒssigkeitsaufnahme vom Beginn der MorgendĂ€mmerung bis zum Sonnenuntergang auch keine gesundheitlichen SchĂ€den fĂŒr den Fastenden hervor. Zudem bewirkt der Verzicht auf Nahrung, dass man weniger Durst verspĂŒrt
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10. Ist es sinnvoll den ganzen Tag nichts zu essen und das alles abends wieder durch ĂŒppiges Essen nachzuholen?

Nein, sicher nicht. Deshalb hat der Prophet Muhammad (s) auch geraten leichte Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Und er erliess eine allgemeine Regel, die auch ausserhalb des Ramadans GĂŒltigkeit besitzt: NĂ€mlich, dass der Muslim seinen Magen mit einem Drittel Essen, einem Drittel FlĂŒssigkeit fĂŒllen, aber das letzte Drittel leer lassen sollte.
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11. Fasten die Muslime um abzunehmen?

Die Absicht beim Fasten ist das Wohlgefallen Gottes. Es wird empfohlen keine schwere Kost zu sich zu nehmen. Es ist aber auch erlaubt die eigens zubereiteten Köstlichkeiten zu geniessen. Deshalb gibt es sowohl Muslime, die in diesem Monat abnehmen, als auch manche die an Gewicht zunehmen.
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12. Ist es nicht schwer hierzulande zu fasten?

Das Fasten hier ist unter einigen Aspekten leichter als das Fasten in klimatisch extremeren Breitengraden. Im Winter werden die zu fastenden Tage kĂŒrzer sein als die Tage im Sommer oder im FrĂŒhling. In den muslimischen LĂ€ndern fasten die meisten Menschen, so dass das Fastenbrechen kaum in die Arbeitszeit fĂ€llt und tagsĂŒber nichts zu essen oder zu trinken angeboten wird. Viele Muslime in unserem Land hĂ€tten gerne Arbeitszeiten, die ihnen erlauben, das Fastenbrechen gemeinsam mit der Familie vorzunehmen.
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13. Warum mĂŒssen die Muslime einen ganzen Monat lang fasten?

Wie schon in den ersten Antworten erwĂ€hnt, richten sich die Muslime – auch bei dieser Vorschrift – nach den Worten Gottes, dem Koran, und der Vorgehensweise des Propheten Muhammad (s), der Sunna. Diese Anweisungen geben den Monat Ramadan, der 29 oder 30 Tage lang dauert, als Fastenzeit vor. Da Eintönigkeit schĂ€dlich ist, ist es im Islam nicht gestattet das ganze Jahr ĂŒber ohne Unterbrechung zu fasten. Auch wer geistigen Vorteil erzielen will, hat nicht die Erlaubnis dazu. Die Erfahrung bestĂ€tigt ausserdem, dass das Fasten fĂŒr den, der es fortwĂ€hrend ĂŒbt, zur Gewohnheit wird, zur zweiten Natur, so dass der Vorteil nicht der gleiche ist wie fĂŒr den, der nur von Zeit zu Zeit fastet.
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14. Wozu braucht Gott das Fasten, kommt es nicht eher auf den Glauben an?

Es ist richtig, dass Gott nichts von uns benötigt, weil Er sich Selbst genĂŒge ist. Von den jeweiligen gottesdienstlichen Handlungen ziehen wir Menschen selbst hier in dieser Welt und im Jenseits Nutzen. Aber Glauben ist die Voraussetzung fĂŒr eine Tat, die als Gottesdienst zĂ€hlt und eine Tat ohne Glauben wird als Gottesdienst bei Gott nicht angenommen werden. Deshalb gehören Glaube und Tat zusammen und sind wie zwei Seiten einer Medaille. Der Glaube wird durch die Tat gestĂ€rkt. Glaube ohne Taten kann im Extremfall zu einem leerem Glaubensbekenntnis werden.
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15. Welche Mahlzeiten werden im Monat Ramadan fĂŒrs Fastenbrechen zubereitet?

Dies hÀngt von den jeweiligen Essgewohnheiten und dem kulturellen Hintergrund des fastenden Muslims ab. Oft wird abends eine warme Mahlzeit zubereitet, aber viele geniessen eher die AtmosphÀre des Fastenmonats und das Zusammensein mit der Familie und den Freunden und legen weniger Wert auf die Speisen.
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16. Wie wurde das Fasten im Monat Ramadan fĂŒr Muslime eine Pflicht?

