Email
Passwort


Passwort vergessen?

Noch nicht registriert?
Jetzt kostenlos anmelden!
 
 

 
« Vorherige Seite  |  Ergebnisse 1-10 von 95  |  Nächste Seite » [Letzte Seite]
Erstellt am 15-Aug-2005 um 17:44
Liebe Maroczone User,

ich habe häufig mitbekommen, dass hier einige Hilfe bei der Erstellung einer Bewerbung (Bewerbungsmappe) brauchen und suchen.
Da ich tagtäglich u.a. mit Bewerbungen zu tun habe und ab und zu auch and der VHS in Osnabrück Unterricht diesbezüglich erteilte, habe ich mir die Mühe gemacht euch die wichtigsten Infos hier zu posten. Viele nehmen eine Bewerbung gar nicht für so wichtig, doch wenn man sich vorstellt, dass auf eine einzige Stelle sich bis zu 800 Personen bewerben, dann weiß man auch, dass es umso wichtiger ist, eine perfekte Bewerbung abzugeben. Es ist zwar alles etwas umfangreich geraten, doch lohnt es sich die Mühe zu machen und alles durchzulesen.
____________________________________________________________

Allgemeine Form und Materialien

Papier: weißes DIN A4 – Papier
Verzichte auf graues Umweltpapier (es sei denn, Du bewirbst Dich bei einer Umweltschutzorganisation). Normales Druckerpapier gibt es in unterschiedlicher Qualität. Im Normalfall wird im Alltag Papier mit einer Dichte von 80gm/2 verwendet. Für Deine Bewerbung solltest Du es aber ruhig mal mit Papier einer höheren Dichte versuchen; das Druckbild ist besser und Deine Bewerbung erhält mehr Gewicht bzw. "liegt besser in der Hand".

Schriftarten: Arial, Times New Roman oder Verdanda
Dies sind die üblichen Schriftarten im Büroalltag. Sie zeichnen sich durch gute Lesbarkeit aus.

Schriftgröße: 11 – 13 Punkte
Entscheide Dich für eine Größe, die Du im gesamten Dokument verwendest, damit Deine Unterlagen ein einheitliches Bild machen.

Schriftfarbe: schwarz (außer der Unterschrift, die ist blau)
Schwarz hat sich als Standardfarbe bei Ausdrucken durchgesetzt. Lediglich handgeschriebene Elemente, z.B. bei Unterschriften oder wenn der Arbeitgeber auf einen handschriftlichen Lebenslauf besteht, verwende königsblaue Tinte.

Bewerbung: 10 Regeln für den Erfolg

Die 10 Gebote guter Stellenbewerbungen hat die CSD Unternehmensberatung aus Innsbruck formuliert:

1.) Informieren Sie sich über den künftigen Arbeitgeber und suchen Sie seinen Web-Auftritt. Sie sollen Bescheid wissen über seine Branche, seine Unternehmensgröße, alle Standorte und so weiter. Das erleichtert die Formulierung Ihres Bewerbungsschreibens und bereitet Sie auf das Interview gut vor.

2.) Die Stellenbewerbung ist nicht nur die Visitenkarte des Bewerbers - mehr noch, sie ist sein Prospekt. Schließlich ist der Bewerber im Bewerbungsprozess Verkäufer und Produkt in einer Person. Denn er bietet qualifizierte und spezielle Dienstleistung als Produkt an.
Für das Erstellen der Stellenbewerbung darf ruhig ein ganzer Tag aufgewendet werden. Die Bewerbung sollte auf den künftigen Arbeitgeber so weit als möglich abgestimmt werden. Er soll das von Ihnen lesen, was sein Interesse in Zusammenhang mit dem eigenen Betrieb weckt oder befriedigt.

3.) Das Anschreiben sollte nicht länger als 1 Seite sein. Keinesfalls sollte man darin den Lebenslauf vorwegnehmen. 95 Prozent aller Bewerbungsschreiben vertreten nur den "Ich"-Standpunkt. Ich interessiere mich für... Ich kann... Ich möchte.... Ich will.. Ich werde... Ich bin.... - Schön für Sie.
Wichtig ist aber, was der Leser will. Was sind seine Motive für die Personalsuche? Diese Motive gehören angesprochen und dazu der Nutzenaspekt für den Arbeitgeber herausgearbeitet: Sie profitieren von meinen Englisch-Kenntnissen... Meine Erfahrungen in ..... können nutzbringend in Ihr Unternehmen eingebracht werden. Sie suchen eine hochqualifizierte Mitarbeiterin für .....

