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Erstellt am 19-MĂ€r-2009 um 19:36
Salam hoffe es geht euch allen gut.

Wie man der Überschrift entnehmen kann möchte ich wissen, welche Auswirkungen die Leitzinserhhöhung auf

-Arbeitslosigkeit
-Konjunktur
-Inflation


hat. Ich bedanke mich schon mal im Voraus fĂŒr eure Antworten.


MfG
Erstellt am 19-MĂ€r-2009 um 20:12
Das kann man so einfach nicht beantworten.

Eine Leitzinssenkung wird von den Zentralbanken der LĂ€nder bzw von der EU durchgefĂŒhrt.


Die Zentralbank verleiht Geld den anderen Banken(GeschÀftsbanken) wie der Commerzbank, Dresdner Bank,Deutsche Bank etc. Und die Universalbanken geben dieses Geld wieder an Unternehmen/Kunden in Form von Krediten weiter,damit die Unternehmen Investitionen tÀtigen können, die die Konjuntujur beleben und die Arbeitslosigkeit abbauen soll.
Man erhofft sich durch die niedrigeren Zinsen,das so mehr Geld in den Umlauf kommt. Ob das jedoch gemacht wird,ist wieder ein anderes Thema. Im Moment rĂŒcken die Banken das Geld nicht raus.

In der Volkwirtschaftslehre lernst du die sogenannte QuantitÀsgleichung die dann zur QuantitÀtstheorie umgeformt wird :

M + V = Y + P (Betrachten hier die Wachstumsraten von M=Geldmenge, V= Ulaufgeschwindigkeit des Geldes, Y = Produktion einer Volkswirtschaft, P = Preisniveau)

Aus wissenschaftlichen Daten geht hervor, das die Y jÀhrlich um 3% wÀchst und die Umlaufgeschwindigkeit jÀhrlich um 1 %. Also sind in der Gleichung M+V=Y+P 2 Variablen fix => M+(-1%) = 3%+ P
Und um Inflation zu vermeiden, muss P=0% gelten - also PreisstabilitÀt.

Damit das gewÀhrleistet ist, muss man dann die Geldmenge jedes Jahr um 4% erhöhren.

=> 4% - 1% = 3% + 0%

Und durch diese Leitsinssenkung soll wie oben erwÀhnt mehr Geld in den Umlauf kommen und dadurch soll die Geldmenge in einer Volkswirtschaft steigen. Somit wird dann die Inflation (das gilt wenn P ungleich 0 ist) verhindert.

So und bei einer Leitzinserhöhung lÀuft das Ganze andersherum. Die Zentralbank vergibt weniger Geld bzw die GeschÀftsbanken holen sich weniger Geld von den Zentralbank und es gelangt weniger Geld in den Umlauf ....

Die Anhebung eines Leitzinses steht fĂŒr eine restriktivere Geldpolitik. Ihr Ziel ist es, die Inflation niedrig zu halten: FĂŒr Kreditinstitute wird es teurer, sich bei den Zentralbanken mit Geld zu versorgen. Weil die Banken die höheren Zinskosten zumindest teilweise an ihre Kunden weitergeben, bedeutet dies fĂŒr Unternehmen und Verbraucher: Kredite werden teurer und damit unattraktiver. Gleichzeitig lohnt sich das Sparen wieder mehr, denn auch die Guthabenzinsen steigen.

Unter dem Strich kann man sagen: Nach einer Leitzinserhöhung investieren die Unternehmen weniger, weil die Finanzierung teurer wird. Die BĂŒrger nehmen weniger Kredite fĂŒr Konsum oder Hausbau auf und sparen mehr. Dadurch sinkt die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen, und die Anbieter können die Preise nicht mehr so leicht erhöhen und Entlassungen sind nicht unĂŒblich.


Hoffe konnte es dir verstÀndlich erklÀren.
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Erstellt am 19-MĂ€r-2009 um 20:32
"MoHileini" schrieb:
Das kann man so einfach nicht beantworten.

Eine Leitzinssenkung wird von den Zentralbanken der LĂ€nder bzw von der EU durchgefĂŒhrt.


Die Zentralbank verleiht Geld den anderen Banken(GeschÀftsbanken) wie der Commerzbank, Dresdner Bank,Deutsche Bank etc. Und die Universalbanken geben dieses Geld wieder an Unternehmen/Kunden in Form von Krediten weiter,damit die Unternehmen Investitionen tÀtigen können, die die Konjuntujur beleben und die Arbeitslosigkeit abbauen soll.
Man erhofft sich durch die niedrigeren Zinsen,das so mehr Geld in den Umlauf kommt. Ob das jedoch gemacht wird,ist wieder ein anderes Thema. Im Moment rĂŒcken die Banken das Geld nicht raus.