Die Offenbarungen Gottes an den Propheten Muhammad (s), die dann als Koran zusammengetragen wurden, begannen im Monat Ramadan im Jahre 610. Das Fasten wÀhrend dieses Monats wurde den Muslimen erst im Jahre 624 zur Pflicht, als folgende Koranverse offenbart wurden:

“O ihr, die ihr glaubt! Das Fasten ist euch vorgeschrieben, so wie es denen vorgeschrieben war, die vor euch waren. Vielleicht werdet ihr (Allah) fĂŒrchten.” (Koran 2:183)

“Der Monat Ramadan ist es, in dem der Koran als Rechtleitung fĂŒr die Menschen herabgesandt worden ist und als klarer Beweis der Rechtleitung und der Unterscheidung. Wer also von euch in dem Monat zugegen ist, der soll in ihm fasten. Und wer krank ist oder sich auf einer Reise befindet, soll eine Anzahl anderer Tage (fasten) - Allah will es euch leicht, Er will es euch nicht schwer machen - damit ihr die Frist vollendet und Allahs Grösse rĂŒhmt, dass Er euch geleitet hat. Vielleicht werdet ihr dankbar sein. Koran 2:185)
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17. Was fĂŒr BrĂ€uche haben die Muslime im Monat Ramadan?

Das Fastenbrechen wird gewöhnlich mit einer Dattel oder einem Schluck Wasser durchgefĂŒhrt, wĂ€hrend das folgende vom Propheten Muhammad (s) ĂŒberlieferte Bittgebet gesprochen wird: “O Allah, um Deinetwillen habe ich gefastet und an Dich geglaubt und mit Deiner Versorgung breche ich das Fasten. Im Namen Allahs, des Allbarmherzigen, des GnĂ€digen”, dann wird das Abendgebet verrichtet. Erst danach werden dann die eigentlichen Speisen gegessen. So wie der Prophet Muhammad (s) dies selbst durchfĂŒhrte, ist es Sitte wĂ€hrend des Fastenmonats den ganzen Koran zu lesen. Gegenseitige Besuche und Einladungen zum Fastenbrechen sind an der Tagesordnung.

Das gemeinsame Fastenbrechen findet auch oft in den jeweiligen Moschee-Gemeinden statt, in denen manchmal sogar jeden Tag im Ramadan Essen ausgegeben wird.
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18. Wie viele Muslime halten sich an das Fastengebot im Ramadan?

Das Fasten scheint das Gebot unter den fĂŒnf SĂ€ulen zu sein, an die sich die Muslime am meisten halten. Die Moscheen sind in diesem Monat zu den abendlichen TarĂąwĂźh-Gebeten 3 ĂŒbervoll und selbst nicht praktizierende Muslime halten sich aus Respekt vor diesem Monat von Dingen fern, die der Islam verboten hat, wie z.B. dem Alkoholkonsum. In den LĂ€ndern mit mehrheitlich muslimischer Bevölkerung wirkt sich der Ramadan im alltĂ€glichen Leben aus. Obwohl sich hier vielleicht fast die HĂ€lfte der Muslime an das Fasten halten, fĂ€llt dies natĂŒrlich aufgrund der geringen Zahl der Muslime im öffentlichen Leben nicht gleichermassen auf.
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19. Gibt es ausserhalb des Ramadans auch Fastentage?

Das fĂŒr jeden Muslim verpflichtende Fasten gibt es nur im Monat Ramadan. DarĂŒber hinaus hat der Prophet Muhammad (s) an bestimmten Tagen das freiwillige Fasten empfohlen wie z.B. 6 beliebige Tage im darauffolgenden Monat SchawwĂąl.

Er lehrte, dass derjenige, der den ganzen Fastenmonat und noch 6 Tage im Schawwùl fastet, von Gott belohnt wird, als hÀtte er das ganze Jahr hindurch gefastet. Am 10. Muharram oder montags oder donnertags zu fasten wird angeraten.

Das stÀndige Fasten das ganze Jahr hindurch wird im Islam hingegen nicht erlaubt und die Maximalgrenze des freiwilligen Fastens wurde vom Propheten (s) aufgezeigt, indem er sagte, dass der Muslim, der viel fasten möchte, abwechselnd einen Tag fasten und den darauffolgenden Tag aber aussetzen solle.
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20. Wie können Nichtmuslime ihre fastenden muslimischen Arbeitskollegen unterstĂŒtzen?

Arbeitgeber, Kollegen, Lehrer etc. können helfen, indem sie versuchen die Bedeutung des Ramadan zu verstehen und den betreffenden Muslim nach Möglichkeit körperlich weniger beanspruchen. Besondere BerĂŒcksichtigung könnten z.B. Anfragen nach Urlaub, der Wunsch nach flexibleren Arbeitszeiten am Morgen und am Abend, und dem Anliegen von SchĂŒlern weniger Hausaufgaben zu bekommen finden. Es ist auch sehr wichtig, dass muslimische Arbeiter, Angestellte und SchĂŒler die Möglichkeit erhalten, nach Ende des Fastenmonats Ramadan am Festgebet teilzunehmen. Dieses Fest und ein weiteres, das ca. zwei Monate danach folgt, ist fĂŒr Muslime genauso wichtig wie Weihnachten und Ostern fĂŒr Christen. Über eine Gratulation und einen GlĂŒckwunsch zu diesen Festen werden sich die Muslime sehr freuen.
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21. Gibt es besondere Ereignisse im Monat Ramadan?