4.) Im Lebenslauf sollten zu oberst die zuletzt absolvierten Schulen, Fortbildungen und Arbeitsstellen genannt werden. Danach in chronologisch umgekehrter Reihenfolge die früheren. Der Mensch ist als Zeitungsleser gewöhnt, dass er immer die Überschriften und die ersten paar Zeilen liest. Schade, wenn dort nur die Grundschule oder die erste Arbeitsstätte angeführt sind.

5.) Ein Foto zum Lebenslauf ist eine Selbstverständlichkeit. In Ermanglung aktueller Aufnahmen werden leider oft Urlaubsbilder zugeschnitten oder Szenen von Familienfeiern mit dem durch Pfeil markierten Bewerber beigelegt. Fotos sollten den Passbildausschnitt eines Menschen zeigen, dürfen aber ruhig größer sein, als diese.
Auf dem Bild ist ein ordentlich gekleideter, freundlicher Mensch zu sehen, der Vertrauen vermitteln kann. Das Foto klebt entweder auf dem Deckblatt oder auf dem Lebenslauf rechts oben und ist darüber hinaus noch auf der Rückseite sicherheitshalber mit dem Namen des Abgebildeten beschriftet.

6.) Nur zwei, höchstens drei Kopien wichtiger Zeugnisse beilegen. Frustrierte Personalchefs berichten von 15 Zeugniskopien mal 100 Bewerbungen. Ein Alptraum. Anschreiben, Lebenslauf und Zeugniskopien in eine schöne, rote Mappe verpackt. Warum rot? Rot fällt auch unter 100 Bewerbungen gut auf und wird zuerst gelesen.

7.) Zum Vorstellungsgespräch erscheint der erfolgreiche Bewerber pünktlich, höchstens fünf Minuten zu früh, nie zu spät. Das Handy ist ausgeschaltet und die Kleidung entspricht jener, die man glaubt, im angestrebten Beruf zu tragen, im Zweifel eleganter.
Die Schuhe sind makellos sauber, weil man sie mit einem Tuch noch vor dem Eintreten gesäubert hat, die Absätze sind in Ordnung und die Schuhe sind von dunkler Farbe (Männer) oder passen ideal zur eher dezenten Kleidung von Damen.

8.) Nie sollte ein/e Bewerber/in beim Vorstellungsgespräch rauchen, auch nicht, wenn der Personalchef ein Kettenraucher ist. Auch jegliches alkoholische Getränk sollte man ablehnen, Milch und kohlensäurehältige Getränke auch, weil der Magen sonst unangenehme Geräusche produziert.

9.) Im Interview hat man auf Basis der vorher ermittelten Informationen Fragen zum Unternehmen vorbereitet und stellt sie auch. Jeder Personalchef wird sich freuen, wenn Sie nicht nur die Dienstzeiten, den Termin für den Betriebsurlaub und die Vergütung erfahren wollen, sondern sich auch nach den Produkten des Unternehmens erkundigen. Sie dürfen auch nach Prospekten fragen, wenn das Produkt für Sie als Privatperson interessant sein könnte.

10.) Nach jedem Interview legt man eine kurze Liste an: Was war gut? Wo habe ich besonders überzeugend gewirkt? Was will ich künftig anders machen und warum? Nach 14 Tagen noch nichts gehört? Anrufen und Nachfragen! So bleibt man im Gedächtnis.


____________________________________________________________

Ziel meiner Bewerbung: (AIDA)

A = Attention = Aufmerksamkeit wecken

I = Interest = Interesse wecken

D = Desire = Bedürfnis/Wunsch nach mehr erzeugen/wecken

A = Action = Aktion auslösen

A= Aufmerksamkeit wecken durch:

:arrow: perfekte Gestaltung und eine sinnvolle innere wie äußere Gliederung der Bewerbungsmappe als Deine Visitenkarte.

:arrow: das Eingehen auf die Anforderungen und Wünsche des Inserenten.

I = Interesse wecken durch:

:arrow: einen maßgeschneiderten Text auf die Anzeige/das Unternehmen, der ebenfalls einen guten Blick auf Deine Persönlichkeit zulässt. (soziale Kompetenzen)

:arrow: die Darstellung des Nutzens, die Du dem Unternehmen durch Deine Kenntnisse und Erfahrungen zu bieten hast.

D = Wunsch/Bedürfnis erzeugen

:arrow: Dich kennenzulernen, durch eine positive und aktiv überzeugende Sprache.