In der Volkwirtschaftslehre lernst du die sogenannte QuantitÀsgleichung die dann zur QuantitÀtstheorie umgeformt wird :

M + V = Y + P (Betrachten hier die Wachstumsraten von M=Geldmenge, V= Ulaufgeschwindigkeit des Geldes, Y = Produktion einer Volkswirtschaft, P = Preisniveau)

Aus wissenschaftlichen Daten geht hervor, das die Y jÀhrlich um 3% wÀchst und die Umlaufgeschwindigkeit jÀhrlich um 1 %. Also sind in der Gleichung M+V=Y+P 2 Variablen fix => M+(-1%) = 3%+ P
Und um Inflation zu vermeiden, muss P=0% gelten - also PreisstabilitÀt.

Damit das gewÀhrleistet ist, muss man dann die Geldmenge jedes Jahr um 4% erhöhren.

=> 4% - 1% = 3% + 0%

Und durch diese Leitsinssenkung soll wie oben erwÀhnt mehr Geld in den Umlauf kommen und dadurch soll die Geldmenge in einer Volkswirtschaft steigen. Somit wird dann die Inflation (das gilt wenn P ungleich 0 ist) verhindert.

So und bei einer Leitzinserhöhung lÀuft das Ganze andersherum. Die Zentralbank vergibt weniger Geld bzw die GeschÀftsbanken holen sich weniger Geld von den Zentralbank und es gelangt weniger Geld in den Umlauf ....

Die Anhebung eines Leitzinses steht fĂŒr eine restriktivere Geldpolitik. Ihr Ziel ist es, die Inflation niedrig zu halten: FĂŒr Kreditinstitute wird es teurer, sich bei den Zentralbanken mit Geld zu versorgen. Weil die Banken die höheren Zinskosten zumindest teilweise an ihre Kunden weitergeben, bedeutet dies fĂŒr Unternehmen und Verbraucher: Kredite werden teurer und damit unattraktiver. Gleichzeitig lohnt sich das Sparen wieder mehr, denn auch die Guthabenzinsen steigen.

Unter dem Strich kann man sagen: Nach einer Leitzinserhöhung investieren die Unternehmen weniger, weil die Finanzierung teurer wird. Die BĂŒrger nehmen weniger Kredite fĂŒr Konsum oder Hausbau auf und sparen mehr. Dadurch sinkt die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen, und die Anbieter können die Preise nicht mehr so leicht erhöhen und Entlassungen sind nicht unĂŒblich.


Hoffe konnte es dir verstÀndlich erklÀren.


Danke fĂŒr die ErklĂ€rung :-) Ist einige Zeit her, als ich zuletzt BWL/VWL hatte.
Erstellt am 28-Apr-2009 um 13:57
"MoHileini" schrieb:
Das kann man so einfach nicht beantworten.

Eine Leitzinssenkung wird von den Zentralbanken der LĂ€nder bzw von der EU durchgefĂŒhrt.


Die Zentralbank verleiht Geld den anderen Banken(GeschÀftsbanken) wie der Commerzbank, Dresdner Bank,Deutsche Bank etc. Und die Universalbanken geben dieses Geld wieder an Unternehmen/Kunden in Form von Krediten weiter,damit die Unternehmen Investitionen tÀtigen können, die die Konjuntujur beleben und die Arbeitslosigkeit abbauen soll.
Man erhofft sich durch die niedrigeren Zinsen,das so mehr Geld in den Umlauf kommt. Ob das jedoch gemacht wird,ist wieder ein anderes Thema. Im Moment rĂŒcken die Banken das Geld nicht raus.

In der Volkwirtschaftslehre lernst du die sogenannte QuantitÀsgleichung die dann zur QuantitÀtstheorie umgeformt wird :

M + V = Y + P (Betrachten hier die Wachstumsraten von M=Geldmenge, V= Ulaufgeschwindigkeit des Geldes, Y = Produktion einer Volkswirtschaft, P = Preisniveau)

Aus wissenschaftlichen Daten geht hervor, das die Y jÀhrlich um 3% wÀchst und die Umlaufgeschwindigkeit jÀhrlich um 1 %. Also sind in der Gleichung M+V=Y+P 2 Variablen fix => M+(-1%) = 3%+ P
Und um Inflation zu vermeiden, muss P=0% gelten - also PreisstabilitÀt.

Damit das gewÀhrleistet ist, muss man dann die Geldmenge jedes Jahr um 4% erhöhren.

=> 4% - 1% = 3% + 0%

Und durch diese Leitsinssenkung soll wie oben erwÀhnt mehr Geld in den Umlauf kommen und dadurch soll die Geldmenge in einer Volkswirtschaft steigen. Somit wird dann die Inflation (das gilt wenn P ungleich 0 ist) verhindert.

So und bei einer Leitzinserhöhung lÀuft das Ganze andersherum. Die Zentralbank vergibt weniger Geld bzw die GeschÀftsbanken holen sich weniger Geld von den Zentralbank und es gelangt weniger Geld in den Umlauf ....

Die Anhebung eines Leitzinses steht fĂŒr eine restriktivere Geldpolitik. Ihr Ziel ist es, die Inflation niedrig zu halten: FĂŒr Kreditinstitute wird es teurer, sich bei den Zentralbanken mit Geld zu versorgen. Weil die Banken die höheren Zinskosten zumindest teilweise an ihre Kunden weitergeben, bedeutet dies fĂŒr Unternehmen und Verbraucher: Kredite werden teurer und damit unattraktiver. Gleichzeitig lohnt sich das Sparen wieder mehr, denn auch die Guthabenzinsen steigen.