Es gibt spezielle Gebete, TarĂąwĂźh genannt, die in den Moscheen oder Zuhause einige Zeit nach Sonnenuntergang, verrichtet werden. In der Lailat-ul Qadr 4 (der “Nacht der Bestimmung”) gedenken die Muslim der Nacht, in der dem Propheten Muhammad (s) von Gott die ersten Abschnitte des Korans offenbart wurden. Da der genaue Zeitpunkt dieser Nacht laut einer Aussage des Propheten (s) nicht bekannt ist, suchen Muslime diese Nacht in den letzten zehn ungeraden Tagen des Ramadans bzw. feiern ihn in der Nacht des 27. Ramadan. Es ist auch ĂŒblich, dass die Muslime in diesem Monat viel spenden und auch ihre Zakat-Abgabe ausrechnen und bezahlen.
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22. Wird am Ende des Ramadans ein Fest begangen?

Die TarĂąwĂźh-Gebete finden am zweiten Abend vor dem Fest ihren Abschluss. Das Fest des Fastenbrechens, das auf arabisch ‘Id-ul Fitr und Ramazan BayramĂź auf tĂŒrkisch heisst, beginnt mit einem besonderen Festgebet am ersten Tag des darauf folgenden Monats. Das Festgebet beginnt nach Sonnenaufgang und beinhaltet zwei Gebetsabschnitte und eine Ansprache. Die Muslime beglĂŒckwĂŒnschen sich gegenseitig nach dem Festgebet und drĂŒcken ihren Wunsch aus, dass Gott (Allah) ihr Fasten und ihre ĂŒbrigen Gottesdienste annehmen möge. Das Fest dauert drei Tage an. An diesen Tagen werden Verwandte und Bekannte besucht, wobei gewöhnlich die JĂŒngeren die Älteren mit ihren Besuchen ehren. Am ersten Tag des Ramadanfestes soll aber nicht gefastet werden, da dies eine Zeit des Feierns ist.
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23. Gibt es Probleme der Moschee-Gemeinden mit ihren Nachbarn?

Da es fĂŒr Muslime wenige GebetsrĂ€ume an einem Ort gibt, mĂŒssen viele mit ihren Fahrzeugen von weit her bis zu den Moscheen fahren, was mitunter zu GerĂ€uschbelĂ€stigung fĂŒhren kann. Besonders schwierig wird dies im Sommer wenn die erwĂ€hnten TarĂąwĂźh-Gebete bis ca. 22-23 Uhr dauern. Deswegen sollten die Moschee-Gemeinden Vorkehrungen treffen, dass die Nachbarn so wenig wie möglich gestört werden und dass sie ĂŒber die Besonderheit in diesem Monat informiert werden.
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24. Welche Dinge sind beim Fasten noch zu beachten?

Der Prophet Muhammad (s) hat zum Fasten viele Empfehlungen gegeben, wobei wir hier nur vier anfĂŒhren wollen:

“Das Fasten ist ein Schutz. So soll der (der fastet) keine unzĂŒchtigen Reden fĂŒhren und sich nicht töricht verhalten; und wenn jemand ihn bekĂ€mpft oder ihn beschimpft, soll er zweimal sagen: ‘Ich faste.’ Und bei Dem, in Dessen Hand meine Seele ist: Der Mundgeruch des Fastenden ist Allah angenehmer als der Duft von Moschus, denn [Gott sagt:] er lĂ€sst ab vom Essen und Trinken und von seinen Begierden um Meinetwillen. Das Fasten ist fĂŒr Mich, und Ich gewĂ€hre die Belohnung dafĂŒr. Und die gute Tat wird zehnfach belohnt.”

“FĂŒr alles ist Zakat zu entrichten, und die Zakat fĂŒr den Körper ist das Fasten.”

“Wer im Ramadan in (festem) Glauben und in der Hoffnung auf Belohnung fastet, dem werden seine vergangenen SĂŒnden vergeben; und wer im Ramadan (nachts im Gebet) steht in (festem) Glauben und in der Hoffnung auf Belohnung, dem werden seine vergangenen SĂŒnden vergeben.”

“Wenn sich jemand nicht der Falschheit in Wort und Tat enthĂ€lt, dann liegt Allah nichts daran, dass er sich des Essens und Trinkens enthĂ€lt.”
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25. Können Nichtmuslime an muslimischen Veranstaltungen im Ramadan teilnehmen?

GrundsĂ€tzlich kann jeder an einer muslimischen Veranstaltung teilnehmen, weil dies zu einem besseren gegenseitigem VerstĂ€ndnis beitragen kann. Deswegen sind Nichtmuslime eingeladen sich ein eigenes Bild und einen Eindruck ĂŒber den Ablauf der Veranstaltungen der Muslime auch im Ramadan zu machen. So können sie z.B. wenn man das mit den Verantwortlichen der jeweiligen Moscheen abspricht, bei den allabendlichen Gebetenn anwesend sein. Muslime freuen sich auch, wenn sie Interessierte und Nachbarn zum Fastenbrechen ( der sog. IftĂąr) begrĂŒssen können
 
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