A = Aktion auslösen

:arrow: zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden, u.a. durch eine besonders gelungene Abschlussformulierung.

____________________________________________________________

DieTodsünden bei einer schriftl. Bewerbung:

Personalverantwortliche haben für die Sichtung von Bewerbungs-Unterlagen wenig Zeit. Oft genügen winzige Formfehler Deine Bewerbung bereits bei der ersten Sichtung herauszufiltern – und damit abzulehnen. Dann bekommst häufig folgende Antwort:
Zu unserer Entlastung schicken wir Ihre Bewerbungsunterlagen zurück
Da wir Sie fachlich und qualifiziert halten, bedauern wir, Ihnen heute trotzdem absagen zu müssen.
Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass momentan kein Bedarf an neuen
Mitarbeitern in Ihrem Fachbereich besteht.



Die häufigsten Fehlerquellen in den schriftlichen Unterlagen:

Allgemeine Fehlerquellen

:arrow: Rechtschreib-, Stil- und Zeichensetzungsfehler deuten auf Oberflächlichkeit und Desinteresse. Daher Bewerbungsunterlagen immer von einem Dritten vor der Versendung auf Fehler und offensichtlich schlechten Stil durchchecken lassen.
:arrow: Mangelhafte Qualität des verwendeten Materials deutet auf Schlampigkeit; dazu gehören:
Flecken, Eselsohren, schlechte Fotokopien, billiges Papier, schlechte Ausdrucke, sichtbar mehrfach verwendete Materialien, doppelseitige Kopien oder Schriftstücke, was zwar Porto spart, es aber dem Empfänger nicht ermöglicht, die einzelnen Schriftstücke für eine bessere Übersicht nebeneinander zu legen.
:arrow: Lose und unsortierte Blattsammlungen, bei denen erst lange sortiert werden muss, um den Überblick zu behalten.
:arrow: Unfrankierte oder zu gering frankierte Umschläge, bei denen der Empfänger Nachporto zahlen muss; daher Unterlagen bei der Post immer wiegen und dort gleich frankieren lassen.
:arrow: Falsche oder unvollständige Adresse auf dem Umschlag zeigt, dass sich über den Betrieb nicht richtig informiert wurde oder der Brief ist gar länger unterwegs und fristen können nicht eingehalten werden.
:arrow: Verwendung von "TippEx", Streichungen und sonstigen nachträglichen Korrekturen und offensichtlichen nachträglichen Veränderungen, was von Nachlässigkeit und mangelnder Einsatzbereitschaft zeugt.
:arrow: Fehlende bzw. unvollständige Anlagen erwecken den Eindruck, der Bewerber hätte etwas zu verbergen.
:arrow: Versand von Originalunterlagen, wenn es nicht unbedingt vorher gefordert wurde.

Fehler im Anschreiben

:arrow: Handgeschriebene oder mit einer veralteten Schreibmaschine verfasste Anschreiben, suggerieren Unfähigkeit, mit den üblichen Büroarbeitsmitteln umgehen zu können.
:arrow: Massensendungen von unpersönlichen, nicht auf den spezifischen Betrieb abgestimmten Schreiben mit Standardtexten.
:arrow: Verwendung eines falschen bzw. veralteten Datums, was darauf hindeutet, dass Bewerbungen "auf Vorrat" geschrieben bzw. nicht gründlich genug.
:arrow: Verwendung der Formel "Sehr geehrte Damen und Herren", wenn es einen spezifischen Ansprechpartner gibt. Man hat auch die Möglichkeit sich vorab telef. bei der Firma zu informieren, um den Namen des Zuständigen/der Zuständigen zu erfahren. Das zeigt noch mehr, dass Du Dich um die Stelle bemühst und Dich für das Unternehmen interessierst.
:arrow: Fehler bei der Schreibung des Firmennamens oder des Ansprechpartners, demonstriert Desinteresse und eventuell fühlt sich der Ansprechpartner gar persönlich gekränkt.
:arrow: Fehlende Betreffzeile.
:arrow: Den aller ersten Satz mit "Ich" anfangen bzw. dauernd Sätze mit "Ich" beginnen; ist unhöflich und zeugt von Egozentrik
:arrow: Zu viele biographische Angaben im Anschreiben, die überflüssig sind, da diese Punkte bereits im Lebenslauf genannt sind.
:arrow: Der Text gleicht inhaltlich dem der Stellenanzeige des Unternehmens; Abschreiben kann jeder, viel mehr geht es darum, zu schildern, wie man dem Anforderungsprofil aus der Stellenanzeige gerecht werden kann.
:arrow: Verwendung von inhaltsleeren Schlagwörtern und Floskeln, wie z.B. "Ich bin motiviert, elanvoll sowie offen und daher genau der richtige Mann für Sie!"
:arrow: Verwendung offensichtlicher Übertreibungen und durchschaubarer Unwahrheiten.
:arrow: Kein konkreter Bezug auf die Stelle, d.h. auf das Anforderungsprofil und wie man diesem gerecht werden will, wird nicht eingegangen.
:arrow: Falsche oder veraltete Berufsbezeichnungen weisen darauf hin, dass sich über den Beruf nicht richtig informiert wurde.
:arrow: Ungereimtheiten zwischen Angaben im Anschreiben und im Lebenslauf, was nicht gerade zur Glaubwürdigkeit beiträgt.
:arrow: Überschreitung von maximal zwei Seiten (besser immer nur eine!), da der Empfänger schnell die wesentlichen Informationen herausfiltern will und keine Zeit für Romane hat.
:arrow: Fehlende Gliederung und zu wenig Absätze zwischen den einzelnen Abschnitten, wodurch der Text schwerer zu lesen bzw. zu erfassen ist.
:arrow: Fehlende handschriftliche Unterschrift zeugt von Flüchtigkeit.
:arrow: Verwendung veralteter bzw. archaisch klingender Wendungen, wie "hochachtungsvoll", "diesbezüglich" und "ergebenst".
:arrow: Aufzählung jeder einzelnen Anlage.