Unter dem Strich kann man sagen: Nach einer Leitzinserhöhung investieren die Unternehmen weniger, weil die Finanzierung teurer wird. Die BĂŒrger nehmen weniger Kredite fĂŒr Konsum oder Hausbau auf und sparen mehr. Dadurch sinkt die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen, und die Anbieter können die Preise nicht mehr so leicht erhöhen und Entlassungen sind nicht unĂŒblich.


Hoffe konnte es dir verstÀndlich erklÀren.


Sehr gut erklÀrt Bruder, ich hatte es nicht besser machen können.
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Erstellt am 28-Apr-2009 um 14:24
"MoHileini" schrieb:
Das kann man so einfach nicht beantworten.

Eine Leitzinssenkung wird von den Zentralbanken der LĂ€nder bzw von der EU durchgefĂŒhrt.


Die Zentralbank verleiht Geld den anderen Banken(GeschÀftsbanken) wie der Commerzbank, Dresdner Bank,Deutsche Bank etc. Und die Universalbanken geben dieses Geld wieder an Unternehmen/Kunden in Form von Krediten weiter,damit die Unternehmen Investitionen tÀtigen können, die die Konjuntujur beleben und die Arbeitslosigkeit abbauen soll.
Man erhofft sich durch die niedrigeren Zinsen,das so mehr Geld in den Umlauf kommt. Ob das jedoch gemacht wird,ist wieder ein anderes Thema. Im Moment rĂŒcken die Banken das Geld nicht raus.

In der Volkwirtschaftslehre lernst du die sogenannte QuantitÀsgleichung die dann zur QuantitÀtstheorie umgeformt wird :

M + V = Y + P (Betrachten hier die Wachstumsraten von M=Geldmenge, V= Ulaufgeschwindigkeit des Geldes, Y = Produktion einer Volkswirtschaft, P = Preisniveau)

Aus wissenschaftlichen Daten geht hervor, das die Y jÀhrlich um 3% wÀchst und die Umlaufgeschwindigkeit jÀhrlich um 1 %. Also sind in der Gleichung M+V=Y+P 2 Variablen fix => M+(-1%) = 3%+ P
Und um Inflation zu vermeiden, muss P=0% gelten - also PreisstabilitÀt.

Damit das gewÀhrleistet ist, muss man dann die Geldmenge jedes Jahr um 4% erhöhren.

=> 4% - 1% = 3% + 0%

Und durch diese Leitsinssenkung soll wie oben erwÀhnt mehr Geld in den Umlauf kommen und dadurch soll die Geldmenge in einer Volkswirtschaft steigen. Somit wird dann die Inflation (das gilt wenn P ungleich 0 ist) verhindert.

So und bei einer Leitzinserhöhung lÀuft das Ganze andersherum. Die Zentralbank vergibt weniger Geld bzw die GeschÀftsbanken holen sich weniger Geld von den Zentralbank und es gelangt weniger Geld in den Umlauf ....

Die Anhebung eines Leitzinses steht fĂŒr eine restriktivere Geldpolitik. Ihr Ziel ist es, die Inflation niedrig zu halten: FĂŒr Kreditinstitute wird es teurer, sich bei den Zentralbanken mit Geld zu versorgen. Weil die Banken die höheren Zinskosten zumindest teilweise an ihre Kunden weitergeben, bedeutet dies fĂŒr Unternehmen und Verbraucher: Kredite werden teurer und damit unattraktiver. Gleichzeitig lohnt sich das Sparen wieder mehr, denn auch die Guthabenzinsen steigen.

Unter dem Strich kann man sagen: Nach einer Leitzinserhöhung investieren die Unternehmen weniger, weil die Finanzierung teurer wird. Die BĂŒrger nehmen weniger Kredite fĂŒr Konsum oder Hausbau auf und sparen mehr. Dadurch sinkt die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen, und die Anbieter können die Preise nicht mehr so leicht erhöhen und Entlassungen sind nicht unĂŒblich.


Hoffe konnte es dir verstÀndlich erklÀren.


Super erklÀrt - vielen Dank!
Erstellt am 15-Mai-2009 um 12:12
Aschefar schrieb:

Salam hoffe es geht euch allen gut.
Wie man der Überschrift entnehmen kann möchte ich wissen, welche Auswirkungen die Leitzinserhhöhung auf
-Arbeitslosigkeit
-Konjunktur
-Inflation

hat. Ich bedanke mich schon mal im Voraus fĂŒr eure Antworten.

MfG
*lol* Die Frage ist aber lustig :-)
Kann man auch in ein paar SÀtzen erklÀren.
Also folgendes, wenn die EZB den Leitzinssatz erhöht, werden die Kredite teurer und die Geldmenge die im Umlauf geflossen wird sinkt.
 
 
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