Fehler im Lebenslauf

:arrow: Zeitliche Lücken und fehlende berufliche Kenntnisse suggerieren, dass der Bewerber etwas Unangenehmes zu verbergen hat.
:arrow: Nichtübereinstimmung der Daten im Lebenslauf mit denen im Anschreiben und den beigefügten Anlagen, zeugt von Ungenauigkeit bei der Zusammenstellung der Unterlagen oder gar dem Versuch, gewisse Einzelheiten "zu vertuschen"
:arrow: Aufführung von für den Arbeitgeber irrelevanter Informationen, wie z.B. Mitgliedschaft im "Fix- und Foxi-Club" oder Tod der Großeltern.
:arrow: Fehlendes oder gar falsches Datum auf dem Lebenslauf lässt auf Ungenauigkeit und Massensendungen schließen.
:arrow: Zu langer und unübersichtlicher Lebenslauf (maximal ein bis zwei Seiten)
:arrow: Fehlende Unterschrift auf dem Lebenslauf
:arrow: Mehr Platz für Hobbys als für Berufserfahrungen (eine Ausnahme bilden hier nur Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz, da hier im Regelfall noch keine Berufserfahrung vorhanden ist).
:arrow: Schilderung von Partei- oder Religionszugehörigkeit (mit Ausnahme bestimmter Betriebe).
:arrow: Vernachlässigung außerberuflich erworbener Fertigkeiten und Kenntnisse, die für einen Arbeitgeber interessant sein könnten. (Computererfahrung, Sprachen, Umgang mit Menschen etc.)

Fehlerquellen hinsichtlich des Passbildes:

:arrow: Verwendung von sichtbar bereits mehrfach benutzten Bewerbungsfotos zeugt von Nachlässigkeit.
:arrow: Fest aufgeklebtes Bewerbungsfoto, das von den Unteralgen nicht losgelöst werden kann. (lieber Fotoecken verwenden und auf die Rückseite des Bildes den Namen schreiben/Noch besser wäre ein Digitales Foto.)
:arrow: Mit einer Büroklammer angestecktes oder gar angetackertes Foto, da dieses dadurch knickt oder beschädigt wird.
:arrow: Lose in den Umschlag eingeworfenes Foto.
:arrow: Verwendung von Automatenbildern, da diese qualitativ häufig mangelhaft sind und den Bewerber nicht gerade "im besten Licht" zeigen.
:arrow: Urlaubsbilder als Bewerbungsfotos, was unprofessionell wirkt.

Tipp:
Lass vor dem Versand die Unterlagen von einem Dritten kurz überprüfen. Diese haben die notwendige Distanz und finden eher Flüchtigkeitsfehler, die man selber schnell übersieht. Oft ist es auch sinnvoll, die Bewerbungsunterlagen, sofern dies möglich ist, ein paar Tage liegen zu lassen und sie dann später in anderer Verfassung und der notwendigen Distanz zu überprüfen.

____________________________________________________________

Was gehört zu einer Bewerbung?

- Evtl. Deckblatt
- Anschreiben
- Lebenslauf mit Lichtbild
- evtl. eine dritte Seite
- Zeugnisse/Nachweise

____________________________________________________________

1. Das Deckblatt

Ein Deckblatt ist kein Muss für eine Bewerbungsmappe, aber es bietet Vorteile. Das Deckblatt einer Bewerbungsmappe muss zum Lesen anreizen und in Beziehung zur Bewerbung stehen: Es muss zur Stelle bzw. Position passen.
Durch das Deckblatt kann der Empfänger sofort erkennen, für welche Position Sie sich bewerben. Er muss die Mappe nicht erst öffnen. So wird Deine Bewerbung in der Personalabteilung gleich richtig zugeordnet.

Bestandteile:

- Titel: “Bewerbung als ...”
- Name
- Anschrift
- Telefon/E-Mail
- Foto (optional)
- Anlagenübersicht (optional)

Beispiel:


____________________________________________________________

2. Das Anschreiben

Du hast drei Minuten. Drei Minuten, um Deinem potenziellen Arbeitgeber davon zu überzeugen, dass er genau in Deiner Bewerbung weiterblättern soll. So lange dauert es, das Anschreiben einer Bewerbung zu lesen. Drei Minuten, die einen neuen Job bedeuten können. D.h., das Anschreiben ist reine Überzeugungsarbeit. Du stellst Dich dem Unternehmen vor und willst für Deine Qualifikationen werben. Nur wenn sich Dein Anschreiben von denen der Konkurrenten abhebt, macht sich der Zuständige auch die Mühe, Deine restlichen Bewerbungsunterlagen anzusehen. Beim Anschreiben gilt es, Profil zu zeigen, Qualitäten hervorzuheben und Schwächen zu kaschieren. Du machst also Werbung in eigener Sache.

Strukturierung:

- Eigener Name mit Adresse und Telefonnummer/E-Mail (oben links),
- Name und Anschrift der Firma,
- Bezugszeile (z.B. “Ihre Anzeige vom ...”),
- Anrede (“Sehr geehrte Frau.../Sehr geehrter Herr....”),
- Haupttext
* Einleitung (Anlass und ggf. Grund für Deine Bewerbung)
* Darstellung der eigenen Kernkompetenzen und Qualifikationen
* Gehaltswunsch (nur wenn in der Stellenanzeige verlangt)
* Eintrittstermin
- Abschlussformulierung/Bitte um Einladung zum Vorstellungsgespräch,
- Unterschrift (nicht kopiert)

Bevor Du ein Anschreiben verfasst, solltest Du die Stellenangebote richtig interpretieren. Das Anschreiben wird in argumentativ 3 Bereiche gegliedert, ohne diese Gliederungsbereiche im Text hervorzuheben:

Bereich Qualifikation

Beschreibe Deine Qualifikation in Bezug auf die angebotene Tätigkeit. Gehe auf die Anzeige ein und erläutere, mit welchen Deiner Fähigkeiten und Erfahrungen die im Anzeigentext dargestellten Aufgaben bewältigt werden. Finde mehrere Ansätze dazu. Beschreibe Dich mit konkreten Beispielen aus Deiner Berufspraxis oder Deinem Ausbildungsschwerpunkt.

Bereich Motivation

Beschreibe warum Du diese Aufgabe übernehmen möchtest. Was interessiert Dich an dieser speziellen Aufgabe? Schreibe ruhig, wenn es den Tatsachen entspricht, was an dem Unternehmen oder den Produkten des Unternehmens Dich begeistert.

Wenn Du eine ungekündigte Stellung verlassen willst, erkläre Deine Motivation dafür:

" ... gibt es für mich keine Chancen mich beruflich weiterzuentwickeln..."

"...die Einstellung der hauseigenen Produktion verkleinert meinen Arbeitsbereich ..."

"... sehe ich nach Abschluss meiner Aufgabe als Projektleiter keine weiteren ...".

Bereich Übergang

Fordere das Unternehmen zur Kontaktaufnahme auf. Bieten an, Deine Qualifikation bei einem persönlichen Gespräch zu überprüfen. Falls Du schwer zu erreichen bist, erkläre, wann und wie die beste Möglichkeit besteht, mit Dir telefonisch Kontakt aufzunehmen.


Das Anschreiben sollte wie ein Geschäftsbrief nach der DIN 5008 Form gestaltet werden. Wer das macht, zeigt, dass er sich mit DIN 5008 auskennt und dies ist gerade für Büro-Tätigkeiten sehr sinnvoll.
Hier kann man einiges Wissenswerte über DIN 5008 erlernen
:arrow: Klick
:arrow: Klick

Hier lernst Du mehr darüber, wie ein Geschäftsbrief (Dein Anschreiben)nach DIN 5008 aufgebaut ist.
:arrow: Klick

Aufbau und Zeilenabstände: (Klick auf das Bild)


Beispiel 1:


Beispiel 2:


Hier einige Vorschläge zur Eröffnung des Anschreibens:

In Ihrer Anzeige vom ... suchen Sie einen ...

Sie beschreiben eine Praktikumsstelle, die mich besonders interessiert ...

Mit großem Interesse habe ich Ihre Anzeige gelesen und möchte mich Ihnen als ... vorstellen ...

Sie suchen einen ...

Die von Ihnen angebotene Praktikumsstelle ... ist für mich ...

Nun einige Vorschläge für Abschlussformulierungen:

Wenn ich Ihr Interesse geweckt haben sollte, würde ich mich über eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch freuen.

Sollten Ihnen meine Bewerbungsunterlagen zusagen, stehe ich Ihnen gern zu einem Vorstellungsgespräch zur Verfügung.

Sollten Sie nach Durchsicht meiner Unterlagen weitere Informationen oder ein persönliches Gespräch wünschen, so stehe ich hierfür gern zur Verfügung.

Für weitere Auskünfte stehe ich Ihnen in einem persönlichen Gespräch - vorab auch gerne telefonisch - zur Verfügung.

Bei einem persönlichen Vorstellungsgespräch können Sie mehr über meine Qualifikation erfahren.

Hier sind einige Links für Formulierungen:

:arrow: Klick
:arrow: Klick
:arrow: Klick
:arrow: Klick

____________________________________________________________

3. Der Lebenslauf

Da mag die Bewerbungsmappe noch so ansprechend gestaltet sein: Wenn der Lebenslauf nicht überzeugt, lesen die meisten Personalchefs erst gar nicht weiter. Denn für 90% aller Chefs ist die Analyse des Lebenslaufs das entscheidende Auswahlkriterium.

Welche Informationen müssen im Lebenslauf stehen, welche können rein und welche sollte man weglassen:

1. Angaben zur Person, Vor- und Zuname, Geburtsdatum und –ort,
Familienstand, Zahl, und evtl. Alter der Kinder & Staatsangehörigkeit
2. Schulausbildung:
Zeitangabe, Schultyp und –ort & Abschluss
3. Berufsausbildung:
Ausbildungsdauer, Art der Berufsausbildung, Ausbildungsstätte & Abschluss
4. Berufspraxis:
Zeitangabe, Berufsbezeichnung, Position, Betrieb, Ort & Aufgabenbereich
5. Weiterbildung:
Sämtliche Kurse/ Seminare/ Lehrgänge, die mit der Stellenbeschreibung in Verbindung zu bringen sind/ Art der Kurse/ Seminare/ Lehrgänge/ Veranstalter/ Inhalte
6. Besondere Kenntnisse:
Fremdsprachen (mit Grad der Beherrschung), IT-Kenntnisse/EDV-Fähigkeiten
7. Sonstiges:
Hobbys (die wichtig für die Stelle sind), Wehr- und Ersatzdienst, Sämtliche Angaben, die sonst nirgendwo hinpassen

Bei der Erstellung des Lebenslaufes sollte man ganz einfach mit Word arbeiten. Damit er schön gegliedert ist, sollte man mit einet Tabelle arbeiten, die aber beim Ausdruck nicht sichtbar sein soll.

Beispiel 1 (mit Tabelle)


Lebenslauf (Ausdruck/Tabelle nicht sichtbar):



Bei einer Bewerbung ohne Deckblatt gehört das Bild auf dem Lebenslauf. Und zwar oben rechts.
____________________________________________________________

4. Das Foto

Wenn Du ein Foto verwendest, nimm ein professionell er-
stelltes Exemplar. Nichts zerstört den ersten Eindruck so nach-
haltig wie ein billiges Foto aus dem Automaten. Bedenke,
dass das berühmte Bild mehr als tausend Worte sagt – Sympa-
thie auf den ersten Blick gibt es tatsächlich. Ob Du ein Schwarz-
weiß- oder Farbfoto verwendest, ist unerheblich. Die meisten
Bewerber bevorzugen allerdings Farbfotos. Das Format sollte
ca.: Passbildgröße (4 x 6 cm) betragen. Idealerweise fertigen
Fotografen auch direkt Bewerbungsfotos an, die etwas größer
sind als herkömmliche Passbilder. Achte darauf, dass das
Foto nicht älter als maximal 6 Monate ist.

Links für weitere Infos:

:arrow: Klick
:arrow: Klick
:arrow: Klick

____________________________________________________________

5. Die Dritte Seite

Der “gewöhnliche Chef” nimmt sich beim ersten Durchschauen ca.
30 bis 60 Sekunden Zeit für eine Bewerbungsmappe. Hier ist allein
die Form ausschlaggebend für den Erfolg der Bewerbung. Erst im
zweiten Durchgang werden die Unterlagen der Favoriten intensiv
studiert. In diesem Moment stößt der Personalchef in Deinen Unterla-
gen nach dem Lebenslauf auf die “Dritte Seite”. Diese zusätzliche
Seite kommt für die meisten Personaler ziemlich überraschend und
und zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Wenn es an dieser Stelle
gelingt, in wenigen kurzen Sätzen einen überzeugenden Eindruck zu
vermitteln, hat äußerst gute Chancen auf ein Vorstellungsgespräch.
Der Vorteil der “dritten Seite” liegt darin, dass sie zusätzlich zum
Standardschreiben die entscheidenden Argumente, warum Du als
Bewerber unbedingt in die engere Auswahl gehörst, transportiert. In
wenigen Sätzen solltest Du hier Aussagen zu Deiner Person, Motiva-
tion und Kompetenz formulieren. Die Formulierung kann etwas per-
sönlicher ausfallen.

Form der Dritten Seite:

- Wähle dasselbe Papier wie für Dein Anschreiben und Deinen Lebenslauf. So signalisierst Du die inhaltliche Zusammengehörigkeit und Einheit von Anschreiben, Lebenslauf und Dritter Seite.

- Deutlich sollte sich die Dritte Seite dagegen formal von Ihren restlichen Anlagen, wie Zeugniskopien etc. abheben.

- Besonders empfiehlt sich eine Dritte Seite für alle, denen eine Handschriftenprobe abverlangt wird. Anstatt beispielsweise stumpfsinnig Texte aus Zeitungen abzuschreiben, wird aus der Not eine Tugend. Auch handschriftlich kann die Dritte Seite Deinen potenziellen Arbeitgeber von Deinen Fähigkeiten und Deiner Persönlichkeit überzeugen.

Weitere Links und Infos zur dritten Seite:

:arrow: Klick
:arrow: Klick
:arrow: Klick

____________________________________________________________

6. Zeugnisse

Zeugnisse und Referenzen sind Pflicht:

Zeugnis des höchsten Schulabschlusses, Diplom, Urkunden o.ä., Arbeitszeugnis(se), Berufsrelevante Referenzen, Evtl. Handschriftenprobe & Evtl. Arbeitsproben

Das ist dabei zu beachten:

Hinter den Lebenslauf bzw. der Dritten Seite heften
Reihenfolge der Unterlagen: je aktueller das Zeugnis, desto weiter oben liegt es.
Keine Originalzeugnisse, sondern nur Zeugniskopien versenden.

Bei Arbeitszeugnissen wird eine Geheimsprache verwendet, die oft nur von den Chefs verstanden wird. Klick auf das Bild, dann kannst Du in Zukunft auch Dein Arbeitszeugnis besser einordnen.


____________________________________________________________

7. Zusammenstellung und Versand der Unterlagen

Unternehmensberater Bernd Andersch: “Denken Sie daran,
dass Personalentscheider überwiegend konservativ sind. Von
der äußeren Form her sollte eine Bewerbung nicht zu ausge-
fallen sein, auf gutem Papier und möglichst ohne Plastikhül-
len.”
Nutze am besten eine Mappe:Schnellhefter,Klemm-
mappen,Einlegesysteme mit Thermo- oder Spiralbindesystem
(glattes Plastik ist verpönt, natürliche Materialien liegen im
Trend).
Das wichtigste Dokument kommt nach oben, dann geht es
nach der Rangfolge der Wichtigkeit weiter. Das Anschreiben
gehört nicht in den Schnellhefter,sondern wird lose obendrauf
gelegt.

Umschlag

Damit Deine perfekte Bewerbungsmappe auch heil beim Unternehmen ankommt, brauchst Du einen ebensolchen Umschlag. Er muss neu sein (und auch so aussehen), genau passen (in der Regel ist das Format C4 richtig), muss aus festem Papier bestehen und einen Papprücken haben.
Der schönste Umschlag nützt allerdings nichts, wenn Du beim Adressieren Fehler machst! Firmenanschrift fehlerfrei und vollständig angeben, Absender links oben nicht vergessen und ausreichend rechts oben frankieren! Sicherheitshalber solltest Du den Umschlag direkt bei einer Postfiliale aufgeben.

____________________________________________________________

8. Welche Fehler werden am häufigsten gemacht?

Achte auf die Qualität der Kopien – geh in einen guten Copy-Shop.

Abgesehen von Anschreiben und Lebenslauf niemals Originalunterlagen verschicken, sondern neue Kopien (nicht solche, denen man eine mehrfache Postreise ansieht).

Nur mit konservativer blauer Tinte unterschreiben.



Wenn ihr noch weitere Fragen habt, dann postet sie einfach. Ich werde, soweit es mir möglich ist, diese gerne beantworten.
Ich werde beizeiten auch weitere wichtige Infos posten.

Gruß
boombastik
[Mitgliedschaft beendet]
Erstellt am 17-Aug-2005 um 21:35
Salam Bruder,

war eine sehr gute Idee von Dir, wird für andere bestimmt sehr hilfreich sein!!

Mach weiter so!!

Chapeau wa salam!
Erstellt am 17-Aug-2005 um 22:31
Muss mich zur zeit um keine stelle bemühen, habe aber diesen thread kurz überflogen.

Ist ein wichtiges thema und betrifft viele.

Deshalb ein fettes lob für deine mühe.
Finde ich gut :!: :!:
Erstellt am 17-Aug-2005 um 22:34
Salam,

die AIDA-Formel finde ich klasse, da kann eigentlich nix schief gehen beim Bewerbungsschreiben!!

Viel Erfolg für die Ausbildungs- bzw. Jobsuchende ;)

wa salam
Erstellt am 17-Aug-2005 um 22:53
Vielen Dank!!! Es gibt ja doch ein Paar, die meine Arbeit zu schätzen wissen!!! :lol: :lol: :lol:
Danke!!!
Erstellt am 17-Aug-2005 um 23:53
Salaam Boombastik,

schwester Salima23 hat mich darüber informiert, dass du Bewerbungstipps gibst. Ich find das echt klasse von dir, vorallem bin ich gerade dabei mich zu bewerben und kann jede Hilfe von dir/euch gebrauchen.

Wenn ich noch Fragen hab, werde ich mich bei dir inscha Allah melden.

Super Ideeeeeeeeeeeeeeee 8-)
Mach weiter soooooooooooooooooo :lol:

Lieben Gruß
Sina22
Erstellt am 18-Aug-2005 um 00:09
Salam sina22,

Lies Dir am besten oben alles durch.
Dann versuche selbst eine Bewerbung zu schreiben.
Poste sie dann hier oder schicke sie mir per PN und ich kann sie dann kontrollieren.

Gruß
boombastik
Erstellt am 18-Aug-2005 um 08:19
fettes Lob ey :thumbsup:

Allahi7efdek a khouya :-)
Erstellt am 18-Aug-2005 um 11:03
Amin und Vielen Dank khouya Petit!!! ;)


@ prinz22
Amin und vielen Dank!

Kein Thema, wenn Du es fertig hast, kannst Du es mir gerne per PN schicken!!!
Erstellt am 22-Sep-2005 um 18:41
Muss auch ehrlich sagen, Richtig HAMMA!!!

Kann das fürs nächste Jahr sehr gut gebrauchen!!

Aber ich finde mittlerweile ist ein Deckblatt ein :arrow: MUSS

Denn ich finde, das sticht aus den anderen Bewerbern gleich total hervor!!

Irgendwie habe ich das jetzte nicht gesehen, oder hast du nicht erwähnt... man kann ja schließlich auch nicht an alles denken nicht wahr :D

Und zwar


Mappe

Am besten, kauft euch nicht die billig Mappen... die etwas teueren aus einem festeren Stoff, machen gleich einen viel seriöseren Eindruck!

Und bevor ihr Bewerbungen schreibt, und die Materialien kauft, stellt ein Antrag beim Arbeitsamt, ein Teil der Kosten kriegt ihr zurückerstattet :!:
  « Vorherige Seite  |  Ergebnisse 1-10 von 94  |  Nächste Seite »
Copyright 2000-2012 MarocZone    |  Impressum  |  Kontakt  |  AGB  |  F.A.Q  |  Werben  |  Forum  |  Suche  |  News  |  Einladen  |  Alben  |  Gruppen